Henry – der Hund, der blieb - RIP Henry

Marokko 2016

Vor 10  Jahren habe ich in Marokko Henry kennengelernt. Einen Rhodesian Ridgeback. 60 Kilo groß, kräftig und beeindruckend. Und doch einer der liebsten und aufmerksamsten Hunde, die ich je kennenlernen durfte. 

Henry gehörte Erna und begleitete sie über viele Jahre auf ihren Reisen. Erna nannte ihn damals "Pferdi" Er war ihr Gefährte, ihr Wächter und wahrscheinlich oft auch ihr stiller Schatten. In Marokko hatten wir gemeinsam eine großartige Zeit. Damals hatte ich selbst noch keinen Hund.

Wie langsam kann der Alte eigentlich fahren?

Eine der Fragen, die mir als Hund seit dem Wechsel auf den MAN G90 durch den Kopf gehen und dem Alten am häufigsten gestellt wird: 

„Wie schaffst du das eigentlich mit der Geschwindigkeit im Lkw? Wie kommst du damit zurecht, so langsam zu fahren?“

Früher war der Kerl offenbar schneller unterwegs. 

Ich habe die alten Geschichten gehört. Land Rover. Defender. Discovery. Jeep. Flotte Kisten, kräftige Motoren und immer schön auf die Tube. 140 150 180. Als hätte er einen Arsch voll Termine und der Teufel würde hinter ihm herfahren. Heute fährt er Lkw. Und plötzlich hat er Zeit. Verdammt viel Zeit.

Neu auf Offdoor: Comicstrips für die Lesefaulen! 🎨🐕

Manchmal sagen Bilder einfach mehr als 1.000 Worte. Für alle, die nach langen Pistenkilometern keine Lust auf seitenlange Reiseberichte haben, gibt es ab sofort zu meinen Artikeln eine Prise Extra-Humor: Unsere Abenteuer mit Castor und dem Isuzu D-Max und/oder MAN G90 im knackigen Comic-Format!

Künftig erwarten euch vielleicht regelmäßig kleine Strips über das wahre Overlander-Leben – mit allen Pleiten, Pech, Pannen und Wüsten-Highlights. Vielleicht aber auch nicht wenn es mir zu blöd wird. :-)

Schaut vorbei, schmunzelt mit und gebt Bescheid, wie euch die neue Bildsprache gefällt!

Der erste Strip zu unserem Artikel: "Genau 2 Jahre. Über 80.000 Kilometer. 28 Länder und unzählige Begegnungen." in den folgenden ersten Versuchen mit der KI.

Blut, Schweiß und Wüstensand: Mauretanien ungeschönt - Die Sammlung der Videos meiner letzten Reise gemeinsam mit Castor

Der Sand kümmert sich nicht um deine Träume. Er frisst dich einfach auf. Er setzt sich in die Poren, unter die Fingernägel, zwischen die Zähne und tief in den Schlund deines verdammten Motors. Castor und ich. Zwei Narren auf vier Rädern, getrieben von irgendeinem beschissenen Drang, den Horizont abzusuchen, wo andere längst umgekehrt wären.

Hunderte Kilometer Weichsand. Chinguetti liegt hinter uns wie ein verblasster Kater, Ouadane irgendwo da draußen in diesem kochenden Nichts. Vierzig Liter Sprit versoffen, während der Motor schrie wie ein geschundener Gaul, der nicht verrecken will. Pisten, die vor Jahrzehnten mal eine Idee waren und heute nur noch Staub und Einbildung sind. Der Passo de Soufa hat uns gezeigt, was Orientierungslosigkeit wirklich bedeutet – wenn GPS, Karte und Bauchgefühl gleichzeitig aufs Maul fallen. HIER nun die gesamte Playlist Mauretanien

 

Was mir ein mauretanisches Zebu über die steirische Jammerkultur beigebracht hat


Ein paar Fliegen tanzen auf meiner Nase, während ich den Kopf aufs kühle Pflaster in unserem Bauernhof drücke. Der Alte sitzt drinnen, tippt in seine Tasten, schüttet steirischen Wein nach und murmelt Flüche über das Thermometer. 

Ich bin Castor – ein wildehemaliges Gesamtkunstwerk, ein bunter Mischmasch aus Border Collie, American Staffordshire Terrier, Vizsla, Deutsch Drahthaar, Berner Sennenhund und gesundem Menschenverstand. Ich habe vier Pfoten, zwei offene Augen und eine Nase, die den ganzen Wahnsinn dieser Welt schon auf drei Meilen Entfernung riecht.

www.vol.at/notschlachtungen-wegen-duerrebedingten-futtermangels
In Österreich stöhnen sie wieder. Die Zeitungsmeldungen schreien es heraus: "Viele Notschlachtungen wegen dürrebedingten Futtermangels". Laut der ARGE Rind rollen derzeit dreimal so viele Schlachtkühe in die Schlachthöfe wie üblich. In normalen Wochen werden sogar bis zu 1.000 Kühe lebend nach Österreich importiert, aber jetzt platzen die Kapazitäten der Schlachthöfe aus allen Nähten. Die Getreideernte liegt 14,4 Prozent unter dem Fünf-Jahres-Schnitt, beim Mais sieht es finster aus, und die Wiesen sind braun. Und was macht der mitteleuropäische Mensch, sobald das Gras etwas gelber wird als auf den Milka-Werbe-plakaten? Panik. Katastrophenfonds. Notschlachtung. Hauptsache, das System gerät nicht ins Schwitzen.

