Speed auf Wasser – Die verdammte Sucht nach Geschwindigkeit
NEVER STOP DISCOVERING # Castor`s little trip of life
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Thema des Tages
## Staub, Rost und die verdammte Freiheit
Kotflügel tief im Dreck. Der Gestank von Benzin und Freiheit hängt in der Luft, dick wie der Staub auf der Windschutzscheibe. Scheiß auf eure geteerten Autobahnen und eure klimatisierten SUVs. Die echte Welt ist da draußen, wo der Asphalt endet und der Wahnsinn beginnt. Offroad, Overland – nennt es, wie ihr wollt. Es ist das einzige, was mich noch bei Verstand hält in diesem verkommenen Zirkus, den sie Leben nennen.
Kein Navi, kein Plan, nur ein Tank voll Sprit und ein rostiger Geländewagen, der mehr Klappergeräusche macht als ein Bordell am Morgen. Die Zivilisation im Rückspiegel, verdammt nochmal, endlich weg von den glotzenden Augen, den leeren Gesichtern, dem ganzen verlogenen Dreck.
Gestern Abend Lagerfeuer gemacht, unter einem Himmel voller Sterne, so viele, dass man kotzen könnte. Eine Flasche Whiskey, billiger Fusel, aber egal. Hat seinen Zweck erfüllt. Die Stille der Wüste, unterbrochen nur vom Knistern des Feuers und dem Heulen eines Kojoten in der Ferne. Besser als jedes Opernhaus, besser als jedes Gedicht, das diese verdammten Schöngeister je rausgepresst haben.
Heute Morgen die Sonne im Gesicht, heiß wie die Hölle. Der Motor stottert, hustet, springt aber an. Ein zäher Bastard, genau wie ich. Weiter geht’s, durch Schluchten und über Geröllfelder, die Reifen quietschen, der Wagen ächzt, aber er gibt nicht auf. Genau wie ich.
Vergesst eure Wellness-Wochenenden und eure Yoga-Retreats. Hier draußen, in der Wildnis, findet ihr die wahre Erleuchtung. Im Angesicht des Abgrunds, wenn der Motor absäuft und die Sonne brennt, da seht ihr, wer ihr wirklich seid. Ein Haufen Dreck, genau wie ich. Und das ist verdammt nochmal wunderschön.
Die Freiheit hat ihren Preis. Staub in den Lungen, Rost im Blut, und der ständige Geschmack von Whiskey im Mund. Aber es ist ein Preis, den ich gerne zahle. Denn hier draußen, inmitten von Nichts, bin ich endlich alles. Bin ich endlich frei. Und das ist mehr, als ich je von diesem beschissenen Leben erwartet habe.
Typisierung, Warten auf Papiere und Sonne und Meer schon im Gehirn bei Castor
Also gut, eine Woche noch. Eine verdammte Woche. Bis zum Meer, bis zur Freiheit, bis zur Sonne, die meine noch wachsenden Knochen durchwärmt, während der Wind nach Salz und Fisch riecht.
Mein Schwanz tut weh. Muskelkater vom Wedeln. Nicht, was ihr denkt, ihr schmutzigen Geister, sondern reine, ungefilterte, ungebändigte Vorfreude. Mein erstes Mal am Meer! Ich hab keine Ahnung, was mich erwartet, aber es kann nur besser sein als diese Woche im Garten. Österreichischer Boden ist ja ganz nett, aber nach sechs Monaten hier hab ich das Gefühl, ich kenne jeden Grashalm persönlich.
Perfekter Kälte- und Hitzeschutz: Die ersten Anpassungen meiner Blidimax Black Thermomatten für den Isuzu D-Max Spacecab
Es gibt Produkte, die man einmal ausprobiert und dann nie wieder missen möchte. Die Blidimax Black Thermomatten gehören definitiv dazu. Nach meinem Land Rover Discovery4 und dem Land Rover New Defender ist nun mein Isuzu D-Max Spacecab an der Reihe. Und was soll ich sagen? Wieder einmal perfekte Passform, erstklassige Qualität und eine schnelle Lieferung.
