Henry – der Hund, der blieb - RIP Henry

Marokko 2016

Vor 10  Jahren habe ich in Marokko Henry kennengelernt. Einen Rhodesian Ridgeback. 60 Kilo groß, kräftig und beeindruckend. Und doch einer der liebsten und aufmerksamsten Hunde, die ich je kennenlernen durfte. 

Henry gehörte Erna und begleitete sie über viele Jahre auf ihren Reisen. Erna nannte ihn damals "Pferdi" Er war ihr Gefährte, ihr Wächter und wahrscheinlich oft auch ihr stiller Schatten. In Marokko hatten wir gemeinsam eine großartige Zeit. Damals hatte ich selbst noch keinen Hund.

Wie langsam kann der Alte eigentlich fahren?

Eine der Fragen, die mir als Hund seit dem Wechsel auf den MAN G90 durch den Kopf gehen und dem Alten am häufigsten gestellt wird: 

„Wie schaffst du das eigentlich mit der Geschwindigkeit im Lkw? Wie kommst du damit zurecht, so langsam zu fahren?“

Früher war der Kerl offenbar schneller unterwegs. 

Ich habe die alten Geschichten gehört. Land Rover. Defender. Discovery. Jeep. Flotte Kisten, kräftige Motoren und immer schön auf die Tube. 140 150 180. Als hätte er einen Arsch voll Termine und der Teufel würde hinter ihm herfahren. Heute fährt er Lkw. Und plötzlich hat er Zeit. Verdammt viel Zeit.

Neu auf Offdoor: Comicstrips für die Lesefaulen! 🎨🐕

Manchmal sagen Bilder einfach mehr als 1.000 Worte. Für alle, die nach langen Pistenkilometern keine Lust auf seitenlange Reiseberichte haben, gibt es ab sofort zu meinen Artikeln eine Prise Extra-Humor: Unsere Abenteuer mit Castor und dem Isuzu D-Max und/oder MAN G90 im knackigen Comic-Format!

Künftig erwarten euch vielleicht regelmäßig kleine Strips über das wahre Overlander-Leben – mit allen Pleiten, Pech, Pannen und Wüsten-Highlights. Vielleicht aber auch nicht wenn es mir zu blöd wird. :-)

Schaut vorbei, schmunzelt mit und gebt Bescheid, wie euch die neue Bildsprache gefällt!

Der erste Strip zu unserem Artikel: "Genau 2 Jahre. Über 80.000 Kilometer. 28 Länder und unzählige Begegnungen." in den folgenden ersten Versuchen mit der KI.

Blut, Schweiß und Wüstensand: Mauretanien ungeschönt - Die Sammlung der Videos meiner letzten Reise gemeinsam mit Castor

Der Sand kümmert sich nicht um deine Träume. Er frisst dich einfach auf. Er setzt sich in die Poren, unter die Fingernägel, zwischen die Zähne und tief in den Schlund deines verdammten Motors. Castor und ich. Zwei Narren auf vier Rädern, getrieben von irgendeinem beschissenen Drang, den Horizont abzusuchen, wo andere längst umgekehrt wären.

Hunderte Kilometer Weichsand. Chinguetti liegt hinter uns wie ein verblasster Kater, Ouadane irgendwo da draußen in diesem kochenden Nichts. Vierzig Liter Sprit versoffen, während der Motor schrie wie ein geschundener Gaul, der nicht verrecken will. Pisten, die vor Jahrzehnten mal eine Idee waren und heute nur noch Staub und Einbildung sind. Der Passo de Soufa hat uns gezeigt, was Orientierungslosigkeit wirklich bedeutet – wenn GPS, Karte und Bauchgefühl gleichzeitig aufs Maul fallen. HIER nun die gesamte Playlist Mauretanien

 

Was mir ein mauretanisches Zebu über die steirische Jammerkultur beigebracht hat


Ein paar Fliegen tanzen auf meiner Nase, während ich den Kopf aufs kühle Pflaster in unserem Bauernhof drücke. Der Alte sitzt drinnen, tippt in seine Tasten, schüttet steirischen Wein nach und murmelt Flüche über das Thermometer. 

Ich bin Castor – ein wildehemaliges Gesamtkunstwerk, ein bunter Mischmasch aus Border Collie, American Staffordshire Terrier, Vizsla, Deutsch Drahthaar, Berner Sennenhund und gesundem Menschenverstand. Ich habe vier Pfoten, zwei offene Augen und eine Nase, die den ganzen Wahnsinn dieser Welt schon auf drei Meilen Entfernung riecht.

www.vol.at/notschlachtungen-wegen-duerrebedingten-futtermangels
In Österreich stöhnen sie wieder. Die Zeitungsmeldungen schreien es heraus: "Viele Notschlachtungen wegen dürrebedingten Futtermangels". Laut der ARGE Rind rollen derzeit dreimal so viele Schlachtkühe in die Schlachthöfe wie üblich. In normalen Wochen werden sogar bis zu 1.000 Kühe lebend nach Österreich importiert, aber jetzt platzen die Kapazitäten der Schlachthöfe aus allen Nähten. Die Getreideernte liegt 14,4 Prozent unter dem Fünf-Jahres-Schnitt, beim Mais sieht es finster aus, und die Wiesen sind braun. Und was macht der mitteleuropäische Mensch, sobald das Gras etwas gelber wird als auf den Milka-Werbe-plakaten? Panik. Katastrophenfonds. Notschlachtung. Hauptsache, das System gerät nicht ins Schwitzen.

