Warum Einsamkeit der größte Luxus geworden ist

In den letzten achtzehn Monaten sind wir mehr als 70.000 Kilometer gefahren. 28 Länder. Russland. Georgien. Armenien. Mauretanien. Die Westsahara. Europa. Dreck. Staub. Schnee. Hitze. Grenzen. Kontrollen. Sand, der in jede verdammte Ritze kriecht, in die er nichts verloren hat.

Wir waren mit kleinen Gruppen unterwegs. Vier oder fünf Fahrzeuge. Manchmal zwei Fahrzeuge, zwei Menschen und zwei Hunde. Das war wahrscheinlich die beste Variante. Und dann waren wir sehr oft alleine. Eigentlich die meiste Zeit. Und irgendwann habe ich begriffen, dass genau das der größte Luxus geworden ist.

Nicht das Fahrzeug. Nicht die Freiheit,

Der Alte friert. Im Juli. - Geht es wieder los?

21 Juli - 21 Grad. Der Alte sitzt beim Grill. Im Hemd. In langen Hosen. Und sieht aus, als würde er gleich eine dicke Jacke anziehen. Ich beobachte ihn. Der Mann ist nicht normal. Es ist Sommer. In München werden von "Grünen" Trotteln Brunnen wegen Wassermangel abgeschaltet aber der Alte friert obwohl er am liebsten in Lappland wäre.

Das ist gut. Denn wenn der Alte friert, beginnt er über das Wegfahren nachzudenken. Und genau das tut er gerade. Mauretanien war eigentlich der Plan. Noch einmal zurück in die Wüste. Länger. Weiter. Dorthin, wo der Sand bis in die letzten Ritzen kriecht und der Alte nach drei Tagen aussieht, als hätte er sich mit einer Straßenbaumaschine geprügelt.

Das Ende der günstigen Kommunikation auf Weltreise: Starlink streicht beliebte Roaming-Tarife


Wer mit dem Wohnmobil oder dem Expeditionsmobil die Welt erkundet und dabei auf stabiles Satelliten-Internet setzt, muss jetzt tief in die Tasche greifen. SpaceX zieht die Zügel bei seinen Roaming-Bedingungen drastisch an: Ab Mitte August 2026 greift eine fundamentale Tarifreform, die das Budget von Langzeitreisenden und digitalen Nomaden massiv belasten wird.

Die bisherigen, extrem beliebten Tarife „Reise 50“ (bzw. Reise 100 GB) ab 40 € und „Reise Unlimited“ für rund 89 € bis 95 € im Monat fallen für den weltweiten Langzeiteinsatz weg oder werden stark beschnitten. Wer sich länger als 1 Monat außerhalb des europäischen Heimatkontinents aufhält, wird zu einem drastischen Upgrade gezwungen: Der Wechsel in den „Global Priority“-Tarif für stolze 250 € im Monat wird zur Pflicht wenn Du nicht in Dein "Heimatland" (in unserem Falle Europa) zurück kehrst.

Das 1-Monats-Limit: Europa als Grenze

Schwergewicht-Bergematerial von Militär und Feuerwehr

Warum ich meinen 7,5 Tonner künftig mit britischen Militär-Sandmatten und pneumatischer Hubkraft rette

Wer mit einem ausgewachsenen Expeditions-Lkw abseits befestigter Straßen reist, lernt schnell Demut vor dem Gewicht des eigenen Fahrzeugs. Mit rund 7,5 Tonnen Gesamtgewicht ist man auf weichem Untergrund kein schwebender Federball mehr, sondern eine gewaltige Kraft, die sich bei Fahrfehlern oder tückischem Terrain unbarmherzig tief eingräbt. Die Standard-Ausrüstung bestehend aus robusten Bergegurten, einem kinetischen Bergegurt, hochfesten Schäkeln, einer starken Seilwinde und klassischen Kunststoff-Sandboards gehört natürlich zum Pflichtprogramm. Letzteres werden wohl nur zur Einmalnutzung dienen, denn ab einer gewissen Gewichtsklasse geraten diese „üblichen Verdächtigen“ an ihre physikalischen Grenzen.