Ich muss leise knurren. Wenn die wüssten.

Der indische Bienen-Killer mit den gelben Socken

Eine LiveReportage vom Bauernhof in der Oststeiermark 

Es war heute 05. August 2026 drei Uhr nachmittags in der Oststeiermark. Die Sonne brannte wie eine Zigarette, die jemand auf meiner Stirn ausdrückte. Die Hitze der letzten Tage hatte knallharte 38 Grad auf das Thermometer gebrannt – womöglich der Grund, warum die vier Störche auf dem Nachbarhaus schlagartig die Schnauze voll hatten und bereits gen Afrika aufgebrochen waren. Sogar die Schwalben hatten keinen Bock mehr auf Fliegen fangen und saßen schweigend auf den Stromleitungen

Ich saß auf einer leeren Bierkiste hinterm Schuppen, beobachtete den Rost am MAN und dachte über den Sinn des Ganzen nach. Über die Dieselpreise, über kalten Kaffee, warmen Welschriesling und darüber, warum die Wespen und Hornissen hier im Sommer immer so verdammt dreist werden.

Von Marokko bis zur Schweiz: Ein Tisch voller Devisen und die dreckige Wahrheit über Geld

Heute glüht der Asphalt da draußen. 36 Grad in der Steiermark. Die Luft steht wie eine Wand und ich (Castor) liege flach auf den Fliesen. Kein Schritt zu viel, kein Schwanzwedeln ohne triftigen Grund. 

Sogar das Rumpeln meines Magens klingt heute träge. Und was macht der Alte? Sitzt in der Scheune im Schatten, schwitzt sich einen ab und breitet auf dem Spieltisch sein gesammeltes Altmetall aus.

Er nennt es „Schätze sortieren“ oder „Kassensturz für die nächste Tour“. Ich nenne es: Völlig bekloppt bei dieser Hitze aber aus seiner Sicht das was man mit überschaubaren Bewegungen noch machen kann um die Langeweile zu vertreiben. Der MAN ist noch nicht ganz fertig, beim ISUZU ist die Kabine runter zum Verkauf und etwas davon reisefertig zu machen ist bei den Temperaturen der kommenden Tage (zwischen 37-38 Grad) für den Alten zu schweißtreibend.

Seit einer gefühlten Ewigkeit lässt er Münze für Münze auf ein graues Tuch scheppern. Kling, klang. Jedes Mal zucken meine Ohren, aber Leckerlis kommen dabei natürlich nicht herum. Nur dieses metallische Zeug, das nach altem Schweiß, Staub und verbrauchten Grenzübergängen stinkt. Er glotzt auf den Haufen, als wollte er herausfinden, ob wir damit auf der nächsten Reise wenigstens ein paar Kilometer weit kommen.

Ich kann ihm die Antwort auch ohne Brille geben: Vergiß es, Alter.

Genau 2 Jahre. Über 80.000 Kilometer. 28 Länder und unzählige Begegnungen.

Und die vielleicht wichtigste Erkenntnis: Freiheit beginnt nicht dort, wo Arbeit endet. Freiheit beginnt dort, wo man wieder selbst über seine Zeit entscheidet. Fast auf den Tag genau zwei Jahre. Und kein einziger Tag davon war verschwendet.

Fast auf den Tag genau, in der ersten Augustwoche vor zwei Jahren, habe ich einen Schritt gewagt, vor dem viele zurückschrecken. Nicht, weil er besonders mutig war. Sondern weil er unbequem ist. Ich habe aufgehört, mein Leben nach den Erwartungen anderer auszurichten. Ich wurde Privatier. Bin als Migrant nach Österreich und reise von dort aus. Diese Woche habe ich meine Allerletzte Gewerbesteuer und die letzte Einkommensteuer 2024 in Deutschland überwiesen und die letzte Rechnung meines Steuerberaters gezahlt. Es hat besonders geschmerzt wenn ich sehe, was mit der Masse an Geld die ich in den letzten 25 Jahren an Steuern und Abgaben gezahlt habe, von den letzten reGIERungen gemacht wird. SO WHAT.....

Viele glauben, das sei gleichbedeutend mit Ruhestand. Mit Nichtstun. Mit Golfplatz, Kreuzfahrten und dem täglichen Blick auf die Uhr oder Primeln im Garten setzen. Für mich bedeutet es das Gegenteil.

Ich "arbeite" noch immer. Ich schaufele das Auto aus dem Sand. Ich bin Coach und Trainer, nur nicht mehr für Manager sondern für Castor, meinen Reisebegleiter. Ich schreibe Beiträge für meinen Blog und Management Artikel für das Quantum Business Magazin. Ich halte Vorträge in Mauretanien bei der Mauretanisch-Deutsche Absolventen Initiative (MDI). Ich diskutiere mit Führungskräften und meinem Sohn Marcus über Verantwortung, Entscheidungen und Unternehmenskultur. Aber ich tue all das nur noch dann, wenn ich überzeugt bin, etwas Sinnvolles beitragen zu können. Meist ohne "ENDgeld" während €`s bis vor 2 Jahren meine wichtigste Währung war. Darüber habe ich im Quantum bereits 4 Artikel veröffentlicht.

