Termin steht – der Vortrag über Mauretanien und Westsahara - Freitag, 10. Juli 2026

Der Termin steht – der Vortrag über Mauretanien und Westsahara kommt, roh, staubig, noch nicht geschniegelt. Keine Hochglanzreise, sondern Schotter, Hitze, Eisen und echte Straße.

Wer wissen will, wie sich Wüste wirklich anfühlt – kommt vorbei.
WANN & WO?
📅 DATUM: Freitag, 10. Juli 2026
🕡 UHRZEIT: Beginn: 18:45 Uhr Ende: ca. 20:30
Erleben Sie einen Abend voller Abenteuer, Begegnungen und Geschichten aus einer Welt, in der Zeit, Gastfreundschaft und Einfachheit noch einen ganz besonderen Stellenwert besitzen.
Ich freue mich auf Ihren Besuch!
Weniger anzeigen

Und wer Keine Zeit hat oder zu weit weg wohnt, muss sich mit den Videos begnügen


Die gefährlichste Straße der Welt führt nicht durch die Wüste

Von Castor

Die Frage kommt zuverlässig. Nicht immer sofort. Manchmal erst nach dem zweiten Bier. Manchmal an Tankstellen. Manchmal irgendwo auf einem Stellplatz, während jemand in seinen Campingstuhl sinkt und versucht zu verstehen, warum ein Mensch freiwillig nach Mauretanien fährt.

„Sag mal ...“ Dann kommt die Pause. ..... „Ist das nicht gefährlich?“

Gemeint sind immer dieselben Länder.
Westsahara.
Marokko.
Mauretanien.
Russland.
Georgien.
Armenien.

Man spricht diese Namen aus, als lägen dort an jeder Kreuzung bewaffnete Verrückte hinter Sandsäcken. Als würde der Tod dort Schichtdienst machen. Ich liege dann meistens

Wenn der Magen tanzt und die Ohren bluten: Käsekrainer vs. Oberkrainer

Es ist der klassische Albtraum eines jeden Kulturbanausen und hungrigen Festivalgängers. Man steht spätnachts am Wiener Würstelstand, sehnt sich nach fettiger Glückseligkeit und bestellt im Halbschlaf: „Afoch a Eitrige, bittschen.“ Der Würstelbrater blickt einen verständnislos an. Warum? Weil man vor lauter Müdigkeit „Oberkrainer“ statt „Käsekrainer“ gesagt hat.
Plötzlich steht kein fettig-triefendes kulinarisches Meisterwerk vor einem, sondern

Heute wären wir 38 Jahre verheiratet.

Komisch, wie Zahlen auf einmal schwer werden können.

Dabei kennen wir uns seit beinahe 58 Jahren. Ein ganzes Leben. Oder zumindest fast alles, woran ich mich erinnern kann.

Vor zwei Jahren bist du gegangen.
Viel zu früh.
Das sagen die Leute immer.
Aber manche Sätze sind wahr, auch wenn sie oft gesagt werden.

Unser Sohn ist längst erwachsen. Über vierzig. Er lebt sein Leben.

Und ich? Ich gehe weiter. Mit Castor.

48 Jahre später … meine Panzerfahrschule

Es gibt Erlebnisse, die einen ein Leben lang begleiten. Für mich gehört die Ausbildung zum Panzer-fahrer ganz sicher dazu. Noch heute empfinde ich diese Zeit nicht nur als interessant, sondern als ausgesprochen faszinierend.

Vor genau 48 Jahren habe ich auf einem Fahrschulpanzer des Leopard in diesem Gelände und an genau dieser Fahrschule meine Fahrprüfung abgelegt. Als Kommandant und Ausbilder eines Flugabwehr-panzer Gepard musste ich auch in der Lage sein, dieses Monstrum zu fahren. Damals war vieles streng geheim. Fotos und Filmaufnahmen aus der Ausbildung waren praktisch undenkbar. Umso spannender ist es, heute solche Dokumentationen zu sehen und Erinnerungen wieder lebendig werden zu lassen.

Was viele nicht wissen: Ich gehörte damals zu den frühen Lehrgangsteilnehmern, die bereits in den Genuss kamen, einen Simulator intensiv zu nutzen. Als angehender Kommandant des Flugabwehrkanonenpanzers Gepard basierte dieser Simulator auf dem Fahrgestell des Leopard und war für die damalige Zeit eine beeindruckend moderne Ausbildungshilfe. Schon Ende der 1970er Jahre wurden dort Verfahren trainiert, die heute selbstverständlich erscheinen, damals aber nahezu revolutionär waren.

