Wenn trockene Flüsse plötzlich erwachen - Übernachten in Wadis und die unsichtbare Gefahr von Regen

Aus gegebenem Anlass, weil wir gerade gestern an einem solchen Ort übernachtet haben, an dem 2001 Jenny ums Leben kam. (Aber wir haben an einer erhöhten Stelle geparkt, an die das Wasser bisher noch nie angekommen war.)

Man fährt durch staubige Hügel, folgt einer Piste, die sich langsam zum Meer hinunterzieht. Dann öffnet sich ein breites Tal aus Kies und Sand. Kein Wasser, nur ein paar Sträucher und glatt geschliffene Steine.

Ein perfekter Platz zum Übernachten.

Genau solche Orte ziehen Reisende magisch an. Vanlife, Overlander, Surfer, Fischer. Flache Fläche, windgeschützt, meistens menschenleer.


Im arabischen Raum nennt man solche Täler Wadis. Trockene Flussläufe, die nur zeitweise Wasser führen. In Nordafrika sind sie allgegenwärtig. Aber auch im Süden Europas gehören sie zur Landschaft. Zum Beispiel hier in Andalusien.

Aktuell (2026) wieder eine Mine in der Westsahara explodiert

Eine Nacht, ein Motor, ein Zelt, und weiße Plastikberge und die Verbote.


Gedanken eines reisenden Hundes über Wildcampen, Overlander und die Schattenseiten der Pandemie

Ich heiße Castor. Ich bin ein Hund. Einer dieser Overlanding Pets. Und ich habe gesehen, wie Menschen die Natur betreten.

Früher kam der Wanderer. Mit Staub an den Schuhen und einem kleinen Zelt. Leise. Unauffällig.

Dann kam der Overlander. Ein Fahrzeug, das aussieht wie ein alter Baumstumpf. Staubig. Unaufdringlich. Keine Markise. Keine Lichterketten. Still. So soll es sein.
Und die Nacht war friedlich.

Zurück in Europa – und plötzlich gibt es wieder alles

Die Straße wird besser. Der Asphalt glatter. Die Dörfer ordentlicher. Und irgendwann passiert es ganz nebenbei: Man ist wieder in Europa.

Nach Wochen in Mauretanien und der Westsahara fühlt sich das fast ein wenig unwirklich an. Die Landschaft verändert sich, die Häuser auch. Aber das eigentliche Signal kommt oft erst später.

Es steht meist unscheinbar am Ortsrand. Ein Supermarkt.



Westsahara 2026: Zwischen Freiheit und Sprengsatz

Ein Blogbeitrag für Overlander, die weiter fahren wollen als bis zum  N1 Dakhla Expressway




Die Westsahara sieht harmlos aus. Weite Horizonte. Dünen aus Gold und Weiß. Pisten, die wie Einladungen wirken.

Doch unter dieser Landschaft liegt Geschichte aus Metall.

Das Lehmfort am Yagout-Pass, Westsahara


Während meines Trips durch die Westsahara stieß ich nördlich der Grenze auf einen Ort, der keine Fragen offenlässt. Kein Dorf. Kein Nomadenlager. Sondern ein militärisches Fort. Der Militärstützpunkt am Yagout Pass (oft auch Foum el Yagout genannt) ist ein strategisch hochsensibler Ort im Süden Marokkos. Er liegt in der Region Guelmim-Oued Noun, unmittelbar nördlich der international umstrittenen Grenze zur Westsahara.

Mauretanien erleben - Freiheit, Weite und echtes Abenteuer jenseits aller Mythen


Eisenerzzug. Der längste und schwerste Zug der Welt.


Viele reden von Mauretanien, als wäre es ein Land aus Mythos und Albtraum. Als gäbe es hier nichts zu essen, keinen Diesel, keine Straßen – nur Pisten, Sand und Hitze. Manche sagen, man könne dort nicht alleine reisen. Bullshit. Völliger Bullshit.

Mitten in der Abgeschiedenheit bei traumhafter Stille

Wir, mein Hund Castor und ich. sind gefahren.

Die Route von Bir Anzerane nach Oued Lakraa - Westsahara

Jetzt, wo wir die Piste gemeistert haben, kann ich ja gut daherschreiben. 