Warum ich auf meinen Reisen Militärkleidung und Ausrüstung nutze

Mein Regenanzug der belgischen Armee
Ich habe nie verstanden, warum Menschen tausend Euro für irgendwelche bunten Outdoorjacken ausgeben, die aussehen, als wären sie für einen Spaziergang zwischen Cappuccino und Instagram gemacht worden. Wenn du irgendwo in Lappland im Regen stehst, auf einer Piste in Zentralasien die Achsen knacken hörst oder in Mauretanien im Sandsturm aus dem Auto steigst und dir der Sand aus sämtlichen Körperöffnungen rieselt, dann interessiert es keine Sau, ob dein Zeug gerade die Farbe der Saison hat.

Es muss funktionieren. Immer. Mehr nicht. Deshalb besteht ein Großteil meiner Ausrüstung aus militärischem Zeug. (Artikel enthält Werbelinks zu Herstellern und Amazon)

Was wir eigentlich machen, wenn wir zu Hause sind

Die Leute glauben immer, wir wären nur unterwegs. Wüste. Schlamm. Russland. Georgien. Irgendwelche Pisten, auf denen selbst die Steine schlechte Laune haben. Sie sehen Bilder vom Auto, Lagerfeuer und Sonnenuntergängen und denken, genau so sieht unser Leben aus.

Blödsinn. Die Wahrheit fängt erst an, wenn wir wieder zu Hause sind.

Warum Einsamkeit der größte Luxus geworden ist

In den letzten achtzehn Monaten sind wir mehr als 70.000 Kilometer gefahren. 28 Länder. Russland. Georgien. Armenien. Mauretanien. Die Westsahara. Europa. Dreck. Staub. Schnee. Hitze. Grenzen. Kontrollen. Sand, der in jede verdammte Ritze kriecht, in die er nichts verloren hat.

Wir waren mit kleinen Gruppen unterwegs. Vier oder fünf Fahrzeuge. Manchmal zwei Fahrzeuge, zwei Menschen und zwei Hunde. Das war wahrscheinlich die beste Variante. Und dann waren wir sehr oft alleine. Eigentlich die meiste Zeit. Und irgendwann habe ich begriffen, dass genau das der größte Luxus geworden ist.

Nicht das Fahrzeug. Nicht die Freiheit,

Der Alte friert. Im Juli. - Geht es wieder los?

21 Juli - 21 Grad. Der Alte sitzt beim Grill. Im Hemd. In langen Hosen. Und sieht aus, als würde er gleich eine dicke Jacke anziehen. Ich beobachte ihn. Der Mann ist nicht normal. Es ist Sommer. In München werden von "Grünen" Trotteln Brunnen wegen Wassermangel abgeschaltet aber der Alte friert obwohl er am liebsten in Lappland wäre.

Das ist gut. Denn wenn der Alte friert, beginnt er über das Wegfahren nachzudenken. Und genau das tut er gerade. Mauretanien war eigentlich der Plan. Noch einmal zurück in die Wüste. Länger. Weiter. Dorthin, wo der Sand bis in die letzten Ritzen kriecht und der Alte nach drei Tagen aussieht, als hätte er sich mit einer Straßenbaumaschine geprügelt.

Das Ende der günstigen Kommunikation auf Weltreise: Starlink streicht beliebte Roaming-Tarife


Wer mit dem Wohnmobil oder dem Expeditionsmobil die Welt erkundet und dabei auf stabiles Satelliten-Internet setzt, muss jetzt tief in die Tasche greifen. SpaceX zieht die Zügel bei seinen Roaming-Bedingungen drastisch an: Ab Mitte August 2026 greift eine fundamentale Tarifreform, die das Budget von Langzeitreisenden und digitalen Nomaden massiv belasten wird.

Die bisherigen, extrem beliebten Tarife „Reise 50“ (bzw. Reise 100 GB) ab 40 € und „Reise Unlimited“ für rund 89 € bis 95 € im Monat fallen für den weltweiten Langzeiteinsatz weg oder werden stark beschnitten. Wer sich länger als 1 Monat außerhalb des europäischen Heimatkontinents aufhält, wird zu einem drastischen Upgrade gezwungen: Der Wechsel in den „Global Priority“-Tarif für stolze 250 € im Monat wird zur Pflicht wenn Du nicht in Dein "Heimatland" (in unserem Falle Europa) zurück kehrst.