1. April – Tag der Typisierung (in D = Einzelabnahme) - Der Wächter der Freiheit - KEIN Aprilscherz
Es gibt Männer, die nur einen Job machen, und dann gibt es Männer wie ihn. Der Typisierungsbeamte. Der letzte Verteidiger der Straßenordnung. Ein Titan der Bürokratie. Ein Mann, der den Unterschied zwischen einem unzulässigen Umbau und der reinen Wahrheit in Form eines geländegängigen Kunstwerks mit bloßem Auge erkennt.
Ich rolle in die Halle. Die Neonröhren knistern wie das Schicksal selbst. Mein Isuzu steht da, bereit für sein Urteil. Der Mann tritt vor. Sein Blick schweift über die 265/75 16er Reifen, das Fahrwerk, die Winde, den Schnorchel – er könnte ein antiker Bildhauer sein, der die Perfektion einer griechischen Statue betrachtet.
Dann nach einer Stunde nickt er. Schwer. Bedächtig. „Schönes Ding.“
Mein Herz macht einen Satz. Habe ich es mit einer ausgestorben geglaubten Spezies zu tun? Einem wohlgesonnenen Beamten?
Er nimmt die Papiere, kritzelt ein paar Zeichen darauf – ein geheimes Ritual, das nur Eingeweihte verstehen – und genehmigt die Umbauten dann mit der Wucht eines Donnerschlags.
„Passt schon. Viel Spaß da draußen.“ ABER; es fehlen noch ein paar Formelle Unterlagen die ich noch besorgen muss und nächsten Dienstag bekomme ich dann die letzte Salbung.
Bedeutet eben noch eine Woche länger im feuchtkühlen Österreich verharren. Aber der Pamir ruft, und ich darf dann am 09.04. antworten. Dank dieses Mannes. Dieses Helden. Dieses wahren Straßenwächters.
Ich werfe den Motor an und rolle aus der Halle, ein freier Mann in einer (fast) freien Maschine. Bürokratie hat selten so süß geschmeckt.
Windsurfing at Over 100 km/h | Bjorn Dunkerbeck at the Luderitz Speed Challenge
Es gab eine Zeit, in den 80ern, da war ich besessen. Speedsurfen war keine Leidenschaft, es war eine verdammte Sucht. Ich pendelte zwischen der Orther Bucht auf Fehmarn und dem Rhône-Delta in der Mistralzeit, immer auf der Jagd nach Wind, nach Geschwindigkeit, nach diesem gottverdammten Kick.
Der Wind war meine Droge, das Wasser mein Kampfplatz. Mein F2 Bullit war meine Waffe, eine messerscharfe Kante auf Gleitfahrt, bereit, sich in jeden Wind zu werfen, der stark genug war, mich fast aus den Fußschlaufen zu reißen. Ich liebte es. Ich liebte es, wenn die Böen so brutal wurden, dass das Segel vibrierte, die Finne zu tanzen begann, und der schmale Bug des Boards das Wasser nur noch berührte, um es in zwei peitschende Fontänen zu spalten.
Fehmarn – Die wilde Hure des Nordens
Fehmarn im Herbst. Die Orther Bucht war ein wilder, dreckiger Hund, wenn der Wind aus West kam. Eiskaltes Wasser, graue Wolken, Salzwasser auf den Lippen und Möwen, die schrien wie besoffene Matrosen in einer Hafenkneipe. Kein Scheiß, es war brutal. Aber genau das machte es so geil.
Patrizitag in Großwilfersdorf - Castor`s little trip of life
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https://www.meinbezirk.at/tag/patrizi-kirtag |
Ein Mann, der an einem sonnigen Festtag Reifen wechselt, hat entweder den Verstand verloren oder nie einen gehabt. Ich tippe auf Letzteres. Sein klappriger Geländewagen mit diesem bescheuerten Schnorchel, als würde er gleich durch den Amazonas pflügen. Stattdessen steht er hier, in Großwilfersdorf, zwischen alten Mauern, mit ölverschmierten Fingern und einem Gesichtsausdruck wie ein Mönch auf Buße.
Draußen bellen die Mädels sich die Seele aus dem Leib. Das Malinois-Mädel riecht nach Sünde, nach Abenteuer, nach allem, was das Leben lebenswert macht. Ich lecke mir die Nase, versuche mich durch die Tür zu materialisieren, aber keine Chance. Stattdessen muss ich zusehen, wie der alte Sack sich auch noch mit seinen Blidimax-Matten beschäftigt. Sie passen. Natürlich passen sie. Warum auch nicht. Keine Flüche, kein Drama. Langweilig wie eine Sonntagsmesse.
