Castor ist nicht MEIN Hund

Die Leute meinen es nett.
„Schöner Hund.“
„Was für ein braver Hund.“
„Wie alt ist dein Hund?“

Mein Hund. Ich hasse dieses Wort. Nicht, weil es falsch ist. Sondern weil es nach Besitz klingt. Nach Eigentum.

Es gibt da etwas, das ich künftig ändern werde. - Mit KI/AI erzeugte Bilder werden bei mir markiert

Viele von euch wissen, dass ich schon seit Jahren mit künstlicher Intelligenz arbeite. Nicht erst, seit jeder zweite plötzlich Experte dafür geworden ist. Für mich ist sie ein Werkzeug. Nicht mehr. Nicht weniger. Privat wie im Business. So wie eine Kamera, ein Objektiv oder ein verdammt guter Schraubenschlüssel.

Ab und zu entstehen dabei Bilder. Manche komplett aus der KI. Manche nur verbessert. Farben, Licht, Kleinigkeiten. Und manchmal sind sie so gut, dass niemand mehr erkennt, wo die Kamera aufhört und die Maschine anfängt.

Genau deshalb werde ich sie künftig kennzeichnen.

Auf dem Bild zu diesem Beitrag seht ihr das Symbol, mit dem ich KI-generierte oder mit KI optimierte Bilder künftig markieren werde. Diese Raute werdet ihr ab sofort auf allen entsprechenden Bildern finden. Seht ihr dieses Symbol, dann wisst ihr: Hier hat die Gemini-KI ihre Finger im Spiel gehabt. Das Bild wurde entweder vollständig mit KI erzeugt oder von ihr optimiert.

Nicht, weil ich mich dafür schäme. Ganz im Gegenteil.

Sondern weil Ehrlichkeit mehr wert ist als jedes perfekte Bild. Ich habe nie etwas davon gehalten, Menschen etwas vorzumachen. Die Straße ist echt. Die Reisen sind echt. Die Geschichten sind echt. Und wenn ein Bild aus einer Maschine kommt, dann darf das auch jeder wissen.

Am Ende zählt ohnehin nicht, wer den Auslöser gedrückt hat. Sondern ob ein Bild etwas erzählt. Und das ist eine Geschichte, die ich euch niemals von einer Maschine schreiben lasse.

432 Euro für ein paar Kilometer – oder: Warum ich in Österreich künftig die Landstraße nehme

Ich bin Castor. Nicht sein Hund. Sein Reisegefährte.

Normalerweise interessiere ich mich mehr für Mäuse im Straßengraben als für Mautsysteme. Aber was ich diesmal erlebt habe, hat selbst mir gereicht.

Der Alte hat einen Lkw nach Österreich gefahren. Alles sauber. An der Grenze eine GO-Box gekauft. Aktiviert. 162 Euro aufgeladen. Laut Mautrechner hätten rund 111 Euro für die Strecke von Passau nach Fürstenfeld gereicht. Also genug Reserve. Dachten wir.

Irgendwann soll das Guthaben plötzlich nicht mehr gereicht haben. Von der Kreditkarte wurde nichts nachgeladen, obwohl genau das an der Verkaufsstelle erklärt worden war. Monate später flatterte dann die Rechnung ins Haus.

270 Euro Ersatzmaut. Zusätzlich.

Warum macht jemand so etwas?

Ben Aicha, Mauretanien
"Du bist doch verrückt." Diesen Satz höre ich öfter. Manchmal mit einem Lächeln. Manchmal mit echtem Unverständnis. Manchmal von Menschen, die seit Jahrzehnten jeden Morgen dieselbe Strecke fahren, acht Stunden in einem Büro sitzen und glauben, das sei der normale Weg zu leben. Manchmal aber auch von Einheimischen in Mauretanien nachdem sie gehört haben wo ich gerade entlang gefahren bin. 

Lappland, 200km nördlich des Polarkreises im Januar

Sie fragen mich: Warum fährt jemand freiwillig bei minus 26 Grad durch Norwegen? Warum stellt man sich in eine weiße Landschaft, in der es keinen Menschen gibt? 

Warum fährt man mit einem Geländewagen tausende Kilometer durch Wüsten, über Schotterpisten und durch Gegenden, in denen selbst Google Maps irgendwann keine Antworten mehr hat?

Warum Armenien? Warum Georgien? Warum die Weite Russlands? Warum die Sahara?

Die Antwort ist schwer zu erklären. Denn es geht nicht wirklich um das Fahren. Es geht nicht um den Geländewagen. Es geht nicht um Kilometer. OK, natürlich auch etwas. Es geht um etwas, das aber immer seltener geworden ist.

Ruhe. Echte Ruhe. 

Der Alte sammelt Ausreden. Ich sammle Geschichten. - Warum es mein Buch bis heute nicht gibt

Vor über einem Jahr hat der Alte seine Leser gefragt, ob aus meinem ganzen Geruchssammeln, dem Dreck an den Pfoten und den Geschichten, die sich zwischen den Reifen festsetzen, irgendwann mal ein Buch werden soll.

Die Antwort war klar. Ja.

Aber nicht über den Alten. Über mich.

Der Alte hält zwar das Lenkrad vom ISUZU oder vom alten MAN G90 fest. Er tankt den Diesel, flucht über die Preise und glaubt manchmal, er wäre der Kapitän dieser rostigen Arche.

Ist er aber nicht. Ich bin der, der die Welt einsammelt.

Überbewerteter Plastikscheiß und graue Abwasserrohre - Die Luftansaugung und das wahre Leben im Staub

In Europa schrauben sie sich diese Plastikrohre an ihre geleckten Karren. Hunderte Euro (ein halbes Jahresgehalt in Mauretanien) für ein Statussymbol, nur um sonntags zur Eisdiele zu jagen und wichtig auszusehen. 

Niemand hupt

Mehrere tausend Kilometer durch Mauretanien. Sand, Hitze, Staub. Eine Landschaft, die dich nicht fragt, wer du bist, sondern nur, ob dein Motor heute noch Lust hat weiterzumachen. Zwischen Wüste und Staubdörfern zieht sich die Straße wie ein schlechter Witz, der trotzdem funktioniert.

Und dann fällt dir etwas auf, das in Europa fast absurd wirkt. Außerhalb der Städte hupt dort niemand. (In der Stadt z.B. Nouakchott hupt dafür JEDER) 

Nicht ein einziges Mal dieses nervöse, aggressive Gehupe, das bei uns schon bei drei Sekunden Verzögerung losgeht.