Das 1-Monats-Limit: Europa als Grenze

Schwergewicht-Bergematerial von Militär und Feuerwehr

Warum ich meinen 7,5 Tonner künftig mit britischen Militär-Sandmatten und pneumatischer Hubkraft rette

Wer mit einem ausgewachsenen Expeditions-Lkw abseits befestigter Straßen reist, lernt schnell Demut vor dem Gewicht des eigenen Fahrzeugs. Mit rund 7,5 Tonnen Gesamtgewicht ist man auf weichem Untergrund kein schwebender Federball mehr, sondern eine gewaltige Kraft, die sich bei Fahrfehlern oder tückischem Terrain unbarmherzig tief eingräbt. Die Standard-Ausrüstung bestehend aus robusten Bergegurten, einem kinetischen Bergegurt, hochfesten Schäkeln, einer starken Seilwinde und klassischen Kunststoff-Sandboards gehört natürlich zum Pflichtprogramm. Letzteres werden wohl nur zur Einmalnutzung dienen, denn ab einer gewissen Gewichtsklasse geraten diese „üblichen Verdächtigen“ an ihre physikalischen Grenzen.

Um für extreme Solo-Szenarien optimal gewappnet zu sein, habe ich mein Bergebesteck gezielt um zwei hochgradig spezialisierte, im zivilen Bereich fast gänzlich unbekannte Werkzeuge erweitert. Sie decken genau die Lücken ab, die starre Boards und reine Zugkraft offenlassen: Die extrem robuste „Robusta“-Sandmatte der britischen Armee und das unbarmherzig kraftvolle Vetter Hebekissen Typ 1/13 mit 13 Tonnen Hubleistung.

Castor ist nicht MEIN Hund

Die Leute meinen es nett.
„Schöner Hund.“
„Was für ein braver Hund.“
„Wie alt ist dein Hund?“

Mein Hund. Ich hasse dieses Wort. Nicht, weil es falsch ist. Sondern weil es nach Besitz klingt. Nach Eigentum.

Es gibt da etwas, das ich künftig ändern werde. - Mit KI/AI erzeugte Bilder werden bei mir markiert

Viele von euch wissen, dass ich schon seit Jahren mit künstlicher Intelligenz arbeite. Nicht erst, seit jeder zweite plötzlich Experte dafür geworden ist. Für mich ist sie ein Werkzeug. Nicht mehr. Nicht weniger. Privat wie im Business. So wie eine Kamera, ein Objektiv oder ein verdammt guter Schraubenschlüssel.

Ab und zu entstehen dabei Bilder. Manche komplett aus der KI. Manche nur verbessert. Farben, Licht, Kleinigkeiten. Und manchmal sind sie so gut, dass niemand mehr erkennt, wo die Kamera aufhört und die Maschine anfängt.

Genau deshalb werde ich sie künftig kennzeichnen.

Auf dem Bild zu diesem Beitrag seht ihr das Symbol, mit dem ich KI-generierte oder mit KI optimierte Bilder künftig markieren werde. Diese Raute werdet ihr ab sofort auf allen entsprechenden Bildern finden. Seht ihr dieses Symbol, dann wisst ihr: Hier hat die Gemini-KI ihre Finger im Spiel gehabt. Das Bild wurde entweder vollständig mit KI erzeugt oder von ihr optimiert.

Nicht, weil ich mich dafür schäme. Ganz im Gegenteil.

Sondern weil Ehrlichkeit mehr wert ist als jedes perfekte Bild. Ich habe nie etwas davon gehalten, Menschen etwas vorzumachen. Die Straße ist echt. Die Reisen sind echt. Die Geschichten sind echt. Und wenn ein Bild aus einer Maschine kommt, dann darf das auch jeder wissen.

Am Ende zählt ohnehin nicht, wer den Auslöser gedrückt hat. Sondern ob ein Bild etwas erzählt. Und das ist eine Geschichte, die ich euch niemals von einer Maschine schreiben lasse.

432 Euro für ein paar Kilometer – oder: Warum ich in Österreich künftig die Landstraße nehme

Ich bin Castor. Nicht sein Hund. Sein Reisegefährte.

Normalerweise interessiere ich mich mehr für Mäuse im Straßengraben als für Mautsysteme. Aber was ich diesmal erlebt habe, hat selbst mir gereicht.

Der Alte hat einen Lkw nach Österreich gefahren. Alles sauber. An der Grenze eine GO-Box gekauft. Aktiviert. 162 Euro aufgeladen. Laut Mautrechner hätten rund 111 Euro für die Strecke von Passau nach Fürstenfeld gereicht. Also genug Reserve. Dachten wir.

Irgendwann soll das Guthaben plötzlich nicht mehr gereicht haben. Von der Kreditkarte wurde nichts nachgeladen, obwohl genau das an der Verkaufsstelle erklärt worden war. Monate später flatterte dann die Rechnung ins Haus.

270 Euro Ersatzmaut. Zusätzlich.

Warum macht jemand so etwas?

Ben Aicha, Mauretanien
"Du bist doch verrückt." Diesen Satz höre ich öfter. Manchmal mit einem Lächeln. Manchmal mit echtem Unverständnis. Manchmal von Menschen, die seit Jahrzehnten jeden Morgen dieselbe Strecke fahren, acht Stunden in einem Büro sitzen und glauben, das sei der normale Weg zu leben. Manchmal aber auch von Einheimischen in Mauretanien nachdem sie gehört haben wo ich gerade entlang gefahren bin. 

Lappland, 200km nördlich des Polarkreises im Januar

Sie fragen mich: Warum fährt jemand freiwillig bei minus 26 Grad durch Norwegen? Warum stellt man sich in eine weiße Landschaft, in der es keinen Menschen gibt? 

