Heute wären wir 38 Jahre verheiratet.

Komisch, wie Zahlen auf einmal schwer werden können.

Dabei kennen wir uns seit beinahe 58 Jahren. Ein ganzes Leben. Oder zumindest fast alles, woran ich mich erinnern kann.

Vor zwei Jahren bist du gegangen.
Viel zu früh.
Das sagen die Leute immer.
Aber manche Sätze sind wahr, auch wenn sie oft gesagt werden.

Unser Sohn ist längst erwachsen. Über vierzig. Er lebt sein Leben.

Und ich? Ich gehe weiter. Mit Castor.

Dem kleinen Kerl, der jeden Morgen raus will, egal ob die Sonne scheint oder der Himmel aussieht, als hätte er die Nase voll. Der gefüttert werden will, beschäftigt werden will und der nicht versteht, warum Menschen fehlen.

Vielleicht ist das auch gut so.

Also kümmere ich mich um ihn. Bis zu seinem oder meinem letzten Tag. Nicht weil ich muss. Weil ich will.

Und während wir unsere Runden drehen, denke ich manchmal an dich.

An die Jahre.
An das Lachen.
An die Reisen.
An den ganz normalen Wahnsinn, den man Leben nennt.

38 Jahre verheiratet. Beinahe 58 Jahre verbunden. Heute ist kein Tag für große Worte. Nur einer von diesen Tagen, an denen die Erinnerung leise neben einem herläuft. Und an denen das Vermissen etwas schwerer wiegt als sonst.

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