Der Tag, an dem mein Dachzelt einen Tagessatz verdiente

Heute habe ich mein Dachzelt verkauft.
GFK. Ein paar Scharniere. Eine Matratze. Mehr war es eigentlich nicht. Und doch hing daran ein Stück Leben. Viele Nächte. Regen. Wind. Hitze. Kalte Morgen. Sonnenuntergänge irgendwo im Nirgendwo.

Als der Käufer vom Hof fuhr, blieb das Geld auf dem Tisch liegen.
Ich musste lachen. Nicht, weil es besonders viel Geld war. Sondern weil mir plötzlich auffiel, dass dieser Verkauf ziemlich genau meinem Tagessatz entsprach, den ich früher als Interimmanager in vielen Projekten verdient habe.

Früher hätte ich dafür morgens um fünf den Wecker gestellt. Zum Flughafen gehetzt. Im Anzug

Der lange Weg ins schwere Blech: 15 Jahre, 7 Konzepte und die Suche nach dem Horizont

Einige Rückfragen, Kommentare und Diskussionen zu meinem aktuellen Fahrzeugwechsel hat mich bewogen mehr darüber nachzudenken und mal einen Artikel dazu zu schreiben. 

Es war alles ein einziger, verdammter Versuch, der Realität zu entkommen. 

Man sitzt in einer Bar, starrt in ein halbleeres Glas guten Wein und denkt, wenn man nur das richtige Stück Blech unter dem Hintern hat, lassen einen die Dämonen in Ruhe. 

Also fängt man an zu wechseln. Wie die Frauen früher als ich 20 war, wie die Jobs, wie die sauberen Hemden. In den letzten 15 Jahren habe ich mehr Geländewagen durchgerockt als die meisten Männer in ihrem ganzen erbärmlichen Leben. Ich habe die Karren nicht geschont, ich habe sie nicht für die Vorstadt-Einkaufsmeile oder die Eisdiele gekauft. Ich habe ihnen die Seele aus dem Leib gefahren, bis zum Anschlag, so wie man das mit dem Leben eben machen sollte.

Neue Reisewarnung für die West Sahara schließt nun Esmara (Smara) mit ein.

Das britische, deutsche, österreichische und schweizerische Außenministerium hat kürzlich seine Reisewarnungen für die Westsahara aktualisiert. Mit dieser neuen Aktualisierung wird die Stadt Smara in die rote Zone („Reisen nicht empfohlen“) eingestuft. Dies könnte auch bedeuten, dass normale Reiseversicherungen in diesem Gebiet nicht gültig sind.

Die Formulierungen wurden aufgrund der anhaltenden Spannungen und militärischen Zwischenfälle entlang des Grenzwalls (BERM) kontinuierlich präzisiert und verschärft.

Hier ist der aktuelle Überblick, wie die einzelnen Länder das Risiko bewerten:

Der Tag, an dem mir die Wüste den Zeitbegriff genommen hat


Es war kein besonderer Tag. Zumindest glaube ich das. Vielleicht war es ein Dienstag. Vielleicht ein Samstag. Vielleicht war es auch völlig egal. Ich weiß es nicht mehr. 

Und genau das war der Moment, in dem mir klar wurde, dass die Wüste gewonnen hatte. Heute habe ich mich mit einem guten Freund darüber unterhalten. Über Zeit. Über Uhren. Über Kalender. Darüber, dass wir ständig auf irgendeine Zahl starren. Acht Uhr. Zwölf Uhr. Feierabend. Wochenende. Monatsende. Jahreswechsel. 

Als wären wir Vieh, das pünktlich gefüttert werden muss. In der Wüste interessiert das keine verdammte Düne. Die Sonne geht auf. Die Sonne geht unter. Dazwischen fährst du. Nicht nach Uhr. Nicht nach Kilometer. Nicht nach Fahrzeit. Du fährst einfach. Auf ein Ziel zu. 

🐾 Castor unterwegs – Zwischen Grenzen, Gesetzen und eingeschläferten Hunden in Dänemark

Ich habe gelernt, dass die Welt nicht nur aus Landschaften besteht. Sie besteht aus Regeln, die man nicht riechen kann, aber trotzdem spürt, sobald man eine Grenze überquert.

Ich bin Castor. Und ich reise nicht allein. Ich reise mit einem ISUZU D-Max oder einem alten MAN G90, mit Staub in den Dichtungen und Geschichten in den Reifen.

Mein Mensch nennt es Expedition. Ich nenne es: Leben in Bewegung. Aber nicht jedes Land sieht mich gleich.


🟢 Die offene Zone – wo die Straße einfach Straße bleibt

Es gibt Länder, in denen ich einfach Hund sein darf. Kein Raster, kein Misstrauen im Blick der Grenzer, kein stummes Abtasten meiner Herkunft.

In diesen Ländern zählt

Der Wald hat kein WLAN. Zum Glück.

Ein Tagesgedanke von Castor

Der Alte sitzt vor dem Auto und schaut in die Bäume. Nicht auf ein Display. Nicht auf irgendwelche Nachrichten von Leuten, die ihm erklären wollen, warum die Welt morgen untergeht. Einfach nur in die Bäume, des 25 ha Waldes von dem wir in der Agrargemeinschaft Mitbesitzer sind.

Ich liege daneben und beobachte einen Käfer, der mehr Lebensfreude ausstrahlt als manche Menschen in einer ganzen Woche. Dabei fällt mir etwas auf.

Die gefährlichste Straße der Welt führt nicht durch die Wüste

Von Castor

Die Frage kommt zuverlässig. Nicht immer sofort. Manchmal erst nach dem zweiten Bier. Manchmal an Tankstellen. Manchmal irgendwo auf einem Stellplatz, während jemand in seinen Campingstuhl sinkt und versucht zu verstehen, warum ein Mensch freiwillig nach Mauretanien fährt.

„Sag mal ...“ Dann kommt die Pause. ..... „Ist das nicht gefährlich?“

Gemeint sind immer dieselben Länder.
Westsahara.
Marokko.
Mauretanien.
Russland.
Georgien.
Armenien.