Warum fährt man mit einem Geländewagen tausende Kilometer durch Wüsten, über Schotterpisten und durch Gegenden, in denen selbst Google Maps irgendwann keine Antworten mehr hat?

Warum Armenien? Warum Georgien? Warum die Weite Russlands? Warum die Sahara?

Die Antwort ist schwer zu erklären. Denn es geht nicht wirklich um das Fahren. Es geht nicht um den Geländewagen. Es geht nicht um Kilometer. OK, natürlich auch etwas. Es geht um etwas, das aber immer seltener geworden ist.

Ruhe. Echte Ruhe. 

Der Alte sammelt Ausreden. Ich sammle Geschichten. - Warum es mein Buch bis heute nicht gibt

Vor über einem Jahr hat der Alte seine Leser gefragt, ob aus meinem ganzen Geruchssammeln, dem Dreck an den Pfoten und den Geschichten, die sich zwischen den Reifen festsetzen, irgendwann mal ein Buch werden soll.

Die Antwort war klar. Ja.

Aber nicht über den Alten. Über mich.

Der Alte hält zwar das Lenkrad vom ISUZU oder vom alten MAN G90 fest. Er tankt den Diesel, flucht über die Preise und glaubt manchmal, er wäre der Kapitän dieser rostigen Arche.

Ist er aber nicht. Ich bin der, der die Welt einsammelt.

Überbewerteter Plastikscheiß und graue Abwasserrohre - Die Luftansaugung und das wahre Leben im Staub

In Europa schrauben sie sich diese Plastikrohre an ihre geleckten Karren. Hunderte Euro (ein halbes Jahresgehalt in Mauretanien) für ein Statussymbol, nur um sonntags zur Eisdiele zu jagen und wichtig auszusehen. 

Niemand hupt

Mehrere tausend Kilometer durch Mauretanien. Sand, Hitze, Staub. Eine Landschaft, die dich nicht fragt, wer du bist, sondern nur, ob dein Motor heute noch Lust hat weiterzumachen. Zwischen Wüste und Staubdörfern zieht sich die Straße wie ein schlechter Witz, der trotzdem funktioniert.

Und dann fällt dir etwas auf, das in Europa fast absurd wirkt. Außerhalb der Städte hupt dort niemand. (In der Stadt z.B. Nouakchott hupt dafür JEDER) 

Nicht ein einziges Mal dieses nervöse, aggressive Gehupe, das bei uns schon bei drei Sekunden Verzögerung losgeht.

Der Tag, an dem mein Dachzelt einen Tagessatz verdiente

Heute habe ich mein Dachzelt verkauft.
GFK. Ein paar Scharniere. Eine Matratze. Mehr war es eigentlich nicht. Und doch hing daran ein Stück Leben. Viele Nächte. Regen. Wind. Hitze. Kalte Morgen. Sonnenuntergänge irgendwo im Nirgendwo.

Als der Käufer vom Hof fuhr, blieb das Geld auf dem Tisch liegen.
Ich musste lachen. Nicht, weil es besonders viel Geld war. Sondern weil mir plötzlich auffiel, dass dieser Verkauf ziemlich genau meinem Tagessatz entsprach, den ich früher als Interimmanager in vielen Projekten verdient habe.

Früher hätte ich dafür morgens um fünf den Wecker gestellt. Zum Flughafen gehetzt. Im Anzug

Der lange Weg ins schwere Blech: 15 Jahre, 7 Konzepte und die Suche nach dem Horizont

Einige Rückfragen, Kommentare und Diskussionen zu meinem aktuellen Fahrzeugwechsel hat mich bewogen mehr darüber nachzudenken und mal einen Artikel dazu zu schreiben. 

Es war alles ein einziger, verdammter Versuch, der Realität zu entkommen. 

Man sitzt in einer Bar, starrt in ein halbleeres Glas guten Wein und denkt, wenn man nur das richtige Stück Blech unter dem Hintern hat, lassen einen die Dämonen in Ruhe. 

Also fängt man an zu wechseln. Wie die Frauen früher als ich 20 war, wie die Jobs, wie die sauberen Hemden. In den letzten 15 Jahren habe ich mehr Geländewagen durchgerockt als die meisten Männer in ihrem ganzen erbärmlichen Leben. Ich habe die Karren nicht geschont, ich habe sie nicht für die Vorstadt-Einkaufsmeile oder die Eisdiele gekauft. Ich habe ihnen die Seele aus dem Leib gefahren, bis zum Anschlag, so wie man das mit dem Leben eben machen sollte.

Neue Reisewarnung für die West Sahara schließt nun Esmara (Smara) mit ein.

Das britische, deutsche, österreichische und schweizerische Außenministerium hat kürzlich seine Reisewarnungen für die Westsahara aktualisiert. Mit dieser neuen Aktualisierung wird die Stadt Smara in die rote Zone („Reisen nicht empfohlen“) eingestuft. Dies könnte auch bedeuten, dass normale Reiseversicherungen in diesem Gebiet nicht gültig sind.