Marokko: Die Nomaden des Hohen Atlas
Es gibt Begegnungen auf Reisen, die lassen sich nicht in Worte fassen – nicht wirklich. Sie sind eine Mischung aus Staunen, Respekt und dieser leisen Demut, die sich einstellt, wenn man begreift, dass man in einer Welt lebt, die man selbst nie wirklich erfahren wird. So geht es mir jedes Mal, wenn ich den Nomaden in den Bergen des Atlas begegne.
Ich habe sie oft gesehen auf meinen Wegen durch die einsamen Pisten des Hohen Atlas, in den kargen Weiten des Anti-Atlas, zwischen steinigen Hängen und ausgetrockneten Flussbetten, wo kaum etwas anderes überlebt als diese Menschen und ihre Tiere.
Castor's Little Trip of Life - Never Stop Discovering
Ich bin Castor. Sechs Monate alt. Rüde. Eine wüste Mischung aus Beagle und irgend einem Raubtier, aus Hunger und Straßenstaub. Ich sollte tot sein. Hätte in einer kalten Ecke einer ungarischen Tötungsstation verschwinden sollen, zwischen Kot und der Angst von Hunden, die nie eine Chance hatten. Aber dann kam Jürgen. Ein alter Kerl mit müden Augen und einer Stimme wie eine warme Hand auf kaltem Beton. Er hat mich rausgeholt. Hat mich in seinen Isuzu gesetzt. Und plötzlich war da eine Welt, die größer war als Gitterstäbe. Jetzt sind wir unterwegs. Ab April geht’s los. Weg aus der Komfortzone, raus in das, was man Leben nennt. Wir machen uns lang über Rumänien, Bulgarien, die Türkei, Georgien, Armenien, Russland, Kasachstan, Usbekistan, Turkmenistan, Kirgisistan, Tadschikistan. Bis der Himmel dünner wird und die Straßen nur noch ein Flüstern aus Staub sind. Bis zum Pamir, der alten, zerschundenen Straße, die sich durch die Knochen der Berge frisst. Ein Ort, wo Motoren fluchen und Menschen schweigen.
Ich habe keine Illusionen. Die Näpfe werden nicht immer voll sein. Die Nächte werden kalt. Und manchmal wird der Wind uns Geschichten erzählen, die keiner hören will. Aber das ist es wert. Weil es nichts Schlimmeres gibt als Stillstand.
Wenn du wissen willst, wie es weitergeht, dann folg uns. Der alte Mann schreibt über mich, als wäre ich Bukowski mit vier Pfoten. Du findest unsere Geschichte auf meinem Blog www.overland-4x4.de und bei Facebook.
Never Stop Discovering.
Schnee, Vögel und der verdammte See
Die Kälte kroch mir in die Pfoten, als ich aus dem Auto sprang. Weiße Scheiße überall. Viel zu hell. Viel zu nass. Ich kannte kalten Boden, ich kannte feuchte Erde, aber das hier? Ich trat vorsichtig darauf, und meine Krallen versanken, als würde die Welt unter mir schmelzen. Dann dieses Kribbeln. Eisiges Brennen. Ich sprang zur Seite, schnüffelte hektisch, leckte über die Flocken, die mir an der Schnauze klebten. Kalt, aber gut. Ich probierte mehr, fraß den Schnee, bis mein Kopf fröstelte.
Der Alte stand da, grinste. „Na, Castor, dein erster Schnee?“
Ja, verdammt.
**Hundstage – Castors Wahrheit mit der Schnauze im Backrohr **
Heute hat mein Mensch Lasagne gemacht. Ich bin mir sicher, es war die erste seines Lebens. Vielleicht sogar das erste Essen, das er jemals selbst zubereitet hat. Ein echter Trottel. Er kann vieles, aber kochen gehört nicht dazu.