Um für extreme Solo-Szenarien optimal gewappnet zu sein, habe ich mein Bergebesteck gezielt um zwei hochgradig spezialisierte, im zivilen Bereich fast gänzlich unbekannte Werkzeuge erweitert. Sie decken genau die Lücken ab, die starre Boards und reine Zugkraft offenlassen: Die extrem robuste „Robusta“-Sandmatte der britischen Armee und das unbarmherzig kraftvolle Vetter Hebekissen Typ 1/13 mit 13 Tonnen Hubleistung.

Castor ist nicht MEIN Hund

Die Leute meinen es nett.
„Schöner Hund.“
„Was für ein braver Hund.“
„Wie alt ist dein Hund?“

Mein Hund. Ich hasse dieses Wort. Nicht, weil es falsch ist. Sondern weil es nach Besitz klingt. Nach Eigentum.

Es gibt da etwas, das ich künftig ändern werde. - Mit KI/AI erzeugte Bilder werden bei mir markiert

Viele von euch wissen, dass ich schon seit Jahren mit künstlicher Intelligenz arbeite. Nicht erst, seit jeder zweite plötzlich Experte dafür geworden ist. Für mich ist sie ein Werkzeug. Nicht mehr. Nicht weniger. Privat wie im Business. So wie eine Kamera, ein Objektiv oder ein verdammt guter Schraubenschlüssel.

Ab und zu entstehen dabei Bilder. Manche komplett aus der KI. Manche nur verbessert. Farben, Licht, Kleinigkeiten. Und manchmal sind sie so gut, dass niemand mehr erkennt, wo die Kamera aufhört und die Maschine anfängt.

Genau deshalb werde ich sie künftig kennzeichnen.

Auf dem Bild zu diesem Beitrag seht ihr das Symbol, mit dem ich KI-generierte oder mit KI optimierte Bilder künftig markieren werde. Diese Raute werdet ihr ab sofort auf allen entsprechenden Bildern finden. Seht ihr dieses Symbol, dann wisst ihr: Hier hat die Gemini-KI ihre Finger im Spiel gehabt. Das Bild wurde entweder vollständig mit KI erzeugt oder von ihr optimiert.

Nicht, weil ich mich dafür schäme. Ganz im Gegenteil.

Sondern weil Ehrlichkeit mehr wert ist als jedes perfekte Bild. Ich habe nie etwas davon gehalten, Menschen etwas vorzumachen. Die Straße ist echt. Die Reisen sind echt. Die Geschichten sind echt. Und wenn ein Bild aus einer Maschine kommt, dann darf das auch jeder wissen.

Am Ende zählt ohnehin nicht, wer den Auslöser gedrückt hat. Sondern ob ein Bild etwas erzählt. Und das ist eine Geschichte, die ich euch niemals von einer Maschine schreiben lasse.

432 Euro für ein paar Kilometer – oder: Warum ich in Österreich künftig die Landstraße nehme

Ich bin Castor. Nicht sein Hund. Sein Reisegefährte.

Normalerweise interessiere ich mich mehr für Mäuse im Straßengraben als für Mautsysteme. Aber was ich diesmal erlebt habe, hat selbst mir gereicht.

Der Alte hat einen Lkw nach Österreich gefahren. Alles sauber. An der Grenze eine GO-Box gekauft. Aktiviert. 162 Euro aufgeladen. Laut Mautrechner hätten rund 111 Euro für die Strecke von Passau nach Fürstenfeld gereicht. Also genug Reserve. Dachten wir.

Irgendwann soll das Guthaben plötzlich nicht mehr gereicht haben. Von der Kreditkarte wurde nichts nachgeladen, obwohl genau das an der Verkaufsstelle erklärt worden war. Monate später flatterte dann die Rechnung ins Haus.

270 Euro Ersatzmaut. Zusätzlich.

Warum macht jemand so etwas?

