24.10.2026

Marokko. Erste Sekunde auf afrikanischem Boden, und was macht diese hochgezüchtete Weltraum-Spielerei?

Schaltet einfach ab.
Reise 50. Tot. Abgewürgt. Der feine Herr Musk hat beschlossen, dass fünfzig Gigabyte nur noch für Weicheier taugen, die zwischen Nizza und Buxtehude im Kreis fahren. Zum echten Reisen da draußen völlig unbrauchbar.
Ich hab zähneknirschend auf diesen Unlimited-Tarif aufgerüstet. 89 Euro im Monat. Ein Scheißhaufen von Geld für ein bisschen Äther, und das Beste an dem Witz: Selbst dieser unlimitierte Quatsch deckelt dich nach 30 Tagen ab.
Ich sitze hier in Marokko, strotze vor Wut und liebäugele schon wieder mit der Steinzeit. 

Scheiß auf die Schüssel auf dem Dach. Her mit den lokalen SIM-Karten, Plastik und Plastik, rein in die Gurke, wie früher.
Merkt euch eins, wenn ihr die Zivilisation hinter euch lasst: Starlink für Weltenbummler außerhalb Europas ist Geschichte. Mausetot. Und tschüss.

22.10.2026

Wenn die Flasche Wein billiger ist, als der Diesel....


Der Alte saß am Tisch. Ich lag auf dem abgewetzten Linoleum des FM1-Shelters – diesem alten Bundeswehr-Blechkübel, der nach Diesel, Wüstensand und Geschichte riecht – den Kopf auf den Pfoten, und beobachtete ihn durch ein halb geöffnetes Auge, während er sich ein Glas von diesem billigen roten Stoff einschenkte.

Ein Euro und neunundneunzig Cent. 1,99 Euro für dreiviertel Liter. Er hatte die Pulle heute irgendwo hier in Spanien im Supermarkt aus dem Regal gefischt. Normalerweise riecht Zeug für den Preis wie die Pisse von einem kranken Kojoten und brennt dir Löcher in den Magen, aber der Alte nahm einen Schluck, wog die Lage ab und knurrte nur ein kurzes, trockenes: „Trinkbar.“

Das war der Moment, in dem die alten Zahnräder in seinem Kopf schmerzhaft anzulaufen begannen.

Er dachte an Deutschland. An den scheußlichen Dieselpreis dort drüben. Ein verdammter Liter stinkender Treibstoff kostet zu Hause inzwischen mehr als eine ganze Flasche von diesem spanischen Rotwein. Das muss man sich mal reinziehen. Die Welt ist völlig durchgeknallt, und der Alte hockt mittendrin im Shelter und rechnet.

Jetzt sitzt er da, starrt das Glas an und dreht durch. Zwei Optionen plagen seine grauen Zellen:

Erstens: Er kippt den Wein einfach direkt in den Tank vom MAN. Scheiß drauf, vielleicht läuft der D0226-Diesel ja auch mit vergorenen Trauben. Wenn nicht, riecht der Auspuff wenigstens nach Kneipe.

Zweitens: Er pfeift aufs Tanken, gibt keinen einzigen Cent mehr für Diesel aus, kauft von der verbliebenen Kohle den halben Laden voller Weinkisten und bleibt einfach für immer genau hier hocken.

Ich ließ meine Rute einmal kurz aufs linoleumgedämmte Holz knallen und schloss die Augen. Solange mein Napf voll ist und ab und zu ein Stück Wurst abfällt, soll er von mir aus die ganze Hütte bis zur Decke mit Wein zupacken. Er starrt immer noch auf das leere Glas, auf die Wand, auf nichts. Ich glaube, er kauft mehr Kisten.


19.10.2026

Wenn die Wetter-App schweigt, aber das Handy schrillt: Warum Technik mich fast die Achse gekostet hätte



Gestern Abend, irgendwo südlich von Valencia. Ein gewohnter Blick auf das Smartphone vor der Nacht am Strand:

  • Gezeiten-App: Höchststand war vor zwei Stunden, Niedrigwasser kommt erst in 11 Stunden. Alles scheinbar im grünen Bereich.
  • Wetter-App: Starke Windböen, aber mickrige 2,5 mm Regen vorhergesagt.

Normalerweise hätte ich diesen Daten vertraut. Doch mein Bauchgefühl war sowieso schon mulmig – also habe ich den Wagen zumindes

Wenn der Social-Media-Kick schiefgeht: Schwerer Unfall auf Mauritaniens Erzzug

Der berühmte Eisenerzzug der Staatseisengesellschaft SNIM in Mauritanien zieht seit Jahren Abenteurer und Influencer aus aller Welt an. Mit einer Länge von über zwei Kilometern gilt die Fahrt auf den offenen Güterwaggons mitten durch die Sahara als einer der extremsten Reisetrips überhaupt.