Man spricht diese Namen aus, als lägen dort an jeder Kreuzung bewaffnete Verrückte hinter Sandsäcken. Als würde der Tod dort Schichtdienst machen. Ich liege dann meistens

Wenn der Magen tanzt und die Ohren bluten: Käsekrainer vs. Oberkrainer

Es ist der klassische Albtraum eines jeden Kulturbanausen und hungrigen Festivalgängers. Man steht spätnachts am Wiener Würstelstand, sehnt sich nach fettiger Glückseligkeit und bestellt im Halbschlaf: „Afoch a Eitrige, bittschen.“ Der Würstelbrater blickt einen verständnislos an. Warum? Weil man vor lauter Müdigkeit „Oberkrainer“ statt „Käsekrainer“ gesagt hat.
Plötzlich steht kein fettig-triefendes kulinarisches Meisterwerk vor einem, sondern

Heute wären wir 38 Jahre verheiratet.

Komisch, wie Zahlen auf einmal schwer werden können.

Dabei kennen wir uns seit beinahe 58 Jahren. Ein ganzes Leben. Oder zumindest fast alles, woran ich mich erinnern kann.

Vor zwei Jahren bist du gegangen.
Viel zu früh.
Das sagen die Leute immer.
Aber manche Sätze sind wahr, auch wenn sie oft gesagt werden.

Unser Sohn ist längst erwachsen. Über vierzig. Er lebt sein Leben.

Und ich? Ich gehe weiter. Mit Castor.

48 Jahre später … meine Panzerfahrschule

Es gibt Erlebnisse, die einen ein Leben lang begleiten. Für mich gehört die Ausbildung zum Panzer-fahrer ganz sicher dazu. Noch heute empfinde ich diese Zeit nicht nur als interessant, sondern als ausgesprochen faszinierend.

Vor genau 48 Jahren habe ich auf einem Fahrschulpanzer des Leopard in diesem Gelände und an genau dieser Fahrschule meine Fahrprüfung abgelegt. Als Kommandant und Ausbilder eines Flugabwehr-panzer Gepard musste ich auch in der Lage sein, dieses Monstrum zu fahren. Damals war vieles streng geheim. Fotos und Filmaufnahmen aus der Ausbildung waren praktisch undenkbar. Umso spannender ist es, heute solche Dokumentationen zu sehen und Erinnerungen wieder lebendig werden zu lassen.

Was viele nicht wissen: Ich gehörte damals zu den frühen Lehrgangsteilnehmern, die bereits in den Genuss kamen, einen Simulator intensiv zu nutzen. Als angehender Kommandant des Flugabwehrkanonenpanzers Gepard basierte dieser Simulator auf dem Fahrgestell des Leopard und war für die damalige Zeit eine beeindruckend moderne Ausbildungshilfe. Schon Ende der 1970er Jahre wurden dort Verfahren trainiert, die heute selbstverständlich erscheinen, damals aber nahezu revolutionär waren.

Wenn ich diese Aufnahmen heute sehe, wird mir bewusst, wie außergewöhnlich diese Zeit gewesen ist. Was früher aus Gründen der Geheimhaltung ausschließlich in den Erinnerungen der Beteiligten existierte, ist heute als Zeitdokument für jedermann sichtbar.

Und eines hat sich in all den Jahrzehnten nicht geändert: Die Begeisterung für diese anspruchsvolle Ausbildung und die Faszination für die Technik sind bis heute geblieben.

48 Jahre später schließt sich auf eine gewisse Weise ein Kreis. Was damals streng abgeschirmt war, kann heute dokumentiert und mit anderen geteilt werden – und genau das macht solche Aufnahmen für mich so besonders.

#Leopard #Gepard #Panzerfahrer #Bundeswehr #Militärgeschichte #Zeitgeschichte #Simulator #Panzerausbildung #Erinnerungen #48JahreSpäter

Der Pilgerweg zur Hose

Der Alte hat ein Talent. Nicht für Vernunft. Nicht für Sparsamkeit. Nicht einmal fürs Geradeausfahren. Nein.

Sein Talent besteht darin, jedes Mal, wenn wir an Ljubljana vorbeikommen, plötzlich am Lenkrad zu reißen wie ein Lachs auf Koffein und Richtung Komenda abzubiegen. Dort steht sein persönlicher Wallfahrtsort: UF PRO® https://ufpro.com/de

UF PRO®

Ich hätte es wissen müssen. Der MAN rollte noch nicht richtig auf den Parkplatz, da glänzten seine Augen

Gibt es in Mauretanien Schakale oder sind das Wölfe?

In manchem Offroad Büchlein wird in Mauretanien von Schakalen geredet. Aber es gibt in Mauretanien keine Schakale. 
Denn es sind genetisch gesehen Afrikanische Goldwölfe.
Warum manche sie immer noch „Schakale“ nennen und was der Unterschied ist:
1. Die wissenschaftliche Korrektur:

Die Situation in der Westsahara: Ein politisch korrekter Blick auf die Ursachen, die Lebensbedingungen der Sahrauis und völkerrechtliche Perspektiven

Die Westsahara, ein Gebiet im Nordwesten Afrikas, ist seit Jahrzehnten Schauplatz eines ungelösten Konflikts. Mit einer Fläche von etwa 266.000 km² und einer strategischen Lage an der Atlantikküste ist das Gebiet reich an natürlichen Ressourcen wie Phosphaten, Fischbeständen und potenziellen Öl- und Gasvorkommen. Die geopolitische und wirtschaftliche Bedeutung der Region hat dazu geführt, dass der Konflikt um die Westsahara weit über die Interessen der direkt betroffenen Bevölkerung hinausgeht. Im Zentrum des Konflikts stehen das sahrauische Volk und sein Anspruch auf Selbstbestimmung, der seit der Dekolonialisierung in den 1970er-Jahren ungelöst ist.

Das Leben der Sahrauis

Die Sahrauis, die indigene Bevölkerung der Westsahara, sind seit Jahrzehnten mit prekären Lebensbedingungen konfrontiert, die sich aus der politischen Unsicherheit und der fortdauernden Besatzung ergeben. Etwa 500.000 Sahrauis sind direkt von dem Konflikt betroffen, wobei ihre Lebensrealität stark davon abhängt, ob sie in den von Marokko kontrollierten Gebieten, in den von der Polisario-Front verwalteten Regionen oder in Flüchtlingslagern in Algerien leben.

In den von Marokko kontrollierten Gebieten

In den urbanen Zentren wie El Aaiún, Dakhla und Smara, die unter marokkanischer Verwaltung stehen, leben viele Sahrauis unter schwierigen Bedingungen.

Warum die meisten Reisenden scheitern – lange bevor sie losfahren

Noch ein Thema Reisen - Gestern saß ich wieder in unserer Dorfkneipe. Irgendwann kam die Sprache auf Reisen. Nicht auf Pauschalreisen. Nicht auf zwei Wochen All-inclusive irgendwo am Meer. Sondern auf diese Reisen. Die langen. Die unbequemen. Die, bei denen man nicht genau weiß, wo man nächste Woche steht. Die Reisen, bei denen die Landkarte irgendwann aufhört und das Abenteuer anfängt.