Ich lag da, dösend, wartend, die Luft vibrierte von diesem seltsamen, verbrannten Käsegeruch. Und dann – das Piepen. Der Ofen ging auf, Hitze schlug mir ins Gesicht. Meine Nase reagierte instinktiv. Ich tauchte ein, tief rein, weil irgendwo da drinnen lag das Geheimnis seines erbärmlichen Versuches, Menschennahrung zu erschaffen. Aber mein Timing war schlecht. Der Trottel klappte den Ofen zu, und ich war nicht schnell genug.
Meine Lefzen hingen noch mit drin.
Ich lag da, dösend, wartend, die Luft vibrierte von diesem seltsamen, verbrannten Käsegeruch. Und dann – das Piepen. Der Ofen ging auf, Hitze schlug mir ins Gesicht. Meine Nase reagierte instinktiv. Ich tauchte ein, tief rein, weil irgendwo da drinnen lag das Geheimnis seines erbärmlichen Versuches, Menschennahrung zu erschaffen. Aber mein Timing war schlecht. Der Trottel klappte den Ofen zu, und ich war nicht schnell genug.
Meine Lefzen hingen noch mit drin.
Wenn schon Pick-up, dann aber richtig! - Ken Block auf Chinas gefährlichster Straße
Es gibt Straßen, die Respekt verlangen. Und dann gibt es Straßen, die deinen Arsch auf eine Weise ins Schwitzen bringen, dass du dich fragst, warum du überhaupt einen Führerschein hast. Die Tianmen Mountain Road ist so eine Straße. Ein dünner Asphaltstreifen, der sich wie eine wütende Schlange durch den Fels windet, mit 99 verdammten Kurven und Abstürzen, die dich direkt ins Jenseits schicken könnten. Perfekt also für einen Wahnsinnigen wie Ken Block.
Climbkhana TWO: Wenn der Tod mit quietschenden Reifen um die Ecke driften kommt
Castor’s Trip of Life - Von der Tötungsstation in`s wahre Leben
Das Leben gibt dir manchmal eine zweite Chance, und wenn du sie nicht packst, bist du ein verdammter Idiot. Castor wusste das nicht – er war nur ein Hund, fünf Monate alt, ein Straßenköter mit mehr Pech als Verstand. Eingesperrt in einer ungarischen Tötungsstation, umgeben von Angst, Dreck und dem Geruch von Tod. Die Tage dort waren nichts weiter als ein grauer, stinkender Alptraum, und irgendwo in den dunklen Winkeln seines kleinen Hirns hatte sich wohl der Gedanke festgesetzt, dass das alles war. Dass es keine Wälder mehr gab, keine weichen Schlafplätze, keinen verdammten Käse.
Dann kam der Tag, an dem sich die Tür öffnete. Hände, die ihn packten. Stimmen. Ein Motor, der ansprang. Und plötzlich raste die Hölle rückwärts aus dem Rückspiegel, während Castor vorne auf dem Beifahrersitz hockte und nicht wusste, ob er sich freuen oder kotzen sollte.
Jetzt lag er hier. Auf meinem Bett. Direkt neben meinem Kopf. Als wäre es das Selbstverständlichste der Welt. Er schnarchte leise, ein zufriedenes, kleines Biest, das durch die Dunkelheit gekommen war, um in meine Welt zu stolpern. Und verdammt, er gehörte jetzt dazu. Ein echter Reisehund, geboren für die Straße, mit Augen, die mehr verstanden, als sie sollten, und einer Schnauze, die nach Mandarinen und Staub roch.
Doch das hier war nicht das Ende – es war erst der Anfang. Castors Leben war kein verdammter Netflix-Film über gerettete Hunde, die am Ende ein Häuschen mit Garten und rosa Hundebett bekamen. Nein, Castor hatte mehr verdient als das. Abenteuer. Freiheit. Dreckige Pfoten auf endlosen Straßen. Der Wind im Gesicht. Der Geschmack von Sand und Diesel in der Luft.Und verdammt noch mal, er würde alles bekommen.
Die Westsahara – ein gottverdammter Ort der Extreme.
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Fotoposition: https://maps.app.goo.gl/kz59H2cbZPp2tLXNA |
Die Westsahara – ein gottverdammter Ort der Extreme. Auf der einen Seite der ausgedörrte Sand, tot wie eine alte Kneipe nach Sperrstunde, auf der anderen das grüne, feuchte Leben, das sich an der Lagune festkrallt wie ein Betrunkener an seinem letzten Drink. Ad-Dakhla, während der Ebbe – eine Szenerie, als hätte der Himmel das Wasser mit einem einzigen tiefen Atemzug eingesogen und vergessen, es zurückzugeben.
