Preisschock auf Russisch? Warum der Einkauf drüben trotzdem noch Lachsack-Niveau hat

Wer nach dem ständigen Kassensturz in mitteleuropäischen Supermärkten oder an den heimischen Zapfsäulen einen Blick gen Osten wirft, reibt sich verwundert die Augen.

In ihrem Video „Wie viel kostet das Leben in Russland? So stark steigen die Preise nach 3 Monaten!“ macht Natascha Deutsch den knallharten Praxistest [00:16]: Sie geht mit genau derselben Einkaufsliste durch denselben Supermarkt wie drei Monate zuvor, um zu sehen, wie sehr die Inflation und die angehobene Mehrwertsteuer an den Geldbeuteln der Leute fressen [00:25].

Unterm Strich steht bei ihrem Einkauf eine Preissteigerung von etwa 6,4 % innerhalb von 90 Tagen [14:19] – von 47,23 € ging es rauf auf 50,44 € [14:19].

Ich kann die Zahlen und Preise aus eigener Erfahrung von meiner Tour vor rund einem Jahr vollkommen bestätigen. Wenn man mit dem eigenen Bock drüben unterwegs ist und an den Supermarktkassen oder Zapfsäulen steht, spürt man den Unterschied am eigenen Geldbeutel auf Heller und Pfennig. Verglichen mit dem, was uns in Österreich oder Deutschland mittlerweile an der Kasse oder an der Tankstelle abgeknöpft wird, ist das schlichtweg nicht ansatzweise auf einem Level.

Hier ein paar Eckdaten aus Nataschas Video, die den Alltag drüben recht gut auf den Punkt bringen:

  • Grundnahrungsmittel geschenkt: Eine Packung Nudeln gibt es teils ab 24 Rubel [00:39], Haferflocken für 23 Rubel [23:43] und eine Packung Hafer- oder Grieß-Grundlagen kostet oft nur ein paar Cent.

  • Brot & Milch: Ein Brot bekommt man schon ab 25 Rubel [05:50] (ca. 25–30 Cent), die günstigste Milch schlägt mit 56 Rubel zu Buche [07:10].

  • Fleisch & Gemüse im Winter: Wenn drüben im späten Winter die Erntelager leerer werden, steigen manche Gemüsepreise spürbar – Tomaten, Gurken oder Paprika hauen saisonal etwas mehr rein [09:14]. Auch Putenfleisch zog im Video um 33 % an [08:05]. Aber ein ganzes Hühnchen liegt nach wie vor bei schmalen 185 Rubel [07:42] (unter 2 €).

  • Importe & Kurioses: Deutsche Importe wie Ritter Sport kosten unverändert 180 Rubel [12:26] und sind damit witzigerweise zeitweise günstiger als so manche einheimische Edel-Schokolade [12:04].

Klar haben die Leute vor Ort mit gestiegenen Nebenkosten und harten Wintern zu kämpfen [11:10], und für ein lokales Gehalt relativiert sich manches [12:49]. Aber für jeden, der von hier drüben einrollt, bleibt die Erkenntnis dieselbe: Das Preisniveau in mitteleuropäischen Gefilden wirkt dagegen wie ein schlechter Witz.

Schaut euch das Video an – es zeigt ungeschminkt, was Sache ist.

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