Normalerweise nimmt man dagegen einen kräftigen Schluck billigen Whisky, dreht sich um und schläft weiter.
Ich nicht. Ich dachte mir kurz vor dem Jahreswechsel 2016/2017: Was solls. Warum das neue Jahr im warmen Wohnzimmer mit verlogenen Glückwünschen begießen, wenn man sich die Eier auch in einer arschkalten, eisigen Einöde abfrieren kann?
HIER die komplette Playlist: https://youtube.com/playlist?list=PL8eZ8omxBU-LP8mYTmh8RVolRlY3KyS5E&si=ftYVyoVOsupk1YMA
Also packte ich mein Zeug. Kein Reisebüro, keine Gruppe,
kein doppelter Boden, kein verdammtes Sicherheitsnetz. Nur ich, mein Seelenverkäufer auf vier Rädern und der absolute Wahnsinn im Gepäck: Eine Tour über den Polarkreis bis rauf ans Nordkap – mitten im tiefsten, unbarmherzigsten Winter, pünktlich zu Silvester.Der Trip: Ein Roadtrip ins dunkle Nichts
Wenn du denkst, ein Roadtrip im Winter sei romantisch, hast du nie bei minus 27 Grad an einer verlassenen skandinavischen Tankstelle gestanden, während der Wind dir die Haut vom Gesicht peitscht und du dich fragst, ob deine Zehen jemals wieder Gefühl haben werden.
Die Route war simpel, aber die Ausführung ein echter Albtraum aus Eis, Dunkelheit, Einsamkeit und ein Rennen mit der Zeit:Der Weg durch die weiße Hölle: Tausende Kilometer über spiegelglatte Straßen. Schweden, Norwegen und Finnland im Winter sind wunderschön, aber verdammt nochmal gnadenlos. Ein falscher Dreh am Lenkrad, ein Ausrutscher in den Schneegraben, und du bist Futter für die Bären. Tag für Tag fuhr ich durch eine Dämmerung, die fließend in die nächtliche Finsternis überging. Die Sonne? Ein vergessenes Gerücht.
Der Polarkreis: Als ich die magische Linie überquerte, gab es keine Blaskapelle, keinen Schnaps aufs Haus. Nur eisigen Wind, der durch die Ritzen pfiff, und die Gewissheit, dass es ab jetzt noch düsterer, kälter und verlassener werden würde.
Silvester am Nordkap: Am Ende der Welt, wo Europa aufhört und das Eismeer anfängt, stand ich da. Während der Rest der Welt Raketen zündete, halbgare Neujahrsvorsätze lallte und sich billigen Schaumwein in die Kehle schüttete, stand ich allein im eisigen Orkan auf den Klippen des Nordkaps.
Der Tanz der Polarlichter
Und dann waren da diese verdammten Lichter. Ich bin kein Poet, und ich fange sicher nicht an, über das »Wunder der Natur« zu heulen. Aber wenn der Himmel plötzlich in schmutzigem Grün und giftigem Violett explodiert, wenn diese leuchtenden Gespenster über dir durch die arktische Nacht tanzen, während der Frost deine Augenbrauen verklebt – dann hältst du für einen Moment das Maul. Es ist mächtig. Es interessiert sich nicht für dich, deine kleinen Probleme oder deinen Kater. Es ist einfach da, wunderschön und scheißkalt.
Schaut euch das Elend an: Die komplette Playlist auf YouTube
Weil ich so blöd war, die Kamera mitzuschleppen und mit froststarren Fingern auf Aufnahmetaste zu drücken, habe ich den gesamten Trip für die Nachwelt dokumentiert. Kein durchgestylter Influencer-Müll, keine künstlichen Filter, keine gefälschte Reisebüro-Freude. Nur die nackte, ungeschminkte Wahrheit über Einsamkeit, Eis, Pannen, Polarlichter und den ganz normalen Wahnsinn am Rande des Nervenzusammenbruchs – inklusive des wiederentdeckten 30-Minuten-Films!
Ich habe die komplette Reise in einer eigenen YouTube-Playlist zusammengefasst.
Ziehet euch eine warme Jacke an, holt euch einen flotten Schluck fürs Gemüt und schaut euch an, wie man Silvester wirklich verbringen kann, ohne vor Langeweile einzuschlafen:
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Viel Spaß beim Mitfrieren. Wenn ihr wollt, lasst einen Kommentar da – oder schenkt euch einfach noch einen ein.




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