Neue Reisewarnung für die West Sahara schließt nun Esmara (Smara) mit ein.

Das britische, deutsche, österreichische und schweizerische Außenministerium hat kürzlich seine Reisewarnungen für die Westsahara aktualisiert. Mit dieser neuen Aktualisierung wird die Stadt Smara in die rote Zone („Reisen nicht empfohlen“) eingestuft. Dies könnte auch bedeuten, dass normale Reiseversicherungen in diesem Gebiet nicht gültig sind.

Die Formulierungen wurden aufgrund der anhaltenden Spannungen und militärischen Zwischenfälle entlang des Grenzwalls (BERM) kontinuierlich präzisiert und verschärft.

Hier ist der aktuelle Überblick, wie die einzelnen Länder das Risiko bewerten:

Deutschland (Auswärtiges Amt) Das Auswärtige Amt rät dringend von Reisen in das Gebiet der Westsahara ab. Es betont explizit: Keine konsularische Hilfe: Es wird klargestellt, dass die deutsche Botschaft in Rabat vor Ort keinerlei konsularische Betreuung oder Unterstützung (z. B. bei Festnahmen oder Unfällen) leisten kann. Strikte Routenbindung: Reisende werden ausdrücklich gewarnt, die befestigte Hauptverbindungsstrecke Laâyoune – Dakhla – mauretanische Grenze unter keinen Umständen zu verlassen.

Minengefahr: Abseits der Hauptstraßen und insbesondere in den Grenzregionen zu Mauretanien besteht akute Lebensgefahr durch Minen und Blindgänger. Der marokkanische Militärwall ist striktes Sperrgebiet.

Österreich (BMEIA) Das österreichische Außenministerium hat für die Region eine regionale Reisewarnung (Sicherheitsstufe 4 von 6) ausgegeben. Umfang: Diese Warnung gilt explizit für die gesamte Westsahara sowie für die entlegenen Saharazonen Südmarokkos.

Bedeutung: Auf dieser Stufe wird vor allen Reisen in die Region eindringlich gewarnt. Auch hier wird auf die Gefahr nicht explodierter Landminen abseits der Hauptrouten (besonders in Richtung Mauretanien) verwiesen.

Schweiz (EDA) Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten rät ebenfalls von Reisen in die Westsahara ab. Fokus auf West-Ost-Gefälle: Das EDA betont, dass das Risiko im östlichen, von der Frente Polisario beanspruchten Teil hinter dem Sandwall, sowie in den direkten Grenzgebieten zu Algerien und Mauretanien, nochmals drastisch höher ist.

Eingeschränkte Mobilität: Die Behörden weisen darauf hin, dass die marokkanischen Sicherheitskräfte weite Teile des Gebiets streng kontrollieren und der Zugang für ausländische Reisende jederzeit spontan und ohne Begründung verweigert werden kann.

Fazit für Reisende: Die internationale Einigkeit ist groß. Wer die Westsahara im Rahmen einer Trans-Sahara-Tour (z. B. nach Mauretanien) durchquert, sollte sich ausschließlich auf der küstennahen Teerstraße bewegen, Nachtfahrten komplett vermeiden und sich bewusst sein, dass im Ernstfall keine Unterstützung durch die eigene Botschaft möglich ist.

UPDATE:  Am **5. Mai 2026** gab es einen erneuten Raketen- bzw. Projektilbeschuss auf die Stadt **Smara**, die im marokkanisch kontrollierten Teil der Westsahara liegt. Die *Frente Polisario* hat die Verantwortung für diesen Angriff offiziell übernommen. Die Geschosse schlugen in der Nähe von zivilen Bereichen (nahe dem Stadtgefängnis und dem Friedhof) ein. Glücklicherweise gab es keine Todesopfer, allerdings wurde eine Frau verletzt. Dieser Vorfall knüpft an ähnliche Angriffe aus dem Herbst 2023 an, bei denen es in Smara bereits Tote gegeben hatte.

Der Vorfall im Mai 2026 löste eine Welle internationaler Verurteilungen durch die USA, die EU, Frankreich, Großbritannien und mehrere arabische Staaten aus, da die Angriffe gezielt zivile Infrastruktur trafen und die UN-Friedensbemühungen gefährden.

Der Friedhof von Esmara liegt etwa nur 15km von dem Camping entfernt den ich immer nutze wenn ich in der Region bin. 

## Die Kerngründe für die Verschärfungen

Der Vorfall in Smara zeigt genau das Risiko, weshalb die Außenministerien ihre Warnungen so strikt formuliert haben. Die Gefährdungslage stützt sich im Wesentlichen auf drei Säulen:

**Unvorhersehbare Angriffe über den Sandwall hinweg:** Die Polisario agiert meist aus ihren Stützpunkten (z. B. um Tindouf in Algerien) und feuert sporadisch Projektile über den marokkanischen Militärwall hinweg. Auch wenn Smara als die "spirituelle Hauptstadt" gilt und stark gesichert ist, beweisen die Angriffe, dass die Polisario gezielt versucht, Unruhe in den marokkanisch verwalteten Städten zu stiften.

**Das Risiko asymmetrischer Eskalation:** Da die Front im offenen militärischen Schlagabtausch gegen Marokko kaum eine Chance hat, weicht sie auf Nadelstiche und symbolische Angriffe aus. Das Risiko für Reisende besteht darin, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein.

**Die unklare Lage abseits der Küstenstraße:** Während die Küstenautobahn (**N1**) über Laâyoune und Dakhla nach Mauretanien von Marokko massiv überwacht und militärisch gesichert wird, gilt das Landesinnere in Richtung Osten als extrem unberechenbar.

Für Individualreisende und Overlander bedeutet das Vorfallen vom Mai 2026 einmal mehr: Wer das Territorium durchquert, sollte den Abstecher nach Smara im Landesinneren derzeit meiden und sich konsequent an die Hauptroute entlang der Atlantikküste halten.

Meine persönliche Meinung basierend auf eigenen Erfahrungen (zuletzt Ende Februar 2026) 

Die asphaltierte Hauptstrasse durch die Westsahara bis zur Grenze nach Mauretanien sowie die asphaltierte Route von Smara nach Layoune und Smara nach Tan-Tan, ebenso die Asphaltstrasse nach Smara nach Foum el-Oued erschienen mir sehr sicher und Problemlos. Die Asphaltstrasse von Dhakla nach Bir Anzerane ebenso. Von der Piste von Bir Anzerane nach Oued Karaa rate ich jedem ab da die über weite Strecken von Sanddünen verweht ist und Dich zwingt lange Wege Querfeldein zu fahren in einem damals stark umkämpften Gebiet.

Ich habe nun einige Gebiete und Pisten abseits der Joghurtbecher-Route incl. des BERM in der Westsahara befahren und werde es künftig lassen. Denn erst im März 2026 hatte es wieder eine Familie erwischt in einem eigentlich relativ sicheren Gebiet bei Laayoune. ABER: in der Westsahara ist nichts sicher. 

Wer mehr über das Thema wissen will schaut sich hier meine Artikel an.

https://offdoor.blogspot.com/2026/02/die-route-von-bir-anzerane-nach-oued.html

https://offdoor.blogspot.com/2024/12/overland-westsahara-gefahren-in-den-von.html

https://offdoor.blogspot.com/2025/01/the-western-sahara-conflict-evolution.html

https://www.youtube.com/watch?v=ju4WrjiJbGc

https://offdoor.blogspot.com/2026/02/westsahara-2026-zwischen-freiheit-und.html

https://offdoor.blogspot.com/2026/02/das-lehmfort-am-yagout-pass-westsahara.html

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