Wenn ich diese Aufnahmen heute sehe, wird mir bewusst, wie außergewöhnlich diese Zeit gewesen ist. Was früher aus Gründen der Geheimhaltung ausschließlich in den Erinnerungen der Beteiligten existierte, ist heute als Zeitdokument für jedermann sichtbar.

Und eines hat sich in all den Jahrzehnten nicht geändert: Die Begeisterung für diese anspruchsvolle Ausbildung und die Faszination für die Technik sind bis heute geblieben.

48 Jahre später schließt sich auf eine gewisse Weise ein Kreis. Was damals streng abgeschirmt war, kann heute dokumentiert und mit anderen geteilt werden – und genau das macht solche Aufnahmen für mich so besonders.

#Leopard #Gepard #Panzerfahrer #Bundeswehr #Militärgeschichte #Zeitgeschichte #Simulator #Panzerausbildung #Erinnerungen #48JahreSpäter

Der Pilgerweg zur Hose

Der Alte hat ein Talent. Nicht für Vernunft. Nicht für Sparsamkeit. Nicht einmal fürs Geradeausfahren. Nein.

Sein Talent besteht darin, jedes Mal, wenn wir an Ljubljana vorbeikommen, plötzlich am Lenkrad zu reißen wie ein Lachs auf Koffein und Richtung Komenda abzubiegen. Dort steht sein persönlicher Wallfahrtsort: UF PRO® https://ufpro.com/de

UF PRO®

Ich hätte es wissen müssen. Der MAN rollte noch nicht richtig auf den Parkplatz, da glänzten seine Augen

Gibt es in Mauretanien Schakale oder sind das Wölfe?

In manchem Offroad Büchlein wird in Mauretanien von Schakalen geredet. Aber es gibt in Mauretanien keine Schakale. 
Denn es sind genetisch gesehen Afrikanische Goldwölfe.
Warum manche sie immer noch „Schakale“ nennen und was der Unterschied ist:
1. Die wissenschaftliche Korrektur:

Die Situation in der Westsahara: Ein politisch korrekter Blick auf die Ursachen, die Lebensbedingungen der Sahrauis und völkerrechtliche Perspektiven

Die Westsahara, ein Gebiet im Nordwesten Afrikas, ist seit Jahrzehnten Schauplatz eines ungelösten Konflikts. Mit einer Fläche von etwa 266.000 km² und einer strategischen Lage an der Atlantikküste ist das Gebiet reich an natürlichen Ressourcen wie Phosphaten, Fischbeständen und potenziellen Öl- und Gasvorkommen. Die geopolitische und wirtschaftliche Bedeutung der Region hat dazu geführt, dass der Konflikt um die Westsahara weit über die Interessen der direkt betroffenen Bevölkerung hinausgeht. Im Zentrum des Konflikts stehen das sahrauische Volk und sein Anspruch auf Selbstbestimmung, der seit der Dekolonialisierung in den 1970er-Jahren ungelöst ist.

Das Leben der Sahrauis

Die Sahrauis, die indigene Bevölkerung der Westsahara, sind seit Jahrzehnten mit prekären Lebensbedingungen konfrontiert, die sich aus der politischen Unsicherheit und der fortdauernden Besatzung ergeben. Etwa 500.000 Sahrauis sind direkt von dem Konflikt betroffen, wobei ihre Lebensrealität stark davon abhängt, ob sie in den von Marokko kontrollierten Gebieten, in den von der Polisario-Front verwalteten Regionen oder in Flüchtlingslagern in Algerien leben.

In den von Marokko kontrollierten Gebieten

In den urbanen Zentren wie El Aaiún, Dakhla und Smara, die unter marokkanischer Verwaltung stehen, leben viele Sahrauis unter schwierigen Bedingungen.

Diskriminierung: Sahrauis berichten von systematischer Diskriminierung im Bildungssystem, auf dem Arbeitsmarkt und in der Verwaltung. Arbeitsplätze und wirtschaftliche Vorteile, die durch die Ausbeutung der Ressourcen entstehen, kommen oft nicht der indigenen Bevölkerung zugute.