Die Formulierungen wurden aufgrund der anhaltenden Spannungen und militärischen Zwischenfälle entlang des Grenzwalls (BERM) kontinuierlich präzisiert und verschärft.

Hier ist der aktuelle Überblick, wie die einzelnen Länder das Risiko bewerten:

Der Tag, an dem mir die Wüste den Zeitbegriff genommen hat


Es war kein besonderer Tag. Zumindest glaube ich das. Vielleicht war es ein Dienstag. Vielleicht ein Samstag. Vielleicht war es auch völlig egal. Ich weiß es nicht mehr. 

Und genau das war der Moment, in dem mir klar wurde, dass die Wüste gewonnen hatte. Heute habe ich mich mit einem guten Freund darüber unterhalten. Über Zeit. Über Uhren. Über Kalender. Darüber, dass wir ständig auf irgendeine Zahl starren. Acht Uhr. Zwölf Uhr. Feierabend. Wochenende. Monatsende. Jahreswechsel. 

Als wären wir Vieh, das pünktlich gefüttert werden muss. In der Wüste interessiert das keine verdammte Düne. Die Sonne geht auf. Die Sonne geht unter. Dazwischen fährst du. Nicht nach Uhr. Nicht nach Kilometer. Nicht nach Fahrzeit. Du fährst einfach. Auf ein Ziel zu. 

🐾 Castor unterwegs – Zwischen Grenzen, Gesetzen und eingeschläferten Hunden in Dänemark

Ich habe gelernt, dass die Welt nicht nur aus Landschaften besteht. Sie besteht aus Regeln, die man nicht riechen kann, aber trotzdem spürt, sobald man eine Grenze überquert.

Ich bin Castor. Und ich reise nicht allein. Ich reise mit einem ISUZU D-Max oder einem alten MAN G90, mit Staub in den Dichtungen und Geschichten in den Reifen.

Mein Mensch nennt es Expedition. Ich nenne es: Leben in Bewegung. Aber nicht jedes Land sieht mich gleich.


🟢 Die offene Zone – wo die Straße einfach Straße bleibt

Es gibt Länder, in denen ich einfach Hund sein darf. Kein Raster, kein Misstrauen im Blick der Grenzer, kein stummes Abtasten meiner Herkunft.

In diesen Ländern zählt

Der Wald hat kein WLAN. Zum Glück.

Ein Tagesgedanke von Castor

Der Alte sitzt vor dem Auto und schaut in die Bäume. Nicht auf ein Display. Nicht auf irgendwelche Nachrichten von Leuten, die ihm erklären wollen, warum die Welt morgen untergeht. Einfach nur in die Bäume, des 25 ha Waldes von dem wir in der Agrargemeinschaft Mitbesitzer sind.

Ich liege daneben und beobachte einen Käfer, der mehr Lebensfreude ausstrahlt als manche Menschen in einer ganzen Woche. Dabei fällt mir etwas auf.

Die gefährlichste Straße der Welt führt nicht durch die Wüste

Von Castor

Die Frage kommt zuverlässig. Nicht immer sofort. Manchmal erst nach dem zweiten Bier. Manchmal an Tankstellen. Manchmal irgendwo auf einem Stellplatz, während jemand in seinen Campingstuhl sinkt und versucht zu verstehen, warum ein Mensch freiwillig nach Mauretanien fährt.

„Sag mal ...“ Dann kommt die Pause. ..... „Ist das nicht gefährlich?“

Gemeint sind immer dieselben Länder.
Westsahara.
Marokko.
Mauretanien.
Russland.
Georgien.
Armenien.

Man spricht diese Namen aus, als lägen dort an jeder Kreuzung bewaffnete Verrückte hinter Sandsäcken. Als würde der Tod dort Schichtdienst machen. Ich liege dann meistens

Wenn der Magen tanzt und die Ohren bluten: Käsekrainer vs. Oberkrainer

Es ist der klassische Albtraum eines jeden Kulturbanausen und hungrigen Festivalgängers. Man steht spätnachts am Wiener Würstelstand, sehnt sich nach fettiger Glückseligkeit und bestellt im Halbschlaf: „Afoch a Eitrige, bittschen.“ Der Würstelbrater blickt einen verständnislos an. Warum? Weil man vor lauter Müdigkeit „Oberkrainer“ statt „Käsekrainer“ gesagt hat.
Plötzlich steht kein fettig-triefendes kulinarisches Meisterwerk vor einem, sondern

Heute wären wir 38 Jahre verheiratet.

Komisch, wie Zahlen auf einmal schwer werden können.

Dabei kennen wir uns seit beinahe 58 Jahren. Ein ganzes Leben. Oder zumindest fast alles, woran ich mich erinnern kann.

Vor zwei Jahren bist du gegangen.
Viel zu früh.
Das sagen die Leute immer.
Aber manche Sätze sind wahr, auch wenn sie oft gesagt werden.

Unser Sohn ist längst erwachsen. Über vierzig. Er lebt sein Leben.

Und ich? Ich gehe weiter. Mit Castor.

48 Jahre später … meine Panzerfahrschule

Es gibt Erlebnisse, die einen ein Leben lang begleiten. Für mich gehört die Ausbildung zum Panzer-fahrer ganz sicher dazu. Noch heute empfinde ich diese Zeit nicht nur als interessant, sondern als ausgesprochen faszinierend.

