Camp Steska - Empfehlung

Die Campingplätze Sloweniens ersticken an Wohnmobilen,  Schrankwand an Schrankwand, Stoßstange an Stoßstange. Die Leute bezahlen 35 Euro die Nacht, nur um auf staubigem Schotter direkt neben dem Lärm der Landstrasse zu hocken und den Auspuffqualm zu frühstücken. Hauptsache direkt an der Route. Hauptsache wie alle anderen. Ein Haufen Elend auf vier Rädern.

Ich habe das Lenkrad herumgerissen.

Fünf Kilometer weg von der Scheiße, rein in die Nebenstraßen, kurz vor Žalec.

Camp Steska. www.ribnik-steska.si


Kein Lärm. Kein Gedränge. Einfach nur Stille, die dir langsam die Hektik aus den Knochen saugt. Letzte Nacht teilte ich mir diesen Flecken Erde mit genau zwei anderen Seelen – einer auf zwei Rädern, einer in seiner Blechkiste. Jetzt sind sie weg. Niemand mehr da. Nur ich und der Wind.

Dreihundert Meter weiter liegt die Turistična kmetija Cokan. Ein Ort mit glasklarem, 9 Grad kaltem Quellwasser aus der Steska-Höhle, frischen Forellen vom Grill und hausgemachtem Räucherfisch-Aufstrich. Das Bier ist kalt, die Duschen und Toiletten so verdammt sauber, dass man vom Boden essen könnte – eine Seltenheit in dieser Welt, die sonst meistens zum Kotzen ist.

Der ganze Zirkus an der Hauptstraße zahlt 35 Mücken für einen Platz in der Hölle. Ich zahle siebzehn Euro für das Paradies.

Wenn du dumm genug bist, bleib auf der Bundesstraße. Wenn nicht: Fahr nach Steska.


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