Dass der Hype auf TikTok und Instagram nicht ungefährlich ist, zeigte ein Vorfall in der mauretanischen Region Tiris Zemmour.

Was ist passiert?

09.10.2026

Die frostige Hölle gen Norden: Wie ich Silvester am Ende der Welt überlebte


Es gibt Tage, an denen wacht man morgens auf, starrt an die vergilbte Decke, schmeckt den abgestandenen Geschmack des Vortags im Mund und spürt dieses miese, nagende Gefühl im Magen. Das Gefühl, dass das Leben aus einer endlosen Abfolge von belanglosen Bürogesprächen, lauwarmem Kaffee und lauwarmer gesellschaftlicher Fratze besteht.

Normalerweise nimmt man dagegen einen kräftigen Schluck billigen Whisky, dreht sich um und schläft weiter.

Ich nicht. Ich dachte mir kurz vor dem Jahreswechsel 2016/2017: Was solls. Warum das neue Jahr im warmen Wohnzimmer mit verlogenen Glückwünschen begießen, wenn man sich die Eier auch in einer arschkalten, eisigen Einöde abfrieren kann? 

HIER die komplette Playlist: https://youtube.com/playlist?list=PL8eZ8omxBU-LP8mYTmh8RVolRlY3KyS5E&si=ftYVyoVOsupk1YMA

Also packte ich mein Zeug. Kein Reisebüro, keine Gruppe,

06.10.2026

Der Tag der Auslandsdeutschen oder: Warum die Welt ohne uns im Elend versaufen würde (und warum ich es trotzdem tue)

Man teilt mir mit, heute sei der internationale Tag der Auslandsdeutschen. Großartig. Ein Tag für Abgehauene, Steuerflüchtlinge, Visionäre und Leute mit chronisch ruinierten Lebern.

Ich bin vor zwei Jahren auch abgehauen. Aber nennt mich verdammt noch mal nicht „Auswanderer“. Wandern tun verklemmte Typen in Funktionskleidung mit Ski-Stöcken ohne Skier und schlecht sitzenden Unterhosen, die Sonntags um acht Uhr morgens auf Hügel klettern, um trockenes Vollkornbrot mit Schinken zu kauen. Ich bin nicht gewandert. Ich bin gefahren. Mit schwerem Gerät, viel Diesel, verdammt viel Gepäck und einer gehörigen Portion Verachtung für die deutsche Bürokratie im Rückspiegel. Keinen Wohnsitz mehr im Bundesgebiet, den Pass tief in der Tasche, den Mittelfinger fest im Wind.

Wenn man sich die Geschichtsbücher ansieht – oder das, was Schlauseiten zum heutigen Tag zusammentippen –, stellt man fest: Die Auslandsdeutschen haben der Welt schon immer den Arsch gerettet. 

Wo die Sahara auf den Atlantik trifft: Nationalpark Banc d’Arguin 🇲🇷🦅

Der Nationalpark Banc d’Arguin an der Küste Mauretransformationens ist einer der faszinierendsten und abgelegensten Orte Westafrikas. Als UNESCO-Weltkulturerbe bildet er ein einzigartiges Ökosystem: Riesige Wüstendünen treffen direkt auf das flache, fischreiche Meer.

In diesem Video nehme ich dich mit auf eine Reise durch diese unberührte Naturlandschaft – von Millionen Zugvögeln bis zu den traditionellen Imraguen-Fischern, die seit Jahrhunderten im Einklang mit dem Meer leben.

03.10.2026

MAURETANIEN: Wenn die Piste zur Grenze wird! von Kiffa nach Kaédi 4x4

Auf einem der spektakulären und entlegenen Track in Mauretanien unterwegs: Begleitet uns auf unserem Offroad-Abenteuer quer durch die Dornbuschsavanne der Sahelzone!

Unsere Route führt uns von **Kiffa** über **Kankossa**, **El Moudéré**, **Dougoulgui** und den atemberaubenden **Passo de Soufa** weiter über **Hassi Chems** und **M'Bout** bis an die Ufer des Senegal-Flusses nach **Kaédi**. Ein besonderes Highlight: Große Teile dieser Strecke verlaufen nahe der Grenzregionen zu **Mali** und dem **Senegal**. Dichte Dornbüsche, tief ausgefahrene Sandpisten, felsige Passpassagen und abgelegene Siedlungen verlangen Mensch und Fahrzeug alles ab. Erlebt unverfälschte Natur, die harte Realität des Lebens im Sahel und das pure Gefühl von Freiheit abseits jeglicher Zivilisation.

