24.10.2026

Marokko. Erste Sekunde auf afrikanischem Boden, und was macht diese hochgezüchtete Weltraum-Spielerei?

Schaltet einfach ab.
Reise 50. Tot. Abgewürgt. Der feine Herr Musk hat beschlossen, dass fünfzig Gigabyte nur noch für Weicheier taugen, die zwischen Nizza und Buxtehude im Kreis fahren. Zum echten Reisen da draußen völlig unbrauchbar.
Ich hab zähneknirschend auf diesen Unlimited-Tarif aufgerüstet. 89 Euro im Monat. Ein Scheißhaufen von Geld für ein bisschen Äther, und das Beste an dem Witz: Selbst dieser unlimitierte Quatsch deckelt dich nach 30 Tagen ab.
Ich sitze hier in Marokko, strotze vor Wut und liebäugele schon wieder mit der Steinzeit. 

Scheiß auf die Schüssel auf dem Dach. Her mit den lokalen SIM-Karten, Plastik und Plastik, rein in die Gurke, wie früher.
Merkt euch eins, wenn ihr die Zivilisation hinter euch lasst: Starlink für Weltenbummler außerhalb Europas ist Geschichte. Mausetot. Und tschüss.

22.10.2026

Wenn die Flasche Wein billiger ist, als der Diesel....


Der Alte saß am Tisch. Ich lag auf dem abgewetzten Linoleum des FM1-Shelters – diesem alten Bundeswehr-Blechkübel, der nach Diesel, Wüstensand und Geschichte riecht – den Kopf auf den Pfoten, und beobachtete ihn durch ein halb geöffnetes Auge, während er sich ein Glas von diesem billigen roten Stoff einschenkte.

Ein Euro und neunundneunzig Cent. 1,99 Euro für dreiviertel Liter. Er hatte die Pulle heute irgendwo hier in Spanien im Supermarkt aus dem Regal gefischt. Normalerweise riecht Zeug für den Preis wie die Pisse von einem kranken Kojoten und brennt dir Löcher in den Magen, aber der Alte nahm einen Schluck, wog die Lage ab und knurrte nur ein kurzes, trockenes: „Trinkbar.“

Das war der Moment, in dem die alten Zahnräder in seinem Kopf schmerzhaft anzulaufen begannen.

Er dachte an Deutschland. An den scheußlichen Dieselpreis dort drüben. Ein verdammter Liter stinkender Treibstoff kostet zu Hause inzwischen mehr als eine ganze Flasche von diesem spanischen Rotwein. Das muss man sich mal reinziehen. Die Welt ist völlig durchgeknallt, und der Alte hockt mittendrin im Shelter und rechnet.

Jetzt sitzt er da, starrt das Glas an und dreht durch. Zwei Optionen plagen seine grauen Zellen:

Erstens: Er kippt den Wein einfach direkt in den Tank vom MAN. Scheiß drauf, vielleicht läuft der D0226-Diesel ja auch mit vergorenen Trauben. Wenn nicht, riecht der Auspuff wenigstens nach Kneipe.

Zweitens: Er pfeift aufs Tanken, gibt keinen einzigen Cent mehr für Diesel aus, kauft von der verbliebenen Kohle den halben Laden voller Weinkisten und bleibt einfach für immer genau hier hocken.

Ich ließ meine Rute einmal kurz aufs linoleumgedämmte Holz knallen und schloss die Augen. Solange mein Napf voll ist und ab und zu ein Stück Wurst abfällt, soll er von mir aus die ganze Hütte bis zur Decke mit Wein zupacken. Er starrt immer noch auf das leere Glas, auf die Wand, auf nichts. Ich glaube, er kauft mehr Kisten.


19.10.2026

Wenn die Wetter-App schweigt, aber das Handy schrillt: Warum Technik mich fast die Achse gekostet hätte



Gestern Abend, irgendwo südlich von Valencia. Ein gewohnter Blick auf das Smartphone vor der Nacht am Strand:

  • Gezeiten-App: Höchststand war vor zwei Stunden, Niedrigwasser kommt erst in 11 Stunden. Alles scheinbar im grünen Bereich.
  • Wetter-App: Starke Windböen, aber mickrige 2,5 mm Regen vorhergesagt.

Normalerweise hätte ich diesen Daten vertraut. Doch mein Bauchgefühl war sowieso schon mulmig – also habe ich den Wagen zumindes

Wenn der Social-Media-Kick schiefgeht: Schwerer Unfall auf Mauritaniens Erzzug

Der berühmte Eisenerzzug der Staatseisengesellschaft SNIM in Mauritanien zieht seit Jahren Abenteurer und Influencer aus aller Welt an. Mit einer Länge von über zwei Kilometern gilt die Fahrt auf den offenen Güterwaggons mitten durch die Sahara als einer der extremsten Reisetrips überhaupt.