Mein Sohn hatte geglaubt, dass ich nach der Erfahrung von Dezember 2024, als ich den Grenzwall BERM von marokkanischem Gebiet ins Gebiet der Polisario durch Minengebiete erlebt hatte, so einen Schwachsinn wie wieder tue.

In der Westsahara ist die Sicherheitslage aufgrund von Landminen und unexplodierten Kampfmitteln (UXO) grundsätzlich als hochriskant einzustufen, insbesondere abseits befestigter Straßen.

Speziell für die Piste die wir gestern und heute zwischen Oued Lakraa (واد لكراع) und Bir Anzerane (بئر أنزران) gefahren waren, gibt es folgende Informationen zur aktuellen Lage (Stand Februar 2026): 

Gefahrenlage auf dieser Strecke

Ben Aicha & Ben Amera - Mauretanien


Mitten im Nichts der mauretanischen Wüste stehen sie da.
Ben Amera und Ben Aicha.
Zwei Monolithen aus dunklem Granit, älter als jede Geschichte, die man sich über sie erzählt.

Ben Amera – einer der größten freistehenden Felsen der Welt – erhebt sich wie ein eingefrorener Gedanke aus Sand und Geröll. Kein Wegweiser führt hierher, kein Zaun hält Abstand. Nur Wind, Hitze und Zeit. Daneben Ben Aicha, kleiner, fast bescheiden, als würde er zuhören statt sprechen.

Niemand weiß genau, wie lange sie schon hier stehen.
Nomaden erzählen von Riesen, von Liebenden, von Steinen mit Gedächtnis.
Geologen sprechen von Millionen Jahren Erosion.
Beides fühlt sich richtig an.

Hier draußen verliert Größe ihre Bedeutung.
Der Mensch wird klein, der Fels wird still, und für einen Moment passt alles zusammen.
Kein Empfang. Keine Ablenkung.
Nur Granit, Himmel und dieses Gefühl, am Rand der Welt zu stehen.

Der Baobab (Affenbrotbaum) in Mauretanien

Der Baobab steht da, als hätte ihn jemand vergessen.
Ein dicker, zerfurchter Körper, die Äste wie umgedrehte Wurzeln, in den Himmel gekrallt.


Kein Wind fragt ihn etwas, kein Mensch widerspricht ihm.
Die Sonne brennt, Ziegen suchen Schatten, und irgendwo knirscht Sand zwischen Zähnen.
Der Baum hat all das schon

Begegnung mit fast 100 Pavianen in Südmauretanien – was wir daraus gelernt haben

In den letzten Tagen kam es in Südmauretanien, südlich von Kiffa, zu einer Situation, die uns nachhaltig geprägt hat. Nicht, weil sie spektakulär war, sondern weil sie gezeigt hat, wie schnell Wildnis ihre Regeln durchsetzt, wenn man sie übersieht.
Nahe eines Wasserplatzes, an dem wir Sahara Krokodile beobachtet hatten, traf eine Gruppe von Pavianen auf unseren Lagerplatz.

Was mit zwei Tieren in etwa fünfzig Metern Entfernung begann, entwickelte sich innerhalb kurzer Zeit zu einer Gruppe von annähernd hundert Guineapavianen, die uns in einem Halbkreis umzingelten und bis auf rund zwanzig

🐊 Die Sahara-Krokodile von Mauretanien – Die letzten Überlebenden der Wüste

Mitten in der scheinbar lebensfeindlichen Weite der Sahara existiert ein biologisches Relikt: eine kleine, isolierte Populationen von Sahara-Krokodilen (wissenschaftlich Crocodylus suchus, früher oft dem Nilkrokodil zugeordnet). Diese Tiere gehören zu den letzten ihrer Art in der Wüste und überleben heute nur noch in wenigen abgelegenen Regionen im Süden Mauretaniens. Wir haben sie besucht.


🌍 Relikte der „grünen Sahara“

„Wo der Zug durch die Stille fährt“ Mauretanien Tag 1

Die Erzbahn in Mauretanien ist mehr als ein Zug.
Sie ist eine Linie durch die Leere.
Rund 700 Kilometer lang, von den Minen in Zouérat bis zum Hafen von Nouadhibou am Atlantik.
Tag und Nacht transportiert sie Eisenerz, offen in Waggons, schwarz und schwer, als würde die Wüste selbst reisen.