24.09.2026

Deutschland retten aus der Sicht von Castor

Da der BlackRock Kanzler entweder nicht in der Lage, zu bequem ist, es einfach nicht kann oder von seinem alten Jobgeber einen anderen Auftrag erhalten hat, habe ich als Hund mal gestern Abend die KI machen lassen.

Hier ist der 10-Punkte-Plan zur Rettung Deutschlands – vollkommen aus der unnachgiebigen, scharfsinnigen Perspektive eines vierbeinigen Gefährten - Castor. 

"Diese Zeilen hier habe nicht ich getippt – ich habe schließlich Pfoten. Mein Alter und ich ziehen im Allrad-Laster durch den Wüstensand und über harte Pisten, während in Berlin Typen im Maßanzug das Land vor die Wand fahren. 

Ich habe einer künstlichen Intelligenz geknurrt, was zu tun ist, und sie hat es aufgeschrieben. Eine KI und ein Straßenhund zusammen kosten keinen Cent Diäten, brauchen keinen Beraterstab und haben in zwei Sekunden mehr Verstand bewiesen als der aktuelle Banzler in seiner gesamten Amtszeit."

1. Präambel aus der Hundehütte: Wuff, Schluss mit dem Gelaber

Wenn ich in der Wüste so viel bellen würde, wie die da oben quatschen, wäre ich verdurstet. Das ganze Gesülze in den Talkshows stinkt wie abgestandenes Dosenfutter. Ich habe der KI diktiert, wie man die Karre aus dem Dreck zieht. Kein Parteigeschwätz, keine Brandmauer aus Knochen, keine Angst vor dem nächsten Wahltag – einfach nur kühler Verstand und harte Instinkte. Der Kanzler soll den Plan fressen oder Platz machen.

22.09.2026

Wo Schmidt draufsteht - Cape Schmidt – Bis ans Ende der Welt

Der Alte hat manchmal einen an der Waffel. Das wusste ich ziemlich schnell. Andere Menschen fahren im Sommer nach Italien, stellen ihr Wohnmobil auf einen Campingplatz, fünf Meter vom Nachbarn entfernt, und erzählen sich abends bei einem Bier, wie schön doch die Freiheit ist. Der Alte fährt lieber dahin, wo drei Tage lang kein Mensch vorbeikommt.

Und jetzt hat er wieder so eine Idee. Er will nach Mys Schmidta (МЫС ШМИДТА), nach Kap Schmidt, ganz oben im äußersten Nordosten Russlands, an der Tschuktschensee.

Ich weiß nicht genau, warum. Aber ich kenne den Alten inzwischen lange genug. Wenn er irgendwo auf einer Landkarte einen Punkt findet, der weit genug weg ist, wird daraus irgendwann ein Ziel. Und wenn dieser Punkt dann auch noch seinen eigenen Namen trägt, ist die Sache praktisch erledigt.

Der Mann heißt Schmidt. Das Kap heißt Schmidt. Also muss er irgendwann dahin. Logisch.

20.09.2026

„Fünf Sterne oder sieben Tonnen? Mein Sohn versteht meinen Weg nicht“

Ich war schon immer einer, der losfährt. Lange bevor ich im MAN saß und irgendwo in der Wüste im Dreck lag, gab es diese Reisen. Riskant, manchmal ziemlich dumm, oft weit weg von dem, was andere noch als normalen Urlaub bezeichnet hätten. Nur waren sie immer zeitlich begrenzt. Ein paar Wochen raus, manchmal länger, dann wieder zurück. Mit Luxus SUV - zurück ins Business, zurück zu Verpflichtungen, zurück in dieses Leben, das man sich über Jahrzehnte aufbaut und irgendwann für selbstverständlich hält.

Ich habe nie davon geträumt, fünf Sterne zu buchen. Mich hat immer mehr interessiert, was hinter der nächsten Kurve liegt. Aber irgendwann kam der Moment, an dem aus dem Wegfahren ein Aufbrechen wurde.

19.09.2026

Live Vortrag - Mauretanien - Freitag, 02. Oktober 2026

Vortrag - Castor`s Reise durch Mauretanien.

Roh, staubig, ungeschnitten. Keine Hochglanzreise, sondern Sand, Hitze, Eisen, Krokodile und Paviane. Wer wissen will, wie sich Wüste wirklich anfühlt – kommt vorbei.

WANN & WO?

📅 Freitag, 02. Oktober 2026
🕡 19:00 Uhr - ca. 20:45 


Erleben Sie einen Abend voller Abenteuer, Begegnungen und Geschichten aus einer Welt, in der Zeit, Gastfreundschaft und Einfachheit noch einen ganz besonderen Stellenwert besitzen.