„Das würde ich auch gern machen“, sagte einer. Diesen Satz höre ich seit fünfzehn Jahren. In Österreich. In Deutschland. Eigentlich überall.

Fast immer folgt danach ein Aber. Ein kleines Wort. Vier Buchstaben. Und genau an diesem Aber scheitern die meisten Menschen.

Nicht in der Sahara. Nicht im Pamir. Nicht auf irgendeiner russischen Schlammpiste. Sondern zuhause am Küchentisch. Die meisten Reisen scheitern lange bevor der Motor gestartet wird.

Was sich nach 1000 Nächten draußen verändert

Gerade eben saß ich wieder einmal in unserer Dorfkneipe in der Steiermark. Die gleiche Theke wie seit 2 Jahren, die gleichen Gesichter, die gleichen Geschichten und die gleichen Sorgen. 

Irgendwann kam die Sprache auf meine nächste Reise, denn das ganze Dorf hatte schon den MAN vor der Tür gesehen. Vier, fünf oder sechs Monate sollen es wieder werden. Richtung Süden, wieder über den Wendekreis des Krebses hinaus. Wieder Richtung Mauretanien. Dieses Mal noch tiefer in abgelegene Regionen auch Richtung Mali. 

Weitab jeder Zivilisation in Mauretanien 


Einer der Nachbarn schüttelte den Kopf und nahm einen Schluck Bier. „Das könnte ich nicht“, sagte er. Ein anderer fragte sofort, was denn sei, wenn etwas passiert. Wenn das Auto kaputtgeht. Wenn man krank wird. Wenn man irgendwo feststeckt. Ohne Werkstatt. Ohne ÖAMTC. Ohne Krankenhaus. Ohne irgendeinen Rettungsanker. Ich musste lächeln, weil ich die Fragen gut verstehen konnte. Denn ich höre sie oft von meinem Sohn. Vor fünfzehn Jahren hätte ich wahrscheinlich dieselben gestellt. Damals glaubte ich noch, die Welt sei ein gefährlicher Ort und Sicherheit etwas, das man besitzen könne wie ein Ersatzrad oder eine Versicherungspolice.

Heute, nach weit mehr als tausend Nächten irgendwo draußen zwischen Russland, Armenien, Georgien, der Westsahara und Mauretanien, sehe ich das anders.

Nicht weil die Welt sicherer geworden wäre. Sie ist genauso

„Brot ist kein Projekt! Ein Vierbeiner rechnet mit der deutschen Stulle ab“


Ich lag unter dem Tisch, die Pfoten noch staubig vom letzten Weg, und hab den Geruch von Brot in der Nase gehabt. Brot ist so ein Ding. In Deutschland behandeln sie es wie eine Religion, aber essen es wie eine Pflicht. 

Er hat wieder so ein dunkles Ding aufgeschnitten. Körner oben drauf, innen dicht wie Beton. Sie nennen das Vielfalt. Ich nenne es Arbeit für den Kiefer.

„Castor, das ist gutes Brot“, hat er gesagt. Ich hab ihn angesehen. Gutes Brot braucht keinen Vortrag.

In Deutschland liegt das Brot rum wie Bücher in einer Bibliothek, die keiner liest. Roggen, Dinkel, Vollkorn, Mischbrot, Körnerbrot, Brot mit noch mehr Körnern. Sie schneiden es in perfekte Scheiben, legen Käse drauf, Wurst, irgendwas. Immer irgendwas. Als hätte das Brot alleine Angst vor sich selbst.

Ganz anders war das in Georgien.

Der Eisenerzzug von Mauretanien: Mehr als nur ein Abenteuer auf Schienen

Für viele Reisende ist der mauretanische Eisenerzzug ein Eintrag auf der Bucket List geworden. Ein Selfie auf schwarzem Eisenerz, Staub im Gesicht, Sonnenuntergang über der Sahara. Die sozialen Netzwerke haben aus „Le Train“ eine Art rollende Endzeitkulisse gemacht. Doch wer genauer hinsieht, merkt schnell: Dieser Zug ist kein Freizeitpark für Abenteuerhungrige. Er ist die pulsierende Schlagader eines ganzen Landes.

Seit 1963 zieht der Zug durch die Sahara, von den Minen in Zouérat bis zum Atlantikhafen von Nouadhibou. Über 700 Kilometer durch Stein, Sand und Hitze. Bis zu 220 Waggons lang, mehrere tausend Tonnen schwer. Einer der längsten und schwersten Züge der Welt. ([SWR][1])

Im Video von [National Geographic](https://start.westnet.ca/watch?v=jEo-ykjmHgg&utm_source=chatgpt.com) wirkt der Zug fast wie ein wandernder Kontinent aus Eisen. Aber zwischen all den spektakulären Bildern liegt etwas viel Interessanteres verborgen: das Leben entlang der Strecke.

Die EU betreibt in Mauretanien ein in den letzten Jahren massiv ausgebautes Sicherheitsprogramm


Informationen die in keinem Pistenkuh Büchlein stehen aber Interessant sind. Spätestens seit dem EU-Mauretanien-Abkommen vom März 2024 und dessen fortlaufender Umsetzung fließen hunderte Millionen Euro in das Land.

Dabei geht es der EU vor allem um eine „Vorfeld-Sicherung“ der europäischen Außengrenzen (Externalisierung), um die Migrationsströme auf der Atlantik-Route Richtung Kanarische Inseln einzudämmen und gleichzeitig das Übergreifen von Terrorismus aus der krisengeschüttelten Sahelzone zu verhindern.

Das Programm ruht auf mehreren Säulen und betrifft die mauretanischen Landgrenzen zu Mali und Senegal auf sehr unterschiedliche Weise.

Wie sieht dieses Sicherheitsprogramm aus?

Die EU setzt auf eine Mischung aus militärischer Ausrüstung, polizeilicher Ausbildung, dem Aufbau von Infrastruktur und dem massiven Ausbau von Überwachungstechnik.

GAR-SI Sahel (Groupes d’Action Rapide – Surveillance et Intervention): Dies ist eines der Kernprojekte der EU (finanziert unter anderem aus dem NDICI-Fonds). Hierbei werden mauretanische Gendarmerie-Einheiten nach dem Vorbild der spanischen *Guardia Civil* ausgebildet und hochmobil ausgerüstet. Sie sind speziell dafür da, in abgelegenen Grenzregionen gegen Schleusernetzwerke, Schmuggel und grenzüberschreitende Kriminalität vorzugehen.