Er ist einer der längsten Züge der Welt. Bis zu drei Kilometer Stahl, gezogen von mehreren Lokomotiven.

Surfen – Kiten oder der Wind und die Kälte

Der Wind pfeift.

Ab Mittag. Immer.
Starr. Hart. Wahr.
Ich sitze im Sand der Westsahara, die Sonne brennt auf den Rücken, Salz auf den Lippen.
Drachen fliegen am Himmel. Kitesurfer lachen. Fast zu sauber. Sie wissen nichts von früher. 

Ich sehe mich selbst. Vierzig Jahre jünger.
Am Strand. Stundenlang.
Nichts zu tun, und doch alles zu fühlen.
Bretter aufbauen, Segel ausrollen, Schrauben nachziehen, Leinen checken.
Bis der Fünfer kam, warteten wir.
Dann Siebener. Acht. Neun.
Sturmsegel. Mastbruch? Gabelbaum knackt? Alles möglich.

Und dann der Bullit von F2

Radar Renegade AT5 – 9-Monate-Review nach 25.000 km Realitätstest

Nach 9 Monaten und rund 25.000 km auf allem, was die Welt zwischen Asphalt und Anarchie so hergibt – Autobahn, Sandpisten, extreme Schotter- und Steinpisten, scharfkantige Felsstufen, Regen, Schnee und weicher Tiefsand – kann ich über die Radar Renegade A/T5 in 265/75 R16 (Made in China) eines sagen: Die Dinger sind zäher als eine Taxifahrerin in Casablanca.

Mein Setup:

Monatsupdate – 31 Tage unterwegs, 5.700 Kilometer Leben

31 Tage auf der Uhr. 5.700 km auf den Knochen.

Österreich, Italien, Frankreich, Spanien, Marokko – und jetzt stehen wir wie zwei alte Straßenköter kurz vor der Westsahara, die Nase im Wind, der Blick irgendwo zwischen Hoffnung und Staub.

Bin ich rastlos und ein Getriebener?


Manche sagen ja und sie haben sicher ein bisschen recht damit. Darüber habe ich heute nachgedacht.

Nicht „ein bisschen unruhig“, nicht „leicht getrieben“. Ich bin ein Hund ohne Zaun, ein Motor ohne Standgas, ein Mann, der an roten Ampeln schon das Gas sucht, obwohl der Fuß weiß, dass er warten müsste.

Andere stellen sich irgendwo hin.

Eine Woche dieselbe Aussicht.
Dasselbe Meer.
Dasselbe Tal.

Innenstadtsafari auf vier Rädern Oder: Warum größer nicht freier macht

Ich stehe hier in Marokko.

Im Ksar Tafnidilt. Ein Ort aus Lehm, Wind und Geschichten, die keiner aufschreibt.

Fünf Expeditionsmobile parken hier wie Beton-Buddhas auf Reifen.
Zwei kleinere Fahrzeuge auch. 

Was wir von den Tuareg lernen können

Wenn man einen Blick in den Alltag der Tuareg wirft, sieht man nicht nur ein Wüstenvolk – man sieht eine Lebensphilosophie, von der wir alle etwas lernen können. In diesem eindrucksvollen Video aus den 1990er Jahren wird das Leben einer Tuareg-Familie gezeigt: ihre Zelte, ihre Reisen, ihre Verbindung zur Natur, ihre Gemeinschaft.

Hier sind ein paar Gedanken, was uns ihr Alltag über uns selbst lehren kann:


💭 Was wir von den Tuareg lernen können:

Warum Menschen ihrem Auto Namen geben – und warum das völlig bekloppt ist



Stellen wir uns das einmal vor: Du steigst in deinen Offroader, der aussieht wie eine Mischung aus Panzer und Gartenschlauch, tippst aufs Lenkrad und flüsterst: „Los, Helmut, zeig ihnen, wer hier das Sagen hat!“ Halt… Moment mal. Helmut? Dein Auto? Das ist kein Kind, kein Hund, kein magischer Begleiter aus einem Fantasy-Roman – es ist ein Haufen Blech mit Rädern. Und ja, Menschen tun genau das. Ich persönlich halte das für krank in der Birne.

Es gibt zwei Gründe,