Repression: Politische Aktivitäten oder friedliche Proteste für die Unabhängigkeit werden häufig mit repressiven Maßnahmen beantwortet. Menschenrechtsorganisationen dokumentieren willkürliche Verhaftungen, Überwachung und Einschränkungen der Meinungsfreiheit.

Zwangsansiedlungen: Die marokkanische Regierung fördert die Ansiedlung marokkanischer Staatsbürger in der Westsahara, was die Sahrauis weiter marginalisiert und den Charakter der Region verändert.

In den von der Polisario-Front kontrollierten Gebieten

Die von der Polisario-Front kontrollierten Gebiete, oft als "befreite Zonen" bezeichnet, sind größtenteils Wüstenregionen mit extremen klimatischen Bedingungen und minimaler Infrastruktur.

Einfaches Leben: Die wenigen Sahrauis, die in diesen Gebieten leben, führen ein karges Leben, das stark von der Unterstützung durch die Polisario-Front und Hilfsorganisationen abhängt.

Militärischer Fokus: Die ständige Bedrohung durch den Konflikt mit Marokko prägt den Alltag, da viele Ressourcen für Verteidigungsmaßnahmen eingesetzt werden.

In den Flüchtlingslagern in Algerien

Etwa 170.000 Sahrauis leben in Flüchtlingslagern rund um Tindouf in Algerien, einer der unwirtlichsten Regionen der Sahara. Diese Lager bestehen seit über 40 Jahren und sind stark von internationaler humanitärer Hilfe abhängig.

Versorgungsprobleme: Nahrungsmittel, Wasser und medizinische Versorgung sind oft knapp, und die Bevölkerung leidet unter Mangelernährung und unzureichenden Bildungsmöglichkeiten.

Abhängigkeit von Hilfsorganisationen: Obwohl die Lager von der Polisario-Front organisiert werden, ist die Bevölkerung auf Hilfe von UN-Organisationen wie dem UNHCR angewiesen.

Gemeinschaftszusammenhalt: Trotz der schwierigen Lebensbedingungen haben die Sahrauis in den Lagern ein starkes Gemeinschaftsgefühl entwickelt, das durch ihre gemeinsame Identität und den Wunsch nach Unabhängigkeit gestärkt wird.

Historische Ursachen des Konflikts

Nach dem Rückzug der spanischen Kolonialmacht im Jahr 1975 erhoben sowohl Marokko als auch Mauretanien Anspruch auf das Gebiet, was zu Spannungen führte. Die Befreiungsbewegung der Sahrauis, die Polisario-Front, proklamierte die Demokratische Arabische Republik Sahara (DARS) und kämpfte für die Unabhängigkeit. Während Mauretanien 1979 seine Ansprüche aufgab, hält Marokko seither große Teile des Territoriums besetzt, darunter die ressourcenreichen Küstenregionen. Die marokkanische Regierung rechtfertigt ihren Anspruch historisch und kulturell, während die Polisario-Front auf das Recht auf Selbstbestimmung pocht, das durch die Resolutionen der Vereinten Nationen (z. B. Resolution 1514 von 1960) gestützt wird.

Ressourcen als Konflikttreiber

Die Bodenschätze und Fischereirechte in der Westsahara haben den Konflikt zusätzlich angeheizt.

1. Phosphatvorkommen: Die Mine in Bou Craa zählt zu den größten Phosphatlagerstätten der Welt. Phosphat ist ein unverzichtbarer Rohstoff für die weltweite Landwirtschaft. Marokko nutzt diese Ressourcen intensiv, was von der Polisario-Front und internationalen Beobachtern als illegale Ausbeutung angesehen wird.

2. Fischereirechte: Die atlantischen Gewässer vor der Westsahara gehören zu den fischreichsten der Welt. Marokko hat mit der Europäischen Union Fischereiabkommen geschlossen, die umstritten sind, da sie die Westsahara nicht als separates Gebiet berücksichtigen. Der Europäische Gerichtshof entschied 2016 und 2018, dass diese Abkommen das Völkerrecht verletzen, da die Bevölkerung der Westsahara nicht konsultiert wurde.

3. Erkundung von Öl- und Gasreserven: Internationale Unternehmen haben in der Vergangenheit Explorationsverträge mit Marokko abgeschlossen, was von der Polisario-Front und Menschenrechtsgruppen scharf kritisiert wurde.

