Der Alte saß am Tisch. Ich lag auf dem abgewetzten Linoleum des FM1-Shelters – diesem alten Bundeswehr-Blechkübel, der nach Diesel, Wüstensand und Geschichte riecht – den Kopf auf den Pfoten, und beobachtete ihn durch ein halb geöffnetes Auge, während er sich ein Glas von diesem billigen roten Stoff einschenkte.
Ein Euro und neunundneunzig Cent. 1,99 Euro für dreiviertel Liter. Er hatte die Pulle heute irgendwo hier in Spanien im Supermarkt aus dem Regal gefischt. Normalerweise riecht Zeug für den Preis wie die Pisse von einem kranken Kojoten und brennt dir Löcher in den Magen, aber der Alte nahm einen Schluck, wog die Lage ab und knurrte nur ein kurzes, trockenes: „Trinkbar.“
Das war der Moment, in dem die alten Zahnräder in seinem Kopf schmerzhaft anzulaufen begannen.
Er dachte an Deutschland. An den scheußlichen Dieselpreis dort drüben. Ein verdammter Liter stinkender Treibstoff kostet zu Hause inzwischen mehr als eine ganze Flasche von diesem spanischen Rotwein. Das muss man sich mal reinziehen. Die Welt ist völlig durchgeknallt, und der Alte hockt mittendrin im Shelter und rechnet.
Jetzt sitzt er da, starrt das Glas an und dreht durch. Zwei Optionen plagen seine grauen Zellen:
Erstens: Er kippt den Wein einfach direkt in den Tank vom MAN. Scheiß drauf, vielleicht läuft der D0226-Diesel ja auch mit vergorenen Trauben. Wenn nicht, riecht der Auspuff wenigstens nach Kneipe.
Zweitens: Er pfeift aufs Tanken, gibt keinen einzigen Cent mehr für Diesel aus, kauft von der verbliebenen Kohle den halben Laden voller Weinkisten und bleibt einfach für immer genau hier hocken.
Ich ließ meine Rute einmal kurz aufs linoleumgedämmte Holz knallen und schloss die Augen. Solange mein Napf voll ist und ab und zu ein Stück Wurst abfällt, soll er von mir aus die ganze Hütte bis zur Decke mit Wein zupacken. Er starrt immer noch auf das leere Glas, auf die Wand, auf nichts. Ich glaube, er kauft mehr Kisten.

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