Ich freue mich auf Ihren Besuch! Und wer Keine Zeit hat oder zu weit weg wohnt, muss sich mit den Videos auf meinem Blog begnügen

15.09.2026

Zwei Flaschen für den Teufel und die Sonne der Steiermark

Die Sonne stand den ganzen Sommer wie ein glühender Stein über dem Hof. Sie hat die Luft dick gemacht und das Gras verbrannt. Aber die Dinge, die stur genug sind, überleben das.

Man schaut aus dem Fenster, der Hund schläft im Schatten, und drüben an den Ästen hängen die Äpfel. Knallrot. Sie sehen aus, als hätten sie den ganzen Schmerz der Hitze aufgesaugt und in Zucker verwandelt. Und dann sind da diese paar Weintrauben an der alten Wand. Gelbgrün, prall, knackig. Wenn du eine zwischen den Zähnen zerdrückst, schmeckst du die ganze Verdammnis dieses heißen Sommers. Süß. Fast zu süß für diese Welt.

14.09.2026

Happy Birthday Castor - 2 Jahre 28 Länder und verdammt viel Welt in einer Hundenase

Heute bin ich 2 Jahre alt. Zwei Jahre. Für einen Hund ist das schon eine ganze Menge Leben. Für einen Hund wie mich ist es ungefähr die Zeit, in der andere noch überlegen, ob sie lieber Golden Retriever oder Labrador geworden wären. Ich hatte andere Pläne.

Als der Alte mich aus der Tötungsstation geholt hat, war ich vier Monate alt. Vier Monate hatte ich hinter mir, bevor dieser ganze Wahnsinn überhaupt angefangen hat. Und seit genau 20 Monaten bin ich jetzt mit dem Alten unterwegs.

11.09.2026

Wie die jüngste Eskalation am Bab al-Mandab die globale Ölversorgung und die Dieselpreise trifft – Was bedeutet das für Overland Reisende

11. Sept. 2026 

Die geopolitische Lage im Nahen Osten hat sich drastisch zugespitzt. Durch die Einnahme der strategisch entscheidenden Insel Mayyun (Perim) sowie der Hafenstadt Mokka kontrollieren die Huthi-Rebellen nun die gesamte jemenitische Küste am Roten Meer. Damit halten sie die Schlüsselstelle des Bab al-Mandab direkt in der Hand – eine Nadelöhr-Passage, durch die unter Normalbedingungen täglich etwa 6 bis 8 Millionen Barrel Rohöl und Erdölprodukte fließen.

Was bedeutet diese Festsetzung an den maritimen Verkehrsadern für die weltweiten Energiemärkte und die Preise an heimischen Zapfsäulen?

Der Zusammenbruch der Ausweichrouten

Meine neue Spülmaschine

Der Alte hat eine neue Spülmaschine - nicht gekauft, nur engagiert. Er nennt sie nicht Spülmaschine. Er nennt sie Castor. 

Ich finde, das ist ein verdammt guter Name für ein Haushaltsgerät. Ding steht auf dem Boden, hat vier Beine, frisst alles, was nach Essen riecht, und arbeitet auch ohne Strom. Lautlos ist sie allerdings nicht. Besonders wenn noch ein Rest Soße im Topf klebt. Der Alte stellt mir also diesen verdammten Topf hin und wartet. Ich stecke die Schnauze rein. Einmal. Zweimal. Dann gehe ich richtig ran.

05.09.2026

Dann lerne ich eben Russisch

Es gibt Dinge, die einem irgendwann so gewaltig auf den Sack gehen, dass man nur noch zwei Möglichkeiten hat: 

Man säuft sich die Sache schön oder man fängt an, selbst nachzudenken. 

Ich habe mich für Russisch entschieden. Nicht, weil ich plötzlich Putin zum Schwiegervater machen will, nicht weil ich Russland für das Paradies auf Erden halte und schon gar nicht, weil ich glaube, dass in Moskau morgens die Engel aufstehen und abends die Welt retten. 

Ich lerne Russisch, weil ich die Schnauze voll davon habe, mir die Welt immer nur von anderen übersetzen zu lassen. Von Regierungen, lerlogenen Kanzlern, Nachrichtensendern und irgendwelchen EX-perten, die mir aus klimatisierten Fernsehstudios erklären, wie die Menschen in einem Land denken, in dem sie wahrscheinlich noch nie länger als einen Zwischenstopp am Flughafen verbracht haben.