Fazit aus völkerrechtlicher Perspektive

Nach dem internationalen Völkerrecht steht das sahrauische Volk im Mittelpunkt des Konflikts. Die UN-Charta und das Prinzip der Selbstbestimmung betonen, dass Kolonialgebiete das Recht haben, über ihre Zukunft frei zu entscheiden. Marokkos Verwaltung der Westsahara wird völkerrechtlich nicht als rechtmäßige Souveränität anerkannt. Vielmehr gilt Marokko laut Resolutionen der UN-Generalversammlung als Besatzungsmacht. Die wirtschaftliche Ausbeutung der Ressourcen der Westsahara ohne Zustimmung der Sahrauis verstößt gegen das Prinzip der permanenten Souveränität über natürliche Ressourcen, das in mehreren internationalen Abkommen verankert ist.

Ein gerechter und nachhaltiger Frieden in der Westsahara erfordert daher eine Lösung, die das Recht der Sahrauis auf Selbstbestimmung respektiert und die Ausbeutung der Ressourcen beendet. Die internationale Gemeinschaft muss ihren Einsatz für ein Referendum und die Umsetzung der UN-Resolutionen verstärken. Nur so kann eine Lösung gefunden werden, die den Prinzipien des Völkerrechts entspricht und langfristig Stabilität in der Region gewährleistet.

Warum die meisten Reisenden scheitern – lange bevor sie losfahren

Noch ein Thema Reisen - Gestern saß ich wieder in unserer Dorfkneipe. Irgendwann kam die Sprache auf Reisen. Nicht auf Pauschalreisen. Nicht auf zwei Wochen All-inclusive irgendwo am Meer. Sondern auf diese Reisen. Die langen. Die unbequemen. Die, bei denen man nicht genau weiß, wo man nächste Woche steht. Die Reisen, bei denen die Landkarte irgendwann aufhört und das Abenteuer anfängt.

„Das würde ich auch gern machen“, sagte einer. Diesen Satz höre ich seit fünfzehn Jahren. In Österreich. In Deutschland. Eigentlich überall.

Fast immer folgt danach ein Aber. Ein kleines Wort. Vier Buchstaben. Und genau an diesem Aber scheitern die meisten Menschen.

Nicht in der Sahara. Nicht im Pamir. Nicht auf irgendeiner russischen Schlammpiste. Sondern zuhause am Küchentisch. Die meisten Reisen scheitern lange bevor der Motor gestartet wird.

Was sich nach 1000 Nächten draußen verändert

Gerade eben saß ich wieder einmal in unserer Dorfkneipe in der Steiermark. Die gleiche Theke wie seit 2 Jahren, die gleichen Gesichter, die gleichen Geschichten und die gleichen Sorgen. 

Irgendwann kam die Sprache auf meine nächste Reise, denn das ganze Dorf hatte schon den MAN vor der Tür gesehen. Vier, fünf oder sechs Monate sollen es wieder werden. Richtung Süden, wieder über den Wendekreis des Krebses hinaus. Wieder Richtung Mauretanien. Dieses Mal noch tiefer in abgelegene Regionen auch Richtung Mali. 

Weitab jeder Zivilisation in Mauretanien 


Einer der Nachbarn schüttelte den Kopf und nahm einen Schluck Bier. „Das könnte ich nicht“, sagte er. Ein anderer fragte sofort, was denn sei, wenn etwas passiert. Wenn das Auto kaputtgeht. Wenn man krank wird. Wenn man irgendwo feststeckt. Ohne Werkstatt. Ohne ÖAMTC. Ohne Krankenhaus. Ohne irgendeinen Rettungsanker. Ich musste lächeln, weil ich die Fragen gut verstehen konnte. Denn ich höre sie oft von meinem Sohn. Vor fünfzehn Jahren hätte ich wahrscheinlich dieselben gestellt. Damals glaubte ich noch, die Welt sei ein gefährlicher Ort und Sicherheit etwas, das man besitzen könne wie ein Ersatzrad oder eine Versicherungspolice.

Heute, nach weit mehr als tausend Nächten irgendwo draußen zwischen Russland, Armenien, Georgien, der Westsahara und Mauretanien, sehe ich das anders.

Nicht weil die Welt sicherer geworden wäre. Sie ist genauso