Frontex-Kooperation: Die europäische Grenzschutzagentur Frontex verhandelt

Staub, Geist und Opferspeise: Was Pfingsten und das Opferfest im Kern verbindet (wenn man mit Religion nichts am Hut hat)

Wer im Allradfahrzeug die endlosen, kargen Weiten Anatoliens durchquert, reist immer auch ein Stück weit durch die Zeit. Letztes Jahr führte mich mein Weg genau zur Zeit des Opferfestes (Kurban Bayramı) durch das türkische Hinterland. Wenn man die staubigen Straßen abseits der Hauptrouten befahren hat und abends in den kleinen Dörfern mit den Menschen ins Gespräch kommt, beginnt man, die Welt mit anderen Augen zu sehen.

Ich muss dazu sagen: Ich habe weder mit dem Christentum noch mit dem Islam etwas am Hut. Für mich klingen die theologischen Überbauten beider Lager – seien es vom Himmel fallende Flammenzungen oder die Bereitschaft, den eigenen Sohn für eine göttliche Prüfung zu schlachten – gleichermaßen absurd. Aber genau dieser distanzierte Blick schärft das Auge für das Wesentliche. Denn zieht man die religiöse Kulisse ab, merkt man schnell: Beide Feste entspringen exakt demselben menschlichen Hintergrund und erfüllen dieselbe evolutionäre Funktion.

1. Das "Pfingstwunder" Anatoliens: Ein genialer psychologischer Trick

Méharistes in Mauretanien

Beim Lesen dieses SPIEGEL-Artikels über die mauretanischen Méharistes hatte ich sofort dieses alte Ziehen im Bauch, das vermutlich nie ganz verschwindet, wenn man einmal Soldat gewesen ist.

Der Artikel beschreibt eine Einheit der mauretanischen Nationalgarde, die auf Dromedaren entlang der Grenze zu Mali patrouilliert und dort etwas tut, das weit über klassischen Militärdienst hinausgeht. Sie sichern abgelegene Regionen, behandeln Kranke, schlichten Streitigkeiten, sprechen mit Nomaden und halten in Gegenden Präsenz, in denen es sonst kaum noch staatliche Strukturen gibt.
[SPIEGEL-Artikel über die Méharistes in Mauretanien](https://www.spiegel.de/.../keeping-the-peace-on-camelback...)
Während große Teile der Sahelzone im Chaos versinken, gilt Mauretanien seit Jahren

OFFROAD-Schaden: Zahlt die Kasko oder bleibst du drauf sitzen?

Wer mit dem Geländewagen abseits befestigter Straßen unterwegs ist, sucht das Abenteuer. Doch was passiert, wenn im Gelände, auf Reisen oder im Offroad-Park tatsächlich mal etwas schiefgeht? Zahlt die Kfz-Versicherung Schäden, die abseits des Asphalts entstehen?

Alen von Overland Experience hat im Video die Versicherungsbedingungen der zehn größten deutschen Kfz-Versicherer genau unter die Lupe genommen. Hier sind die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst:

1. Geltungsbereich: Wo greift der Schutz?

Zwischen Stahl, Verantwortung und Haltung – ein Blick auf die heutige Bundeswehr aus der Perspektive eines ehemaligen Zeitsoldaten

Zwölf Jahre (1976 - 1988) sind keine Episode. Sie sind ein Gelände, durch das man marschiert, stolpert, lernt – und das einen am Ende formt. Ich habe diese Zeit in der Flugabwehr verbracht, als Ausbilder, Erkundungsoffizier und Leiter der Regiments-Ausbildungs Gruppe für den Flakpanzer Gepard. Ein System aus Stahl,Elektronik und Präzision. Doch so beeindruckend die Technik war – entscheidend war immer der Mensch dahinter.

Die Bundeswehr heute – mehr als ein Bild von außen

Die Bundeswehr wird heute oft aus der Distanz betrachtet. Für viele bleibt

Passe de Soufa - Mauretanien - Herausforderung in Navigation und echtem Offroad

Der Passo Soufa, meist als „Passe de Soufa“ bezeichnet, liegt im südlichen Mauretanien, westlich von Kankossa, in einer Landschaft, die wirkt, als hätte der Wind sie nicht nur geformt, sondern auch immer wieder neu erfunden. Keine klaren Linien, keine festen Versprechen. Alles scheint in der Sahel-Zone in Bewegung, selbst wenn

JUST DESERT Mauretanien

14 Minuten Sand.

Kein Gelaber. Kein Influencer-Gesicht, das dir erklärt, wie „healing“ Dünen bei Sonnenuntergang sind. Keine Drohne, die sich aufführt wie ein betrunkener Adler auf Motivationstraining. Nur Mauretanien. Nur Sand und Wind. Nur diese endlose, gottverlassene

Der Alte hat es wirklich getan.


38 Jahre alt. Ein MAN Ex-Militär-LKW der dänischen Armee. Bergauf ist es etwas zäh, aber die Dänen haben ja keine Berge. Ocker wie langsame Entscheidungen und schwer wie ein Montagmorgen nach drei Flaschen Rotwein. 7,49t.

Das Ding rumpelt, holpert, brüllt bei 80 auf der Autobahn wie ein angeschossener Elch. Und trotzdem

Mauretanien - Schule der Demut - Ankündigung – QUANTUM Magazin, nächste Ausgabe


Was passiert, wenn Management-Logik auf endlose Wüste trifft? Wenn KPI-Denken im Sand versinkt und stattdessen etwas viel Ursprünglicheres auftaucht?

In seinem eindringlichen Beitrag „Mauretanien – Schule der Demut“ nimmt Jürgen W. Schmidt die Leser mit auf eine zweimonatige Reise durch eines der rauesten und zugleich faszinierendsten Länder Afrikas. Was als Expedition beginnt, wird schnell zur schonungslosen Selbstbegegnung: fernab von Konferenzräumen und Strategiepapiere zerbricht die Illusion von Kontrolle – und macht Platz für eine neue, tiefere Form von Führung.

Zwischen den pulsierenden Kontrasten der Hauptstadt und der stillen Weite abgelegener Wüstendörfer entfaltet sich eine zentrale Erkenntnis: Wahre Stärke zeigt sich nicht im Dominieren, sondern im Zuhören, im Respekt und in der Fähigkeit, die eigenen Grenzen anzuerkennen.