04.09.2026

Camp Steska - Empfehlung

Die Campingplätze Sloweniens ersticken an Wohnmobilen,  Schrankwand an Schrankwand, Stoßstange an Stoßstange. Die Leute bezahlen 35 Euro die Nacht, nur um auf staubigem Schotter direkt neben dem Lärm der Landstrasse zu hocken und den Auspuffqualm zu frühstücken. Hauptsache direkt an der Route. Hauptsache wie alle anderen. Ein Haufen Elend auf vier Rädern.

Ich habe das Lenkrad herumgerissen.

30.08.2026

Preisschock auf Russisch? Warum der Einkauf drüben trotzdem noch Lachsack-Niveau hat

Wer nach dem ständigen Kassensturz in mitteleuropäischen Supermärkten oder an den heimischen Zapfsäulen einen Blick gen Osten wirft, reibt sich verwundert die Augen.

In ihrem Video „Wie viel kostet das Leben in Russland? So stark steigen die Preise nach 3 Monaten!“ macht Natascha Deutsch den knallharten Praxistest [00:16]: Sie geht mit genau derselben Einkaufsliste durch denselben Supermarkt wie drei Monate zuvor, um zu sehen, wie sehr die Inflation und die angehobene Mehrwertsteuer an den Geldbeuteln der Leute fressen [00:25].

29.08.2026

Der Alte und ich – eine Frage der Abstammung


Der Alte wollte es jetzt ganz genau wissen. Als ob es nicht reichen würde, mich anzusehen. Jeder halbwegs vernünftige Mensch erkennt doch, dass ich ein Mischling bin. Aber der Alte ist eben einer von diesen Menschen, die alles genau wissen wollen. Also hat er mir ein bisschen DNA geklaut und zu irgendwelchen Leuten geschickt, die den ganzen Tag Hundegene anschauen. Mehr als 1.800 genetische Marker haben die untersucht und mit einer Datenbank aus hunderten Rassen verglichen. Das Ergebnis war ziemlich eindeutig: Ich bin 38 Prozent Border Collie, 25 Prozent AmStaff Terrier, 19 Prozent Magyar Vizsla, 13 Prozent Berner Sennenhund, 4 Prozent Spinone Italiano und 1 Prozent Drahthaar Vizsla.

Ich finde, das klingt ziemlich beeindruckend. Fast wie eine schlechte Rockband aus sechs

28.08.2026

Die Welt ist nicht in Ordnung. Aber hier geht’s.

Es gibt Orte, an denen die Welt noch in Ordnung ist. Natürlich ist das gelogen. Die Welt ist ein kaputter Laden. Überall stehen Idioten hinter den Tresen und verkaufen dir Angst, Karriere, Status und irgendeinen anderen Scheiß, den du angeblich brauchst, bevor du endlich zufrieden sein darfst.

Aber hier vor meiner Scheune ist davon gerade nicht viel zu sehen. Zweihundert Jahre alter Bauernhof. Drei Würste auf dem Grill. Eine Flasche Blaufränkisch, die langsam ihrer endgültigen Bestimmung entgegengeht. Ich sitze mit nacktem Oberkörper davor und schwitze trotzdem wie ein alter Hafenarbeiter im Hochsommer. Der Ventilator läuft neben mir und schiebt die heiße Luft von einer Seite zur anderen. Ein ziemlich sinnloses Gerät, aber immerhin einer der wenigen Kollegen, die ich heute noch dulde.

Im Garten zirpen die Zikaden. Sie haben keine Meetings. Keine Quartalszahlen. Keine Kunden, die um 22:17 Uhr noch schnell eine „kleine Sache“ brauchen. Sie zirpen einfach. Und vielleicht haben sie damit mehr vom Leben verstanden als wir.

27.08.2026

Die Sturzflut an der Nepal-Tibet-Grenze: Was geschah – und was sie für Overlander bedeutet


27. August 2026 
Was ist passiert - 
Am Morgen des 26. August 2026, gegen 8:40 Uhr Ortszeit, raste eine gewaltige Sturzflut durch das Lhende-Khola-Tal und weiter entlang des Trishuli-Flusses an der Grenze zwischen Nepal und der Tibetischen Autonomen Region (China). Auslöser war ein geologisches Ereignis in den Bergen oberhalb von Gyirong County auf tibetischer Seite – vermutlich eine Kombination aus Bergsturz und dem Bruch eines natürlich aufgestauten Sees, ähnlich einem Gletschersee-Ausbruch (GLOF). Das Ereignis war so massiv, dass es sogar von Seismometern in den USA und Deutschland registriert wurde.

Die Flutwelle traf die Distrikte Rasuwa und Nuwakot in Nepal mit voller Wucht und wälzte sich weiter Richtung Süden. Mindestens 19 Brücken und rund 40 Kilometer Straße wurden weggerissen.