Ben Aicha, Mauretanien
"Du bist doch verrückt." Diesen Satz höre ich öfter. Manchmal mit einem Lächeln. Manchmal mit echtem Unverständnis. Manchmal von Menschen, die seit Jahrzehnten jeden Morgen dieselbe Strecke fahren, acht Stunden in einem Büro sitzen und glauben, das sei der normale Weg zu leben. Manchmal aber auch von Einheimischen in Mauretanien nachdem sie gehört haben wo ich gerade entlang gefahren bin. 

Lappland, 200km nördlich des Polarkreises im Januar

Sie fragen mich: Warum fährt jemand freiwillig bei minus 26 Grad durch Norwegen? Warum stellt man sich in eine weiße Landschaft, in der es keinen Menschen gibt? 

Warum fährt man mit einem Geländewagen tausende Kilometer durch Wüsten, über Schotterpisten und durch Gegenden, in denen selbst Google Maps irgendwann keine Antworten mehr hat?

Warum Armenien? Warum Georgien? Warum die Weite Russlands? Warum die Sahara?

Die Antwort ist schwer zu erklären. Denn es geht nicht wirklich um das Fahren. Es geht nicht um den Geländewagen. Es geht nicht um Kilometer. OK, natürlich auch etwas. Es geht um etwas, das aber immer seltener geworden ist.

Ruhe. Echte Ruhe. 

Der Alte sammelt Ausreden. Ich sammle Geschichten. - Warum es mein Buch bis heute nicht gibt

Vor über einem Jahr hat der Alte seine Leser gefragt, ob aus meinem ganzen Geruchssammeln, dem Dreck an den Pfoten und den Geschichten, die sich zwischen den Reifen festsetzen, irgendwann mal ein Buch werden soll.

Die Antwort war klar. Ja.

Aber nicht über den Alten. Über mich.

Der Alte hält zwar das Lenkrad vom ISUZU oder vom alten MAN G90 fest. Er tankt den Diesel, flucht über die Preise und glaubt manchmal, er wäre der Kapitän dieser rostigen Arche.

Ist er aber nicht. Ich bin der, der die Welt einsammelt.

Überbewerteter Plastikscheiß und graue Abwasserrohre - Die Luftansaugung und das wahre Leben im Staub

In Europa schrauben sie sich diese Plastikrohre an ihre geleckten Karren. Hunderte Euro (ein halbes Jahresgehalt in Mauretanien) für ein Statussymbol, nur um sonntags zur Eisdiele zu jagen und wichtig auszusehen. 

Niemand hupt

Mehrere tausend Kilometer durch Mauretanien. Sand, Hitze, Staub. Eine Landschaft, die dich nicht fragt, wer du bist, sondern nur, ob dein Motor heute noch Lust hat weiterzumachen. Zwischen Wüste und Staubdörfern zieht sich die Straße wie ein schlechter Witz, der trotzdem funktioniert.

Und dann fällt dir etwas auf, das in Europa fast absurd wirkt. Außerhalb der Städte hupt dort niemand. (In der Stadt z.B. Nouakchott hupt dafür JEDER) 

Nicht ein einziges Mal dieses nervöse, aggressive Gehupe, das bei uns schon bei drei Sekunden Verzögerung losgeht.

Der Tag, an dem mein Dachzelt einen Tagessatz verdiente

Heute habe ich mein Dachzelt verkauft.
GFK. Ein paar Scharniere. Eine Matratze. Mehr war es eigentlich nicht. Und doch hing daran ein Stück Leben. Viele Nächte. Regen. Wind. Hitze. Kalte Morgen. Sonnenuntergänge irgendwo im Nirgendwo.

Als der Käufer vom Hof fuhr, blieb das Geld auf dem Tisch liegen.
Ich musste lachen. Nicht, weil es besonders viel Geld war. Sondern weil mir plötzlich auffiel, dass dieser Verkauf ziemlich genau meinem Tagessatz entsprach, den ich früher als Interimmanager in vielen Projekten verdient habe.

Früher hätte ich dafür morgens um fünf den Wecker gestellt. Zum Flughafen gehetzt. Im Anzug