Vor genau 48 Jahren habe ich auf einem Fahrschulpanzer des Leopard in diesem Gelände und an genau dieser Fahrschule meine Fahrprüfung abgelegt. Als Kommandant und Ausbilder eines Flugabwehr-panzer Gepard musste ich auch in der Lage sein, dieses Monstrum zu fahren. Damals war vieles streng geheim. Fotos und Filmaufnahmen aus der Ausbildung waren praktisch undenkbar. Umso spannender ist es, heute solche Dokumentationen zu sehen und Erinnerungen wieder lebendig werden zu lassen.

Was viele nicht wissen: Ich gehörte damals zu den frühen Lehrgangsteilnehmern, die bereits in den Genuss kamen, einen Simulator intensiv zu nutzen. Als angehender Kommandant des Flugabwehrkanonenpanzers Gepard basierte dieser Simulator auf dem Fahrgestell des Leopard und war für die damalige Zeit eine beeindruckend moderne Ausbildungshilfe. Schon Ende der 1970er Jahre wurden dort Verfahren trainiert, die heute selbstverständlich erscheinen, damals aber nahezu revolutionär waren.

Wenn ich diese Aufnahmen heute sehe, wird mir bewusst, wie außergewöhnlich diese Zeit gewesen ist. Was früher aus Gründen der Geheimhaltung ausschließlich in den Erinnerungen der Beteiligten existierte, ist heute als Zeitdokument für jedermann sichtbar.

Und eines hat sich in all den Jahrzehnten nicht geändert: Die Begeisterung für diese anspruchsvolle Ausbildung und die Faszination für die Technik sind bis heute geblieben.

48 Jahre später schließt sich auf eine gewisse Weise ein Kreis. Was damals streng abgeschirmt war, kann heute dokumentiert und mit anderen geteilt werden – und genau das macht solche Aufnahmen für mich so besonders.

#Leopard #Gepard #Panzerfahrer #Bundeswehr #Militärgeschichte #Zeitgeschichte #Simulator #Panzerausbildung #Erinnerungen #48JahreSpäter

Der Pilgerweg zur Hose

Der Alte hat ein Talent. Nicht für Vernunft. Nicht für Sparsamkeit. Nicht einmal fürs Geradeausfahren. Nein.

Sein Talent besteht darin, jedes Mal, wenn wir an Ljubljana vorbeikommen, plötzlich am Lenkrad zu reißen wie ein Lachs auf Koffein und Richtung Komenda abzubiegen. Dort steht sein persönlicher Wallfahrtsort: UF PRO® https://ufpro.com/de

UF PRO®

Ich hätte es wissen müssen. Der MAN rollte noch nicht richtig auf den Parkplatz, da glänzten seine Augen

Gibt es in Mauretanien Schakale oder sind das Wölfe?

In manchem Offroad Büchlein wird in Mauretanien von Schakalen geredet. Aber es gibt in Mauretanien keine Schakale. 
Denn es sind genetisch gesehen Afrikanische Goldwölfe.
Warum manche sie immer noch „Schakale“ nennen und was der Unterschied ist:
1. Die wissenschaftliche Korrektur:

Die Situation in der Westsahara: Ein politisch korrekter Blick auf die Ursachen, die Lebensbedingungen der Sahrauis und völkerrechtliche Perspektiven

Die Westsahara, ein Gebiet im Nordwesten Afrikas, ist seit Jahrzehnten Schauplatz eines ungelösten Konflikts. Mit einer Fläche von etwa 266.000 km² und einer strategischen Lage an der Atlantikküste ist das Gebiet reich an natürlichen Ressourcen wie Phosphaten, Fischbeständen und potenziellen Öl- und Gasvorkommen. Die geopolitische und wirtschaftliche Bedeutung der Region hat dazu geführt, dass der Konflikt um die Westsahara weit über die Interessen der direkt betroffenen Bevölkerung hinausgeht. Im Zentrum des Konflikts stehen das sahrauische Volk und sein Anspruch auf Selbstbestimmung, der seit der Dekolonialisierung in den 1970er-Jahren ungelöst ist.

Das Leben der Sahrauis

Die Sahrauis, die indigene Bevölkerung der Westsahara, sind seit Jahrzehnten mit prekären Lebensbedingungen konfrontiert, die sich aus der politischen Unsicherheit und der fortdauernden Besatzung ergeben. Etwa 500.000 Sahrauis sind direkt von dem Konflikt betroffen, wobei ihre Lebensrealität stark davon abhängt, ob sie in den von Marokko kontrollierten Gebieten, in den von der Polisario-Front verwalteten Regionen oder in Flüchtlingslagern in Algerien leben.

In den von Marokko kontrollierten Gebieten

In den urbanen Zentren wie El Aaiún, Dakhla und Smara, die unter marokkanischer Verwaltung stehen, leben viele Sahrauis unter schwierigen Bedingungen.