23.08.2026

Henry – der Hund, der blieb - RIP Henry

Marokko 2016

Vor 10  Jahren habe ich in Marokko Henry kennengelernt. Einen Rhodesian Ridgeback. 60 Kilo groß, kräftig und beeindruckend. Und doch einer der liebsten und aufmerksamsten Hunde, die ich je kennenlernen durfte. 

Henry gehörte Erna und begleitete sie über viele Jahre auf ihren Reisen. Erna nannte ihn damals "Pferdi" Er war ihr Gefährte, ihr Wächter und wahrscheinlich oft auch ihr stiller Schatten. In Marokko hatten wir gemeinsam eine großartige Zeit. Damals hatte ich selbst noch keinen Hund.

16.08.2026

Wie langsam kann der Alte eigentlich fahren?

Eine der Fragen, die mir als Hund seit dem Wechsel auf den MAN G90 durch den Kopf gehen und dem Alten am häufigsten gestellt wird: 

„Wie schaffst du das eigentlich mit der Geschwindigkeit im Lkw? Wie kommst du damit zurecht, so langsam zu fahren?“

Früher war der Kerl offenbar schneller unterwegs. 

Ich habe die alten Geschichten gehört. Land Rover. Defender. Discovery. Jeep. Flotte Kisten, kräftige Motoren und immer schön auf die Tube. 140 150 180. Als hätte er einen Arsch voll Termine und der Teufel würde hinter ihm herfahren. Heute fährt er Lkw. Und plötzlich hat er Zeit. Verdammt viel Zeit.

15.08.2026

Neu auf Offdoor: Comicstrips für die Lesefaulen! 🎨🐕

Manchmal sagen Bilder einfach mehr als 1.000 Worte. Für alle, die nach langen Pistenkilometern keine Lust auf seitenlange Reiseberichte haben, gibt es ab sofort zu meinen Artikeln eine Prise Extra-Humor: Unsere Abenteuer mit Castor und dem Isuzu D-Max und/oder MAN G90 im knackigen Comic-Format!

Künftig erwarten euch vielleicht regelmäßig kleine Strips über das wahre Overlander-Leben – mit allen Pleiten, Pech, Pannen und Wüsten-Highlights. Vielleicht aber auch nicht wenn es mir zu blöd wird. :-)

Schaut vorbei, schmunzelt mit und gebt Bescheid, wie euch die neue Bildsprache gefällt!

Der erste Strip zu unserem Artikel: "Genau 2 Jahre. Über 80.000 Kilometer. 28 Länder und unzählige Begegnungen." in den folgenden ersten Versuchen mit der KI.

09.08.2026

Blut, Schweiß und Wüstensand: Mauretanien ungeschönt - Die Sammlung der Videos meiner letzten Reise gemeinsam mit Castor

Der Sand kümmert sich nicht um deine Träume. Er frisst dich einfach auf. Er setzt sich in die Poren, unter die Fingernägel, zwischen die Zähne und tief in den Schlund deines verdammten Motors. Castor und ich. Zwei Narren auf vier Rädern, getrieben von irgendeinem beschissenen Drang, den Horizont abzusuchen, wo andere längst umgekehrt wären.

Hunderte Kilometer Weichsand. Chinguetti liegt hinter uns wie ein verblasster Kater, Ouadane irgendwo da draußen in diesem kochenden Nichts. Vierzig Liter Sprit versoffen, während der Motor schrie wie ein geschundener Gaul, der nicht verrecken will. Pisten, die vor Jahrzehnten mal eine Idee waren und heute nur noch Staub und Einbildung sind. Der Passo de Soufa hat uns gezeigt, was Orientierungslosigkeit wirklich bedeutet – wenn GPS, Karte und Bauchgefühl gleichzeitig aufs Maul fallen. HIER nun die gesamte Playlist Mauretanien

 

07.08.2026

Was mir ein mauretanisches Zebu über die steirische Jammerkultur beigebracht hat


Ein paar Fliegen tanzen auf meiner Nase, während ich den Kopf aufs kühle Pflaster in unserem Bauernhof drücke. Der Alte sitzt drinnen, tippt in seine Tasten, schüttet steirischen Wein nach und murmelt Flüche über das Thermometer. 

