Niemand hupt

Mehrere tausend Kilometer durch Mauretanien. Sand, Hitze, Staub. Eine Landschaft, die dich nicht fragt, wer du bist, sondern nur, ob dein Motor heute noch Lust hat weiterzumachen. Zwischen Wüste und Staubdörfern zieht sich die Straße wie ein schlechter Witz, der trotzdem funktioniert.

Und dann fällt dir etwas auf, das in Europa fast absurd wirkt. Außerhalb der Städte hupt dort niemand.

Nicht ein einziges Mal dieses nervöse, aggressive Gehupe, das bei uns schon bei drei Sekunden Verzögerung losgeht.

Der Tag, an dem mein Dachzelt einen Tagessatz verdiente

Heute habe ich mein Dachzelt verkauft.
GFK. Ein paar Scharniere. Eine Matratze. Mehr war es eigentlich nicht. Und doch hing daran ein Stück Leben. Viele Nächte. Regen. Wind. Hitze. Kalte Morgen. Sonnenuntergänge irgendwo im Nirgendwo.

Als der Käufer vom Hof fuhr, blieb das Geld auf dem Tisch liegen.
Ich musste lachen. Nicht, weil es besonders viel Geld war. Sondern weil mir plötzlich auffiel, dass dieser Verkauf ziemlich genau meinem Tagessatz entsprach, den ich früher als Interimmanager in vielen Projekten verdient habe.

Früher hätte ich dafür morgens um fünf den Wecker gestellt. Zum Flughafen gehetzt. Im Anzug