Doch dieser Artikel steht nicht isoliert – er ist Teil eines Magazins, das genau für solche Perspektivwechsel gemacht ist. QUANTUM ist kein klassisches Wirtschaftsmagazin, sondern

Mit dem 4x4 Camper auf dem Strand fahren – DAS musst du vorher wissen!

Du fährst runter ans Meer, nicht geschniegelt und gestriegelt wie aus einem Prospekt, sondern eher so, wie das Leben dich eben ausspuckt. Der Camper rollt über Sand, der Motor klingt müde, aber ehrlich. Salz in der Luft, Wind im Gesicht, und plötzlich ist da dieser Moment, in dem alles still wird, obwohl das Meer weiter redet.

Mit dem Camper direkt am Wasser stehen, Tür auf, Blick raus, und die Welt hört kurz auf, dir dauernd ins Wort zu fallen. Nachts schläfst du ein mit diesem ewigen Rauschen, als würde das Meer dir Geschichten zuflüstern, die keiner mehr aufschreibt.

Für viele ist das der große Höhepunkt, das Ding, das sie später

Die letzten 13 Monate. 28 Länder. 55.000 Kilometer Asphalt, Staub, Geröll und diese endlose Linie am Horizont, die nie stillsteht.


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Und mittendrin: ein damals noch fast neues Setup. Ein Isuzu D-Max mit Geocamper-Kabine – kein Showpiece, sondern ein Arbeitstier mit Seele. Vorne Straße, hinten Zuhause. Bett, Küche, Rückzugsort, Beobachtungsposten. In Zentralasien zusätzlich der Offroad-Anhänger, der manchmal Fluch war, oft aber Freiheit bedeutete. Mehr Wasser, mehr Vorräte, mehr Reichweite. Und manchmal eben auch mehr Gewicht im falschen Moment.

Die Route liest sich wie ein sauberer Plan: Österreich, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Türkei, Georgien, Russland, Armenien, Griechenland, Albanien, Montenegro, Bosnien, Kroatien, Slowenien, Deutschland, Frankreich, Niederlande, Belgien, Luxemburg, Dänemark, Schweden, Norwegen, Italien, Monaco, Spanien, Marokko, Westsahara, Mauretanien.

Aber diese Liste verschweigt den eigentlichen Kern. Die improvisierten Umwege. Die falschen Abzweigungen, die sich später als richtig herausstellen. Die Tage, an denen nichts passiert – und genau deshalb alles.

Mauretanien: Méharistes, Wächter der Wüste

Tausende Kilometer Wüste. Temperaturen jenseits der 50 Grad. Kaum Menschen, kaum Wasser – und doch ein Leben, das seit Jahrhunderten funktioniert.

Der Bericht nimmt euch mit in den Süden Mauretaniens, mitten in die Sahelzone. Dorthin, wo Nomaden mit ihren Kamelen durch eine der unwirtlichsten Regionen der Erde ziehen. Wo das Kamel nicht nur Transportmittel ist, sondern Lebensversicherung. Und wo sogenannte Méharisten – Wüstenpatrouillen auf Kamelen – eine außergewöhnliche Mission erfüllen: Sicherheit schaffen, Grenzen überwachen und gleichzeitig den Menschen vor Ort helfen.

Wir begleiten diese Männer im Video durch eine Region nahe der Grenze zu Mali – ein Gebiet, das lange als gefährlich galt und auch heute noch für Ausländer strengstens abgeraten wird. Doch ihre Präsenz bringt Stabilität. Sie verteilen Medikamente, sichern Wasserstellen, helfen Familien und halten gleichzeitig Ausschau nach Bedrohungen.

💧 Besonders eindrücklich: Wasser ist hier wertvoller als Gold. Ganze Dörfer kämpfen ums Überleben, Brunnen trocknen aus. Projekte mit solarbetriebenen Anlagen geben Hoffnung – und zeigen, wie fragil dieses Gleichgewicht ist.

Reifendruck auf felsigem Untergrund – Komfort oder Risiko?

Man hört es immer wieder. Man liest es in Foren, in Facebook-Gruppen, in Gesprächen am Lagerfeuer oder beim Schrauben im Staub: „Wenn’s ins Gelände geht, runter mit dem Luftdruck!“ Besonders auf Sand, das ist unbestritten. Auf weichem Untergrund vergrößert der niedrigere Druck die Aufstandsfläche, verbessert Traktion und reduziert das Risiko, sich einzugraben.

Aber was ist mit felsigem, steinigen scharfkantigem Untergrund?

Ich bin in den letzten Jahren Tausende von Kilometern durch unterschiedlichstes Terrain gefahren – von Geröllfeldern in den Alpen über Felsplatten in Marokko bis hin zu scharfkantigem Lavagestein in Armenien. 

Die braune Wand über dem Strand – Heuschrecken in Mauretanien


Der Himmel war kein Himmel mehr. Er war ein verschobener Schatten, schwer und bräunlich, als hätte jemand die Sonne aus dem Bild gedrückt. Wir standen mit unseren Autos am Strand in Mauretanien, das Meer zur einen Seite, die Wüste zur anderen – ein Moment irgendwo zwischen Ruhe und Leere.

Dann kam die Wolke.

Realität 2.0: Wenn die KI dein digitales Double erschafft

Als ich noch bei Kräften war. [KI]
Noch vor wenigen Jahren war es reine Science-Fiction, heute ist es nur ein paar Klicks entfernt: Die Erstellung von fotorealistischen Bildern, die reale Personen in völlig neuen Szenarien zeigen. Ob das Schärfen alter Urlaubsfotos aus den 80ern oder das Versetzen der eigenen Person in eine Expedition nach Lappland – die Grenze zwischen „echt“ und „generiert“ verschwimmt zusehends.


Warum ich diesen Beitrag schreibe: Ein Blick hinter die digitale Fassade

Mauretanien: Wo der Staub die Fragen frisst und meinen "Alten" Demut lehrt

Zweieinhalb Monate, tausende Kilometer - Die ersten Tage tun immer so, als wären sie wichtig.

Motoren brummen, Karten werden aufgefaltet, der Alte sagt Dinge wie „Route“ und „Plan“, als hätte dieses Land jemals darum gebeten, verstanden zu werden.

Ich sitze auf dem Beifahrersitz, die Nase im Wind, der nach Metall, Staub und etwas riecht, das Menschen nicht benennen können, aber trotzdem immer wieder suchen. 

Erwartung. - Der Alte riecht danach.