Ich bin Castor – ein wildehemaliges Gesamtkunstwerk, ein bunter Mischmasch aus Border Collie, American Staffordshire Terrier, Vizsla, Deutsch Drahthaar, Berner Sennenhund und gesundem Menschenverstand. Ich habe vier Pfoten, zwei offene Augen und eine Nase, die den ganzen Wahnsinn dieser Welt schon auf drei Meilen Entfernung riecht.

www.vol.at/notschlachtungen-wegen-duerrebedingten-futtermangels
In Österreich stöhnen sie wieder. Die Zeitungsmeldungen schreien es heraus: "Viele Notschlachtungen wegen dürrebedingten Futtermangels". Laut der ARGE Rind rollen derzeit dreimal so viele Schlachtkühe in die Schlachthöfe wie üblich. In normalen Wochen werden sogar bis zu 1.000 Kühe lebend nach Österreich importiert, aber jetzt platzen die Kapazitäten der Schlachthöfe aus allen Nähten. Die Getreideernte liegt 14,4 Prozent unter dem Fünf-Jahres-Schnitt, beim Mais sieht es finster aus, und die Wiesen sind braun. Und was macht der mitteleuropäische Mensch, sobald das Gras etwas gelber wird als auf den Milka-Werbe-plakaten? Panik. Katastrophenfonds. Notschlachtung. Hauptsache, das System gerät nicht ins Schwitzen.

Ich muss leise knurren. Wenn die wüssten.

05.08.2026

Der indische Bienen-Killer mit den gelben Socken

Eine LiveReportage vom Bauernhof in der Oststeiermark 

Es war heute 05. August 2026 drei Uhr nachmittags in der Oststeiermark. Die Sonne brannte wie eine Zigarette, die jemand auf meiner Stirn ausdrückte. Die Hitze der letzten Tage hatte knallharte 38 Grad auf das Thermometer gebrannt – womöglich der Grund, warum die vier Störche auf dem Nachbarhaus schlagartig die Schnauze voll hatten und bereits gen Afrika aufgebrochen waren. Sogar die Schwalben hatten keinen Bock mehr auf Fliegen fangen und saßen schweigend auf den Stromleitungen. 

Ich saß auf einer leeren Bierkiste hinterm Schuppen, beobachtete den Rost am MAN und dachte über den Sinn des Ganzen nach. Über die Dieselpreise, über kalten Kaffee, warmen Welschriesling und darüber, warum die Wespen und Hornissen hier im Sommer immer so verdammt dreist werden.

03.08.2026

Von Marokko bis zur Schweiz: Ein Tisch voller Devisen und die dreckige Wahrheit über Geld

Heute glüht der Asphalt da draußen. 36 Grad in der Steiermark. Die Luft steht wie eine Wand und ich (Castor) liege flach auf den Fliesen. Kein Schritt zu viel, kein Schwanzwedeln ohne triftigen Grund. 

Sogar das Rumpeln meines Magens klingt heute träge. Und was macht der Alte? Sitzt in der Scheune im Schatten, schwitzt sich einen ab und breitet auf dem Spieltisch sein gesammeltes Altmetall aus.

Er nennt es „Schätze sortieren“ oder „Kassensturz für die nächste Tour“. Ich nenne es: Völlig bekloppt bei dieser Hitze aber aus seiner Sicht das was man mit überschaubaren Bewegungen noch machen kann um die Langeweile zu vertreiben. Der MAN ist noch nicht ganz fertig, beim ISUZU ist die Kabine runter zum Verkauf und etwas davon reisefertig zu machen ist bei den Temperaturen der kommenden Tage (zwischen 37-38 Grad) für den Alten zu schweißtreibend.

Seit einer gefühlten Ewigkeit lässt er Münze für Münze auf ein graues Tuch scheppern. Kling, klang. Jedes Mal zucken meine Ohren, aber Leckerlis kommen dabei natürlich nicht herum. Nur dieses metallische Zeug, das nach altem Schweiß, Staub und verbrauchten Grenzübergängen stinkt. Er glotzt auf den Haufen, als wollte er herausfinden, ob wir damit auf der nächsten Reise wenigstens ein paar Kilometer weit kommen.

Ich kann ihm die Antwort auch ohne Brille geben: Vergiß es, Alter.

02.08.2026

Genau 2 Jahre. Über 80.000 Kilometer. 28 Länder und unzählige Begegnungen.

Und die vielleicht wichtigste Erkenntnis: Freiheit beginnt nicht dort, wo Arbeit endet. Freiheit beginnt dort, wo man wieder selbst über seine Zeit entscheidet. Fast auf den Tag genau zwei Jahre. Und kein einziger Tag davon war verschwendet.

Fast auf den Tag genau, in der ersten Augustwoche vor zwei Jahren, habe ich einen Schritt gewagt, vor dem viele zurückschrecken. Nicht, weil er besonders mutig war. Sondern weil er unbequem ist. Ich habe aufgehört, mein Leben nach den Erwartungen anderer auszurichten. Ich wurde Privatier. Bin als Migrant nach Österreich und reise von dort aus. Diese Woche habe ich meine Allerletzte Gewerbesteuer und die letzte Einkommensteuer 2024 in Deutschland überwiesen und die letzte Rechnung meines Steuerberaters gezahlt. Es hat besonders geschmerzt wenn ich sehe, was mit der Masse an Geld die ich in den letzten 25 Jahren an Steuern und Abgaben gezahlt habe, von den letzten reGIERungen gemacht wird. SO WHAT.....

