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| https://maps.app.goo.gl/JYLmTUhy9v3Rt1wq9 |
Die Gegend rund um den Pass ist ein Übergangsraum: zwischen Sahel und trockener Wüste, zwischen bewohnten Flecken und stillen, fast vergessenen Weiten. Die Höhen sind unspektakulär auf dem Papier, doch die Wirkung entsteht aus dem Kontrast. Flache Ebenen reißen plötzlich auf, Hügel tauchen auf wie versteinerte Wellen, und dazwischen verlaufen Spuren, die man Straße nennt, obwohl sie sich oft wie Erinnerung anfühlen.
Wir wollten eigentlich einer klaren Linie folgen. Der Plan war einfach, fast schon naiv in seiner Schönheit: von Sani über El Moudéré, weiter über den Passo Soufa, Dougoulgui und Djonaba bis nach M’bout. Eine Route, fein eingezeichnet auf Karten, wie eine Versprechung aus Tinte.
Die Realität hatte andere Ideen. Und
Moustapha, unser mauretanischer Freund aus Kiffa hatte nur die Augen verdreht als wir ihm sagten was wir vorhaben. Heute wissen wir warum. Kein Mauretanier fährt diese Strecke freiwillig wenn er nicht mit vorgehaltener Waffe dazu gezwungen wird.Die Piste existierte größtenteils nicht mehr. Was blieb, waren Fragmente. Hier ein Stück festgefahrener Sand, dort zwei schwache Spuren, die sich im Nichts verloren. Manchmal nur eine Ahnung im Gelände, eine leichte Vertiefung, ein anderer Farbton im Staub, der verriet: Hier ist einmal jemand gefahren. Vielleicht vor Jahren. Vielleicht nur einmal.
Navigation wurde zur Detektivarbeit. Karten, GPS und Instinkt standen nebeneinander wie drei Berater, die sich selten einig waren. Immer wieder standen wir vor der Entscheidung: weiter geradeaus ins Ungewisse oder zurück und neu ansetzen.
Das Offroad-Fahren dort war keine Fahrt mehr, sondern ein Dialog mit der Landschaft. Der Untergrund wechselte ständig: harter Laterit, weicher Sand, ausgewaschene Rinnen. Jeder Kilometer verlangte Aufmerksamkeit. Jeder Fehler kostete Zeit, Diesel und Kraft.
Und doch lag genau darin der Reiz. Und dann treffen wir auch noch einen afrikanischen Goldwolf. Viele sagen, es sei ein Schakal aber nach neuesten Erkenntnissen der DNA weiss man das er dem Grauwolf näher ist.
Der Passo Soufa wurde so nicht nur zu einem geografischen Punkt, sondern zu einem Abschnitt, der alles bündelte: Orientierung verlieren, neu finden, Spuren lesen, Entscheidungen treffen. Ein Ort, an dem man merkt, wie relativ eine „Route“ eigentlich ist.
Am Ende war es weniger eine Strecke von A nach B als eine Bewegung durch Raum und Möglichkeit. Und irgendwo zwischen den verblassten Pisten, dem Staub und den stillen Hügeln hatte man ständig das Gefühl: Die Karte erzählt nur die Hälfte der Geschichte. Der Rest liegt draußen, im Gelände, und wartet darauf, dass man ihn sich erarbeitet.
Die Piste die vor Jahrzehnten wohl einmal angelegt wurde, war gut gemeint aber nicht instand gehalten da hier kaum Autos unterwegs sind.




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