Der Eisenerzzug in Mauretanien - Iron Ore Train - KEIN Offroad-Film

Der Eisenerzzug in Mauretanien ist kein gewöhnlicher Zug. Er ist eine rollende Lebensader aus Stahl und Staub, ein endloser Puls, der sich durch die Sahara zieht. Über 2,5 Kilometer lang, bis zu 300 Waggons, beladen mit Erz aus den Minen von Zouérat, unterwegs bis an den Atlantik nach Nouadhibou. Einer der längsten und schwersten Züge der Welt.

Doch Zahlen sind hier nur Kulisse. Bevor man ihn überhaupt sieht, spürt man ihn. Ein dumpfes, tiefes Grollen liegt plötzlich in der Luft. Vier diesel-elektrische Lokomotiven arbeiten sich durch die Wüste, und ihr Rhythmus kriecht durch den Boden, durch die Stille, durch deinen Körper. Es wandert durch deine Beine, setzt sich im Bauch fest, als würde die Erde selbst atmen. Der Zug kündigt sich an wie ein fernes Gewitter, unsichtbar, aber unausweichlich.

Straßen und Pisten in Mauretanien - Zwischen Asphaltfäden und endlosen Sandlinien


Mauretanien ist kein Land, das sich durch Straßen erschließen lässt – eher umgekehrt: Die Straßen kämpfen hier jeden Tag ums Überleben gegen Wind, Sand und schiere Weite. Wer hier unterwegs ist, bewegt sich durch ein Netzwerk, das mehr aus Möglichkeiten als aus Infrastruktur besteht.

Der große Überblick: Wenig Asphalt, viel Nichts

Das Straßennetz Mauretaniens wirkt auf der Karte wie ein paar vorsichtige Bleistiftstriche auf einer riesigen leeren Leinwand. Tatsächlich existieren nur wenige tausend Kilometer befestigter Straßen: 

Asphalt: Offizielle Regierungsangaben und Berichte des Verkehrsministeriums (Stand Ende 2025/Anfang 2026) sprechen inzwischen von über 6.000 bis 6.500 km asphaltierten Straßen. Allein in den letzten fünf Jahren wurden über 3.000 km neu gebaut oder grundlegend saniert. Wichtige Achsen wie die Verbindung von Atar über Choum nach Zouerate sind mittlerweile vollständig asphaltiert

Unbefestigte Straßen (Gravel/Laterit) Diese Kategorie umfasst offiziell instand gehaltene, aber nicht asphaltierte Straßen (oft Schotter oder verdichtete Erde). ca. 1.300 km gem. offiziellen Statistiken für das "primäre und sekundäre" unbefestigte Netz.

Reine Pisten (Tracks/Off-Road) 10.000 bis 12.000 km geschätzt. Davon 5.000 km aus der im nationalen Masterplan erfassten "tertiären Pisten"

In einem Land, das größer ist als Spanien und Deutschland zusammen, bedeutet das: Asphalt ist die Ausnahme, nicht die Regel. Ein gutes Besipiel ist der Tifoujar Pass.  

Asphaltierte Straßen: Die dünnen Lebensadern

Die Schattenseiten des Hardcore Overlanding - Wenn man seiner Karre ALLES abverlangt

Nichts im Leben ist kostenlos auch wenn Vieles umsonst ist. So auch nicht die grandiosen Momente abseits der Zivilisation. Sie kosten Material - Stahl.



Ich erinnere mich nicht an den Moment, in dem es gekippt ist. Vielleicht gab es ihn nie. Vielleicht war das Ganze von Anfang an eine Idee, die nur zu gut genug roch, um sie trotzdem zu verfolgen.

Der Overland-Ritt durch Mauretanien. Klingt nach Freiheit. Nach Horizont. Nach diesem billigen Versprechen, dass irgendwo da draußen alles leichter wird.

Bullshit.

Seit Jahrtausenden ist es wie beim Warten auf den letzten Bus in einer kalten Nacht:

Seit Jahrtausenden ist es wie beim… – nur dass jetzt alle glauben, sie wären der Barkeeper

Ein Kommentar zu meinem eigenen Artikel aus 2023 https://z-e-i-t-e-n-w-e-n-d-e.blogspot.com/2023/11/seit-jahrtausenden-ist-es-wie-beim.html

Seit Jahrtausenden ist es wie beim selben verdammten Spiel. Nur dass heute jeder denkt, er hätte die Regeln erfunden.

Früher saßen die Leute ums Feuer und hatten Angst vor dem, was sie nicht sehen konnten. Heute sitzen sie vor Bildschirmen und haben Angst vor dem, was sie sehen. Großer Fortschritt. Wirklich. Standing Ovations aus der Hölle.

Du redest von Mustern, von Wiederholungen, von dieser großen kosmischen Schleife, als wäre das Universum ein sauber geführtes Buchhaltungssystem.

Ist es nicht.

Es ist eher wie eine Bar um drei Uhr morgens. Der Boden klebt. Die Gespräche wiederholen sich. Und irgendwo kotzt einer in die Ecke und nennt es Erkenntnis.

 

Die Menschen, sagst du, waren schon immer so. Ja.

Castor der Wüstenhund in Mauretanien

Ich bin Castor. 17 Monate alt. Zu viel Energie für Wohnzimmer, zu viel Herz für Leine.

Dann kam die Wüste. Kein Asphalt. Kein “Sitz”. Kein “Bleib”. Nur Sand.
Und ich sag dir was: Sand ist kein Boden. Sand ist ein Versprechen. Er rutscht unter den Pfoten wie ein schlechter Plan, fliegt mir ins Gesicht wie ein verdammter Traum, und ich… ich raste aus. Nicht so halb. Nicht geschniegelt.

Wenn Bergeaktionen zur Gefahr werden – Typische Fehler bei der Offroad-Bergung von Fahrzeugen

Bild mit KI verfälscht - In der Realität war ich bereits zum Sonnenuntergang geborgen.
Offroad fahren ist Freiheit. Staub, Schlamm, Einsamkeit. Doch sobald ein Fahrzeug feststeckt, verwandelt sich diese Freiheit in ein physikalisches Kräftespiel, bei dem Fehler schnell teuer oder sogar tödlich enden können.

Die Bergung eines Geländefahrzeugs ist kein improvisiertes Ziehen an einem Seil, sondern eine hochdynamische Situation mit enormen Kräften. Genau hier passieren die meisten Fehler – und sie wiederholen sich erstaunlich oft.