Dass der Hype auf TikTok und Instagram nicht ungefährlich ist, zeigte ein Vorfall in der mauretanischen Region Tiris Zemmour.

Was ist passiert?

09.10.2026

Die frostige Hölle gen Norden: Wie ich Silvester am Ende der Welt überlebte


Es gibt Tage, an denen wacht man morgens auf, starrt an die vergilbte Decke, schmeckt den abgestandenen Geschmack des Vortags im Mund und spürt dieses miese, nagende Gefühl im Magen. Das Gefühl, dass das Leben aus einer endlosen Abfolge von belanglosen Bürogesprächen, lauwarmem Kaffee und lauwarmer gesellschaftlicher Fratze besteht.

Normalerweise nimmt man dagegen einen kräftigen Schluck billigen Whisky, dreht sich um und schläft weiter.

Ich nicht. Ich dachte mir kurz vor dem Jahreswechsel 2016/2017: Was solls. Warum das neue Jahr im warmen Wohnzimmer mit verlogenen Glückwünschen begießen, wenn man sich die Eier auch in einer arschkalten, eisigen Einöde abfrieren kann? 

HIER die komplette Playlist: https://youtube.com/playlist?list=PL8eZ8omxBU-LP8mYTmh8RVolRlY3KyS5E&si=ftYVyoVOsupk1YMA

Also packte ich mein Zeug. Kein Reisebüro, keine Gruppe,

06.10.2026

Der Tag der Auslandsdeutschen oder: Warum die Welt ohne uns im Elend versaufen würde (und warum ich es trotzdem tue)

Man teilt mir mit, heute sei der internationale Tag der Auslandsdeutschen. Großartig. Ein Tag für Abgehauene, Steuerflüchtlinge, Visionäre und Leute mit chronisch ruinierten Lebern.

Ich bin vor zwei Jahren auch abgehauen. Aber nennt mich verdammt noch mal nicht „Auswanderer“. Wandern tun verklemmte Typen in Funktionskleidung mit Ski-Stöcken ohne Skier und schlecht sitzenden Unterhosen, die Sonntags um acht Uhr morgens auf Hügel klettern, um trockenes Vollkornbrot mit Schinken zu kauen. Ich bin nicht gewandert. Ich bin gefahren. Mit schwerem Gerät, viel Diesel, verdammt viel Gepäck und einer gehörigen Portion Verachtung für die deutsche Bürokratie im Rückspiegel. Keinen Wohnsitz mehr im Bundesgebiet, den Pass tief in der Tasche, den Mittelfinger fest im Wind.

Wenn man sich die Geschichtsbücher ansieht – oder das, was Schlauseiten zum heutigen Tag zusammentippen –, stellt man fest: Die Auslandsdeutschen haben der Welt schon immer den Arsch gerettet. 

Wo die Sahara auf den Atlantik trifft: Nationalpark Banc d’Arguin 🇲🇷🦅

Der Nationalpark Banc d’Arguin an der Küste Mauretransformationens ist einer der faszinierendsten und abgelegensten Orte Westafrikas. Als UNESCO-Weltkulturerbe bildet er ein einzigartiges Ökosystem: Riesige Wüstendünen treffen direkt auf das flache, fischreiche Meer.

In diesem Video nehme ich dich mit auf eine Reise durch diese unberührte Naturlandschaft – von Millionen Zugvögeln bis zu den traditionellen Imraguen-Fischern, die seit Jahrhunderten im Einklang mit dem Meer leben.

03.10.2026

MAURETANIEN: Wenn die Piste zur Grenze wird! von Kiffa nach Kaédi 4x4

Auf einem der spektakulären und entlegenen Track in Mauretanien unterwegs: Begleitet uns auf unserem Offroad-Abenteuer quer durch die Dornbuschsavanne der Sahelzone!

Unsere Route führt uns von **Kiffa** über **Kankossa**, **El Moudéré**, **Dougoulgui** und den atemberaubenden **Passo de Soufa** weiter über **Hassi Chems** und **M'Bout** bis an die Ufer des Senegal-Flusses nach **Kaédi**. Ein besonderes Highlight: Große Teile dieser Strecke verlaufen nahe der Grenzregionen zu **Mali** und dem **Senegal**. Dichte Dornbüsche, tief ausgefahrene Sandpisten, felsige Passpassagen und abgelegene Siedlungen verlangen Mensch und Fahrzeug alles ab. Erlebt unverfälschte Natur, die harte Realität des Lebens im Sahel und das pure Gefühl von Freiheit abseits jeglicher Zivilisation.