Viele glauben, das sei gleichbedeutend mit Ruhestand. Mit Nichtstun. Mit Golfplatz, Kreuzfahrten und dem täglichen Blick auf die Uhr oder Primeln im Garten setzen. Für mich bedeutet es das Gegenteil.

Ich "arbeite" noch immer. Ich schaufele das Auto aus dem Sand. Ich bin Coach und Trainer, nur nicht mehr für Manager sondern für Castor, meinen Reisebegleiter. Ich schreibe Beiträge für meinen Blog und Management Artikel für das Quantum Business Magazin. Ich halte Vorträge in Mauretanien bei der Mauretanisch-Deutsche Absolventen Initiative (MDI). Ich diskutiere mit Führungskräften und meinem Sohn Marcus über Verantwortung, Entscheidungen und Unternehmenskultur. Aber ich tue all das nur noch dann, wenn ich überzeugt bin, etwas Sinnvolles beitragen zu können. Meist ohne "ENDgeld" während €`s bis vor 2 Jahren meine wichtigste Währung war. Darüber habe ich im Quantum bereits 4 Artikel veröffentlicht.

29.07.2026

Warum ich auf meinen Reisen Militärkleidung und Ausrüstung nutze

Mein Regenanzug der belgischen Armee
Ich habe nie verstanden, warum Menschen tausend Euro für irgendwelche bunten Outdoorjacken ausgeben, die aussehen, als wären sie für einen Spaziergang zwischen Cappuccino und Instagram gemacht worden. Wenn du irgendwo in Lappland im Regen stehst, auf einer Piste in Zentralasien die Achsen knacken hörst oder in Mauretanien im Sandsturm aus dem Auto steigst und dir der Sand aus sämtlichen Körperöffnungen rieselt, dann interessiert es keine Sau, ob dein Zeug gerade die Farbe der Saison hat.

Es muss funktionieren. Immer. Mehr nicht. Deshalb besteht ein Großteil meiner Ausrüstung aus militärischem Zeug. (Artikel enthält Werbelinks zu Herstellern und Amazon)

26.07.2026

Was wir eigentlich machen, wenn wir zu Hause sind

Die Leute glauben immer, wir wären nur unterwegs. Wüste. Schlamm. Russland. Georgien. Irgendwelche Pisten, auf denen selbst die Steine schlechte Laune haben. Sie sehen Bilder vom Auto, Lagerfeuer und Sonnenuntergängen und denken, genau so sieht unser Leben aus.

Blödsinn. Die Wahrheit fängt erst an, wenn wir wieder zu Hause sind.

24.07.2026

Warum Einsamkeit der größte Luxus geworden ist

In den letzten achtzehn Monaten sind wir mehr als 70.000 Kilometer gefahren. 28 Länder. Russland. Georgien. Armenien. Mauretanien. Die Westsahara. Europa. Dreck. Staub. Schnee. Hitze. Grenzen. Kontrollen. Sand, der in jede verdammte Ritze kriecht, in die er nichts verloren hat.

Wir waren mit kleinen Gruppen unterwegs. Vier oder fünf Fahrzeuge. Manchmal zwei Fahrzeuge, zwei Menschen und zwei Hunde. Das war wahrscheinlich die beste Variante. Und dann waren wir sehr oft alleine. Eigentlich die meiste Zeit. Und irgendwann habe ich begriffen, dass genau das der größte Luxus geworden ist.

Nicht das Fahrzeug. Nicht die Freiheit,

21.07.2026

Der Alte friert. Im Juli. - Geht es wieder los?

21 Juli - 21 Grad. Der Alte sitzt beim Grill. Im Hemd. In langen Hosen. Und sieht aus, als würde er gleich eine dicke Jacke anziehen. Ich beobachte ihn. Der Mann ist nicht normal. Es ist Sommer. In München werden von "Grünen" Trotteln Brunnen wegen Wassermangel abgeschaltet aber der Alte friert obwohl er am liebsten in Lappland wäre.

Das ist gut. Denn wenn der Alte friert, beginnt er über das Wegfahren nachzudenken. Und genau das tut er gerade. Mauretanien war eigentlich der Plan. Noch einmal zurück in die Wüste. Länger. Weiter. Dorthin, wo der Sand bis in die letzten Ritzen kriecht und der Alte nach drei Tagen aussieht, als hätte er sich mit einer Straßenbaumaschine geprügelt.