Aus gegebenem Anlass muss ich mal wieder was dazu schreiben. Einige Blogartikel dazu habe ich aber bereits verfasst. Liest Du HIER: https://offdoor.blogspot.com/search?q=bergung 


1. Die unterschätzte Gewalt der Kräfte

Viele Offroader behandeln Bergeseile und Winden wie robuste Werkzeuge – dabei sind sie gespannte Energiepakete.

Mauretanien **Vorankündigung** Live Vortrag: Overland durch Mauretanien

Es gibt Reisen, die beginnt man mit einem Plan. Und es gibt Reisen, die zerlegen diesen Plan in seine Einzelteile und werfen ihn in den Wüstensand.

Ich lade euch ein, mich auf genau so eine Reise zu begleiten.

Castor - Der Hund, der in seinen 1½ Jahren mehr gesehen hat als andere im ganzen Leben.

Ich bin Castor. Ca. 18 Monate alt. Seit über 13 Monaten unterwegs mit dem Alten.

Über 75.000 Kilometer, mehr als 26 Länder.


Besonders waren Russland, Armenien, Georgien, Westsahara, Marokko und Mauretanien.

Straßen, die enden, bevor du es merkst. Winde, die dich zusammenschlagen. Städte, die nach Rauch und Müll riechen.

Ich fahre nicht. Ich schaue. Ich rieche.


Der Alte denkt, er lenkt alles. Ich weiß es besser. Ich lese die Welt, während er das Lenkrad dreht.

High-Tech am Himmel, Schlammschlacht am Boden: Wenn die Rambla zum Stoppschild wird

Gestern hatte ich den Beitrag über den Todesfall Jenny geschrieben und heute konnte ich Zeuge werden wie schnell eine Rambla zur Falle wird. https://offdoor.blogspot.com/2026/03/wenn-trockene-flusse-plotzlich-erwachen.html

Man fühlt sich also eigentlich ziemlich "gut behütet" – bis die Realität in Form einer Rambla zuschlägt.

Eine Rambla ist im Grunde ein trockenes Flussbett, das die meiste Zeit des Jahres harmlos aussieht. Doch wer die Region Murcia kennt, weiß: Eine Rambla ist ein schlafendes Unwetter-Monster. Wenn es in den Bergen regnet, schießt das Wasser durch diese Kanäle zum Meer.

Heute durften wir das Ergebnis live miterleben. Ein Fahrzeug im Dienste der DGT hatte versucht, eine solche überflutete Passage zu durchqueren. Das Ergebnis? Endstation Schlamm. Motor und Elektrik tot. 

Dank dieses Manövers hieß es für uns: Geduld üben. Mehrere Stunden

Wenn trockene Flüsse plötzlich erwachen - Übernachten in Wadis und die unsichtbare Gefahr von Regen

Aus gegebenem Anlass, weil wir gerade gestern an einem solchen Ort übernachtet haben, an dem 2001 Jenny ums Leben kam. (Aber wir haben an einer erhöhten Stelle geparkt, an die das Wasser bisher noch nie angekommen war.)

Man fährt durch staubige Hügel, folgt einer Piste, die sich langsam zum Meer hinunterzieht. Dann öffnet sich ein breites Tal aus Kies und Sand. Kein Wasser, nur ein paar Sträucher und glatt geschliffene Steine.

Ein perfekter Platz zum Übernachten.

Genau solche Orte ziehen Reisende magisch an. Vanlife, Overlander, Surfer, Fischer. Flache Fläche, windgeschützt, meistens menschenleer.


Im arabischen Raum nennt man solche Täler Wadis. Trockene Flussläufe, die nur zeitweise Wasser führen. In Nordafrika sind sie allgegenwärtig. Aber auch im Süden Europas gehören sie zur Landschaft. Zum Beispiel hier in Andalusien.

Aktuell (2026) wieder eine Mine in der Westsahara explodiert

Eine Nacht, ein Motor, ein Zelt, und weiße Plastikberge und die Verbote.


Gedanken eines reisenden Hundes über Wildcampen, Overlander und die Schattenseiten der Pandemie

Ich heiße Castor. Ich bin ein Hund. Einer dieser Overlanding Pets. Und ich habe gesehen, wie Menschen die Natur betreten.

Früher kam der Wanderer. Mit Staub an den Schuhen und einem kleinen Zelt. Leise. Unauffällig.

Dann kam der Overlander. Ein Fahrzeug, das aussieht wie ein alter Baumstumpf. Staubig. Unaufdringlich. Keine Markise. Keine Lichterketten. Still. So soll es sein.
Und die Nacht war friedlich.

Zurück in Europa – und plötzlich gibt es wieder alles

Die Straße wird besser. Der Asphalt glatter. Die Dörfer ordentlicher. Und irgendwann passiert es ganz nebenbei: Man ist wieder in Europa.

Nach Wochen in Mauretanien und der Westsahara fühlt sich das fast ein wenig unwirklich an. Die Landschaft verändert sich, die Häuser auch. Aber das eigentliche Signal kommt oft erst später.

Es steht meist unscheinbar am Ortsrand. Ein Supermarkt.



Westsahara 2026: Zwischen Freiheit und Sprengsatz

Ein Blogbeitrag für Overlander, die weiter fahren wollen als bis zum  N1 Dakhla Expressway




Die Westsahara sieht harmlos aus. Weite Horizonte. Dünen aus Gold und Weiß. Pisten, die wie Einladungen wirken.

Doch unter dieser Landschaft liegt Geschichte aus Metall.

Das Lehmfort am Yagout-Pass, Westsahara


Während meines Trips durch die Westsahara stieß ich nördlich der Grenze auf einen Ort, der keine Fragen offenlässt. Kein Dorf. Kein Nomadenlager. Sondern ein militärisches Fort. Der Militärstützpunkt am Yagout Pass (oft auch Foum el Yagout genannt) ist ein strategisch hochsensibler Ort im Süden Marokkos. Er liegt in der Region Guelmim-Oued Noun, unmittelbar nördlich der international umstrittenen Grenze zur Westsahara.

Mauretanien erleben - Freiheit, Weite und echtes Abenteuer jenseits aller Mythen


Eisenerzzug. Der längste und schwerste Zug der Welt.


Viele reden von Mauretanien, als wäre es ein Land aus Mythos und Albtraum. Als gäbe es hier nichts zu essen, keinen Diesel, keine Straßen – nur Pisten, Sand und Hitze. Manche sagen, man könne dort nicht alleine reisen. Bullshit. Völliger Bullshit.

Mitten in der Abgeschiedenheit bei traumhafter Stille

Wir, mein Hund Castor und ich. sind gefahren.