Meine neue Spülmaschine

Der Alte hat eine neue Spülmaschine - nicht gekauft, nur engagiert. Er nennt sie nicht Spülmaschine. Er nennt sie Castor. 

Ich finde, das ist ein verdammt guter Name für ein Haushaltsgerät. Ding steht auf dem Boden, hat vier Beine, frisst alles, was nach Essen riecht, und arbeitet auch ohne Strom. Lautlos ist sie allerdings nicht. Besonders wenn noch ein Rest Soße im Topf klebt. Der Alte stellt mir also diesen verdammten Topf hin und wartet. Ich stecke die Schnauze rein. Einmal. Zweimal. Dann gehe ich richtig ran.

Metall kratzt über Zähne, Zunge über Edelstahl, der letzte Fettfilm verschwindet irgendwo zwischen meinen Backenzähnen. Der Alte schaut zu, als hätte er gerade die Zukunft der Küchentechnik entdeckt. Hat er auch.


Keine Tabs. Kein Eco-Programm. Keine 60 Grad. Keine Rechnung vom Elektriker. Nur ich. Castor, Baujahr 2024, vier Pfoten, ein Straßenhund-Magen und ein verdammt gutes Spülprogramm.

Und während ich diesen Topf sauberlecke, denke ich: Wenn der Alte jetzt noch anfängt, mir dafür einen Stundenlohn zu zahlen, haben wir beide endlich verstanden, wie Kapitalismus funktioniert. 🐕‍🦺🍲

Castor
Spülmaschine. Reisebegleiter. Resteverwerter. Und manchmal einfach nur ein hungriger Hund.

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