Der Sand kümmert sich nicht um deine Träume. Er frisst dich einfach auf. Er setzt sich in die Poren, unter die Fingernägel, zwischen die Zähne und tief in den Schlund deines verdammten Motors. Castor und ich. Zwei Narren auf vier Rädern, getrieben von irgendeinem beschissenen Drang, den Horizont abzusuchen, wo andere längst umgekehrt wären.
Hunderte Kilometer Weichsand. Chinguetti liegt hinter uns wie ein verblasster Kater, Ouadane irgendwo da draußen in diesem kochenden Nichts. Vierzig Liter Sprit versoffen, während der Motor schrie wie ein geschundener Gaul, der nicht verrecken will. Pisten, die vor Jahrzehnten mal eine Idee waren und heute nur noch Staub und Einbildung sind. Der Passo de Soufa hat uns gezeigt, was Orientierungslosigkeit wirklich bedeutet – wenn GPS, Karte und Bauchgefühl gleichzeitig aufs Maul fallen.
Und es hört zu Hause nicht auf. Wochen später verkriecht sich das Zeug immer noch überall. Du denkst, du bist zurück, aber du schaufelst den Staub immer noch aus jeder verdammten Ecke der Kabine und des Autos. Roter Sand. Gelber Sand. Weißer Sand. Er klebt in den Ritzen, im Polster, in den Werkzeugkisten.
Und als wäre das nicht genug: Sogar aus dem Sieb der Waschmaschine und dem Trockner krazst du den mauretanischen Sand noch in erstaunlichen Mengen heraus. Die Zivilisation kriegt den Staub Afrikas nicht einfach so rausgewaschen.
Es gibt hier keine romantischen Wüstensonnenuntergänge mit Rotwein im Kelch. Nur Wasser, kochende Kühlflüssigkeit, Schweiß, Staub und das Dröhnen der Piste.
Hier ist die ganze Sammlung als Playlist. Ungefiltert, dreckig und ohne Mitleid. Glotz es dir an oder lass es bleiben.
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