Test Land Rover DISCOVERY 5 - Eignung zum Overland / Offroad Reisemobil



Es ist vorab ausdrücklich zu erwähnen, dass der Test nicht die technischen Eigenschaften oder sonstige üblichen Testverfahren beschreibt, sondern ausschließlich der Eignung zum Overland Reisemobil meiner persönlichen Bedürfnisse. Ebenfalls hat kein Offroadtest stattgefunden, denn seine Fähigkeiten im Gelände wurden vielfach belegt. Somit ist mein Fazit nicht repräsentativ für jeden potentiellen Discovery 5 Kunden. Er musste in allen Punkten der Overland Reisetauglichkeit den Vergleich mit meinem Discovery 4 antreten.

Nachdem ich das Auto nun eine Woche und ca. 1400 km auf Landstraße, Autobahn und im Stadtverkehr testen konnte und ausreichend Zeit damit verbracht habe, mir Gedanken darüber zu machen, wie eine auf Offroadreise damit ablaufen kann, erlaube ich mir ein erstes Urteil.

Fazit vorab: Mit den Discovery 5 hat Land Rover einen komfortablen und bequemen Autobahn Reisewagen gebaut mit dem bequem sieben Personen transportiert werden können. Der Wagen ist ansprechend und gut verarbeitet und in der Testversionen mit allen Sicherheitsdetails ausgestattet, wie man sich heute vorstellen kann. Er hat mich jedoch in keinem Punkt vom Hocker gehauen oder emotional begeisten können. Als Overland / Offroad Reisefahrzeug für mich ist er leider nicht geeignet. In die Berge Albaniens oder nach Marokko wird mich dieses Auto wohl nicht begleiten.

Ob der Spurhalteassistent, der zwischen den Leitlinien
immer leicht selbstständig hin und her lenkt wirklich so prickelnd ist muss jeder für sich selbst entscheiden, und am Ende des Tages erleichtert es jemanden mehr Sicherheit zu erlangen oder in Situationen in dem ein normaler Mensch nicht mehr fahren würde, dennoch weiterzufahren da es einem Sicherheit vorgaukelt. Wäre mir eine Polizeistreife gefolgt, hätte diese mich sicher angehalten, da zu vermuten gewesen wäre, das Alkohol im Spiel sein könnte. 

In einem Mix zwischen Autobahn und Landstraße, während auf der Autobahn auch einen Geschwindigkeit Mix zwischen 130 und 160 km/h gefahren wurde hat er ca. 10,0 l im Schnitt verbraucht. Bei dem Gewicht dieses Klotzes und 300 PS akzeptabel.

Übersichtlichkeit und Handling: Durch die Rundungen an allen Ecken fehlt dem Discovery 5 die Übersichtlichkeit des Vierers. Negativ zu bemerken ist der aus meiner Sicht der extrem hohe Wendekreis, der es mir nicht erlaubte, auf einer dreispurigen Landstraße in einem Zug zu wenden. Dies bedeutet für mich eine erhebliche Einschränkung im Offroad Einsatz und gerade bei Spitzkehren auf schmalen Wegen in den Alpen. Die bisher vorhandenen Kunstsstoff-Stoßstangen des D4, die auch an den Seiten über die Karosserie herausragten, fehlen dem 5er gänzlich. Dies bedeutet jeder kleine Rempler an einem Baum oder im tiefen Schlamm an der Seite oder der Front wird unweigerlich ein teures Vergnügen, da es gleich ins Blech geht. Auch wenn die Frontschürze abnehmbar sein soll, ist der Böschungswinkel recht bescheiden und die Gefahr sich irgendwelche Plastikteile abzureisen sehr hoch.

Die elektrisch zu betätigende Heckklappe öffnet sehr langsam, ( wie bei allen modernen Autos) weshalb ich mir mehrmals meine Birne angestoßen hatte. Eben zu ungeduldig für das Auto. Als erheblichen Nachteil sehe ich die sehr hoch aufschließe Heckklappe die sich beim Öffnen ca. 30-40 cm über das Wagendach erhebt was in einigen Garagen oder Tiefgaragen zum kostentreibenden Problem werden könnte.

Innenraum/KomfortAuch wenn die Rücksitzbank sich elektrisch umklappen lässt, was nicht mehr als ein nettes Spielzeug ist, ergibt es keine gerade Liegefläche. Diese ist leicht geneigt, hat zu große Zwischenräume und kann beim Schlafen im Auto nicht angenehm sein. 

Positiv zu bemerken ist allerdings die hohe Anzahl der USB Anschlüsse an unterschiedlichen Stellen auch im Heck. Und wer mehrmals täglich seine Anhängerkupplung nutzen muss, kann sich über das automatische aus- und einklappen der Kupplung freuen. Schönes Spielzeug, das je nach Betrachter auch erotische Phantasien beim Ausfahren der Kupplung aufkommen lassen könnte.

Fazit: Der Land Rover DISCOVERY 5 hat in der Motorisierung meines Testwagens (3.0 Liter SDV6 mit 306 PS) einen satten, schönen Klang, einen schönen, sportlichen Anzug der Spaß macht und eine sehr komfortable Fahrweise. Aus meiner Sicht kommt er für mich und meine Bedürfnisse für die Nutzung als Overland Reisemobil mit hohem Offroadanteil nicht in Frage. 

Auch wenn er sicherlich sehr positive Offroad Eigenschaften verbirgt möchte ich diese im Gelände nicht austesten, da mir die Gefahr von teuren Karosserieschäden zu hoch wäre. Ferner ist das Auto nicht geeignet, um über mehrere Tage oder Wochen auch darin zu übernachten. Ich kann mir auch nicht vorstellen, wie auf der schrägen, unebenen Ladefläche / umgeklappte Rücksitzbänke längere Schubladenauszüge sicher verzurrt werden können. Es fehlt einfach die ebene Ladefläche, die ich vom 4er gewohnt bin. 


2020 Defender - Quelle: expeditionportal.com
Der Discovery 5 ist ein etwas außergewöhnlicher Gelände SUV mit sehr hohen Fähigkeiten, der einen D4 als Offroad Reisefahrzeug nicht ersetzten kann.  Er ist jedoch aus meiner Sicht hauptsächlich geeignet, den Hund in den Stadtpark zu bringen, oder sechs Kinder aus der Kita abzuholen und mit ihnen dann relaxt über die Autobahn nach Italien in den Urlaub zu fahren. 
Dafür aber gäbe es in der Range Rover Familie aber zum Beispiel mit dem Velar Autos, die auch noch schön aussehen. Es bleibt also das neue Nachfolgemodell von Land Rover, das als Defender 2020 Nachfolger gehandelt wird abzuwarten. 



Das Auto wurde mir vom Land Rover Händler Bierschneider inGreding als Werkstatt Ersatzwagen zu einem Sonderpreis zur Verfügung gestellt. 

Der Grund war dieses Mal die Qualität der ATE Bremsscheiben und der TRW Bremssättel. Leider wurden wieder einmal von der letzten freien Werkstatt keine Originalteile verbaut. Alle Foto- und Videoaufnahmen wurden mit der neuen Gimbal Kamera DJI Pocket in 4K aufgenommen.

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