Ich muss leise knurren. Wenn die wüssten.

Der indische Bienen-Killer mit den gelben Socken

Eine LiveReportage vom Bauernhof in der Oststeiermark 

Es war heute 05. August 2026 drei Uhr nachmittags in der Oststeiermark. Die Sonne brannte wie eine Zigarette, die jemand auf meiner Stirn ausdrückte. Die Hitze der letzten Tage hatte knallharte 38 Grad auf das Thermometer gebrannt – womöglich der Grund, warum die vier Störche auf dem Nachbarhaus schlagartig die Schnauze voll hatten und bereits gen Afrika aufgebrochen waren. Sogar die Schwalben hatten keinen Bock mehr auf Fliegen fangen und saßen schweigend auf den Stromleitungen

Ich saß auf einer leeren Bierkiste hinterm Schuppen, beobachtete den Rost am MAN und dachte über den Sinn des Ganzen nach. Über die Dieselpreise, über kalten Kaffee, warmen Welschriesling und darüber, warum die Wespen und Hornissen hier im Sommer immer so verdammt dreist werden.

Von Marokko bis zur Schweiz: Ein Tisch voller Devisen und die dreckige Wahrheit über Geld

Heute glüht der Asphalt da draußen. 36 Grad in der Steiermark. Die Luft steht wie eine Wand und ich (Castor) liege flach auf den Fliesen. Kein Schritt zu viel, kein Schwanzwedeln ohne triftigen Grund. 

Sogar das Rumpeln meines Magens klingt heute träge. Und was macht der Alte? Sitzt in der Scheune im Schatten, schwitzt sich einen ab und breitet auf dem Spieltisch sein gesammeltes Altmetall aus.

Er nennt es „Schätze sortieren“ oder „Kassensturz für die nächste Tour“. Ich nenne es: Völlig bekloppt bei dieser Hitze aber aus seiner Sicht das was man mit überschaubaren Bewegungen noch machen kann um die Langeweile zu vertreiben. Der MAN ist noch nicht ganz fertig, beim ISUZU ist die Kabine runter zum Verkauf und etwas davon reisefertig zu machen ist bei den Temperaturen der kommenden Tage (zwischen 37-38 Grad) für den Alten zu schweißtreibend.

Seit einer gefühlten Ewigkeit lässt er Münze für Münze auf ein graues Tuch scheppern. Kling, klang. Jedes Mal zucken meine Ohren, aber Leckerlis kommen dabei natürlich nicht herum. Nur dieses metallische Zeug, das nach altem Schweiß, Staub und verbrauchten Grenzübergängen stinkt. Er glotzt auf den Haufen, als wollte er herausfinden, ob wir damit auf der nächsten Reise wenigstens ein paar Kilometer weit kommen.

Ich kann ihm die Antwort auch ohne Brille geben: Vergiß es, Alter.

Genau 2 Jahre. Über 80.000 Kilometer. 28 Länder und unzählige Begegnungen.

Und die vielleicht wichtigste Erkenntnis: Freiheit beginnt nicht dort, wo Arbeit endet. Freiheit beginnt dort, wo man wieder selbst über seine Zeit entscheidet. Fast auf den Tag genau zwei Jahre. Und kein einziger Tag davon war verschwendet.

Fast auf den Tag genau, in der ersten Augustwoche vor zwei Jahren, habe ich einen Schritt gewagt, vor dem viele zurückschrecken. Nicht, weil er besonders mutig war. Sondern weil er unbequem ist. Ich habe aufgehört, mein Leben nach den Erwartungen anderer auszurichten. Ich wurde Privatier. Bin als Migrant nach Österreich und reise von dort aus. Diese Woche habe ich meine Allerletzte Gewerbesteuer und die letzte Einkommensteuer 2024 in Deutschland überwiesen und die letzte Rechnung meines Steuerberaters gezahlt. Es hat besonders geschmerzt wenn ich sehe, was mit der Masse an Geld die ich in den letzten 25 Jahren an Steuern und Abgaben gezahlt habe, von den letzten reGIERungen gemacht wird. SO WHAT.....

Viele glauben, das sei gleichbedeutend mit Ruhestand. Mit Nichtstun. Mit Golfplatz, Kreuzfahrten und dem täglichen Blick auf die Uhr oder Primeln im Garten setzen. Für mich bedeutet es das Gegenteil.

Ich "arbeite" noch immer. Ich schaufele das Auto aus dem Sand. Ich bin Coach und Trainer, nur nicht mehr für Manager sondern für Castor, meinen Reisebegleiter. Ich schreibe Beiträge für meinen Blog und Management Artikel für das Quantum Business Magazin. Ich halte Vorträge in Mauretanien bei der Mauretanisch-Deutsche Absolventen Initiative (MDI). Ich diskutiere mit Führungskräften und meinem Sohn Marcus über Verantwortung, Entscheidungen und Unternehmenskultur. Aber ich tue all das nur noch dann, wenn ich überzeugt bin, etwas Sinnvolles beitragen zu können. Meist ohne "ENDgeld" während €`s bis vor 2 Jahren meine wichtigste Währung war. Darüber habe ich im Quantum bereits 4 Artikel veröffentlicht.