Warum die meisten Reisenden scheitern – lange bevor sie losfahren

Noch ein Thema Reisen - Gestern saß ich wieder in unserer Dorfkneipe. Irgendwann kam die Sprache auf Reisen. Nicht auf Pauschalreisen. Nicht auf zwei Wochen All-inclusive irgendwo am Meer. Sondern auf diese Reisen. Die langen. Die unbequemen. Die, bei denen man nicht genau weiß, wo man nächste Woche steht. Die Reisen, bei denen die Landkarte irgendwann aufhört und das Abenteuer anfängt.

„Das würde ich auch gern machen“, sagte einer. Diesen Satz höre ich seit fünfzehn Jahren. In Österreich. In Deutschland. Eigentlich überall.

Fast immer folgt danach ein Aber. Ein kleines Wort. Vier Buchstaben. Und genau an diesem Aber scheitern die meisten Menschen.

Nicht in der Sahara. Nicht im Pamir. Nicht auf irgendeiner russischen Schlammpiste. Sondern zuhause am Küchentisch. Die meisten Reisen scheitern lange bevor der Motor gestartet wird.

Was sich nach 1000 Nächten draußen verändert

Gerade eben saß ich wieder einmal in unserer Dorfkneipe in der Steiermark. Die gleiche Theke wie seit 2 Jahren, die gleichen Gesichter, die gleichen Geschichten und die gleichen Sorgen. 

Irgendwann kam die Sprache auf meine nächste Reise, denn das ganze Dorf hatte schon den MAN vor der Tür gesehen. Vier, fünf oder sechs Monate sollen es wieder werden. Richtung Süden, wieder über den Wendekreis des Krebses hinaus. Wieder Richtung Mauretanien. Dieses Mal noch tiefer in abgelegene Regionen auch Richtung Mali. 

Weitab jeder Zivilisation in Mauretanien 


Einer der Nachbarn schüttelte den Kopf und nahm einen Schluck Bier. „Das könnte ich nicht“, sagte er. Ein anderer fragte sofort, was denn sei, wenn etwas passiert. Wenn das Auto kaputtgeht. Wenn man krank wird. Wenn man irgendwo feststeckt. Ohne Werkstatt. Ohne ÖAMTC. Ohne Krankenhaus. Ohne irgendeinen Rettungsanker. Ich musste lächeln, weil ich die Fragen gut verstehen konnte. Denn ich höre sie oft von meinem Sohn. Vor fünfzehn Jahren hätte ich wahrscheinlich dieselben gestellt. Damals glaubte ich noch, die Welt sei ein gefährlicher Ort und Sicherheit etwas, das man besitzen könne wie ein Ersatzrad oder eine Versicherungspolice.

Heute, nach weit mehr als tausend Nächten irgendwo draußen zwischen Russland, Armenien, Georgien, der Westsahara und Mauretanien, sehe ich das anders.

Nicht weil die Welt sicherer geworden wäre. Sie ist genauso

„Brot ist kein Projekt! Ein Vierbeiner rechnet mit der deutschen Stulle ab“


Ich lag unter dem Tisch, die Pfoten noch staubig vom letzten Weg, und hab den Geruch von Brot in der Nase gehabt. Brot ist so ein Ding. In Deutschland behandeln sie es wie eine Religion, aber essen es wie eine Pflicht. 

Er hat wieder so ein dunkles Ding aufgeschnitten. Körner oben drauf, innen dicht wie Beton. Sie nennen das Vielfalt. Ich nenne es Arbeit für den Kiefer.

„Castor, das ist gutes Brot“, hat er gesagt. Ich hab ihn angesehen. Gutes Brot braucht keinen Vortrag.

In Deutschland liegt das Brot rum wie Bücher in einer Bibliothek, die keiner liest. Roggen, Dinkel, Vollkorn, Mischbrot, Körnerbrot, Brot mit noch mehr Körnern. Sie schneiden es in perfekte Scheiben, legen Käse drauf, Wurst, irgendwas. Immer irgendwas. Als hätte das Brot alleine Angst vor sich selbst.

Ganz anders war das in Georgien.

Der Eisenerzzug von Mauretanien: Mehr als nur ein Abenteuer auf Schienen

Für viele Reisende ist der mauretanische Eisenerzzug ein Eintrag auf der Bucket List geworden. Ein Selfie auf schwarzem Eisenerz, Staub im Gesicht, Sonnenuntergang über der Sahara. Die sozialen Netzwerke haben aus „Le Train“ eine Art rollende Endzeitkulisse gemacht. Doch wer genauer hinsieht, merkt schnell: Dieser Zug ist kein Freizeitpark für Abenteuerhungrige. Er ist die pulsierende Schlagader eines ganzen Landes.

Seit 1963 zieht der Zug durch die Sahara, von den Minen in Zouérat bis zum Atlantikhafen von Nouadhibou. Über 700 Kilometer durch Stein, Sand und Hitze. Bis zu 220 Waggons lang, mehrere tausend Tonnen schwer. Einer der längsten und schwersten Züge der Welt. ([SWR][1])

Im Video von [National Geographic](https://start.westnet.ca/watch?v=jEo-ykjmHgg&utm_source=chatgpt.com) wirkt der Zug fast wie ein wandernder Kontinent aus Eisen. Aber zwischen all den spektakulären Bildern liegt etwas viel Interessanteres verborgen: das Leben entlang der Strecke.