Man teilt mir mit, heute sei der internationale Tag der Auslandsdeutschen. Großartig. Ein Tag für Abgehauene, Steuerflüchtlinge, Visionäre und Leute mit chronisch ruinierten Lebern.
Ich bin vor zwei Jahren auch abgehauen. Aber nennt mich verdammt noch mal nicht „Auswanderer“. Wandern tun verklemmte Typen in Funktionskleidung mit Ski-Stöcken ohne Skier und schlecht sitzenden Unterhosen, die Sonntags um acht Uhr morgens auf Hügel klettern, um trockenes Vollkornbrot mit Schinken zu kauen. Ich bin nicht gewandert. Ich bin gefahren. Mit schwerem Gerät, viel Diesel, verdammt viel Gepäck und einer gehörigen Portion Verachtung für die deutsche Bürokratie im Rückspiegel. Keinen Wohnsitz mehr im Bundesgebiet, den Pass tief in der Tasche, den Mittelfinger fest im Wind.
Wenn man sich die Geschichtsbücher ansieht – oder das, was Schlauseiten zum heutigen Tag zusammentippen –, stellt man fest: Die Auslandsdeutschen haben der Welt schon immer den Arsch gerettet.
