Die Flamingos stehen da, langbeinig, hochmütig, als wüssten sie etwas, was du nicht weißt. Sie picken im schlammigen Grund, ziehen ihre gekrümmten Schnäbel durch das seichte Wasser, als würden sie nach einer Wahrheit suchen, die sich immer entzieht. Das Licht bricht durch, ein messerscharfer Kontrast – das verbrannte, nackte Land gegen das schimmernde, sumpfige Paradies.
Hinten, am Horizont, hockt ein kahler Hügel,
Überleben bei Minus-Graden - Grenztester VS Otto Bulletproof
Samstagmorgen, Januar 2014. Der Mond hing noch fett und weiß am Himmel, als wir loszogen, Benjamin und ich. Grenztester, unterwegs zwischen Technik und Spiritualität, zwischen Allrad und Schneeketten, zwischen Feuerstahl und kaltem Biwaksack. Wir wollten uns testen, unsere Ausrüstung, unsere Nerven, unsere verdammte Belastungsgrenze. Und wir wollten wissen, was passiert, wenn man sich gegen die Natur stellt, ohne sich ihr zu unterwerfen.
Treffpunkt: Südschwarzwald, 08:00 Uhr. Lörrach versank unter einer dicken Wolkendecke, als wir ins schweizerische Mittelland hinabtauchten. Nebel, schweigsam und schwer. Zwei Stunden auf der Autobahn, und dann begann der Aufstieg zum Jaunpass. Erste Lichtblicke am Himmel, erste Hoffnung auf ein Wochenende ohne grau-in-grau.
Mein Mensch frisst alles
Heute lasse ich mal Castor reden
Der Tag begann, wie er immer begann: Mein Mensch hatte Essen. Und ich nicht.
Er saß da mit seinem Kaffee und seinem süßen Muffin und tat so, als würde ich nicht existieren. Aber ich existierte. Und ich war HUNGRIG. Also setzte ich mich vor ihn, legte den Kopf leicht schief (sie stehen auf sowas) und starrte ihn an.
Er tat so, als würde er mich ignorieren. Amateur. Ich kann warten. Ich bin ein Profi.
Dann kam das erste Stück. ZACK!
Castor frisst alles
Der Tag begann, wie er immer begann. Castor saß vor mir und starrte mich an. Sein Blick war so eindringlich, dass ich fast meinte, er könne mit seinen braunen Augen Worte formen. Worte wie: „Na, was gibt’s heute, Boss? Irgendwas für mich dabei?“
Ich rührte in meinem Kaffee, biss in mein Muffin. Er zuckte mit den Ohren. Kaum hörbar, aber deutlich. Eine minimale Bewegung seines Kopfes nach vorn, kaum sichtbar, aber unübersehbar. Er kannte das Geräusch von Nahrung, egal welcher Art. Und wenn sie in meiner Nähe war, dann war sie auch potenziell für ihn bestimmt. Zumindest in seiner kleinen, hungrigen Welt. „Nicht für dich“, sagte ich.
Er blinzelte. Sagte nichts. Blinzelte wieder. Verdammt, er wusste, dass er mich hatte. Ich war schwach. Ich war vorhersehbar. Ich war ein Mensch mit einem weichen Herzen und einem schlechten Willen. Ich brach ein. Ein Stück Wurst flog Richtung Boden. Verschwunden, bevor es aufkam. „Verdammt, Castor“, murmelte ich.
Vom Staub der Sahara gefressen zum rauen Atlantik vom Wind getrieben: Eine Reise entlang der Küsten Portugals und Spaniens
Ich hatte die verdammte Wüste endlich hinter mir. Der Sand war überall, in den Ritzen des Isuzu, in meinen Schuhen, zwischen meinen Zähnen. Marokko hatte mich ausgespuckt, wie ein Kerl, der zu lange in einer Bar gesessen und den letzten Drink doch nicht vertragen hatte. Ich war fertig mit der Hitze, dem Staub, den Nächten, in denen nur der Wind mit mir sprach. Jetzt kam der Atlantik, eine andere Art von Wildnis.
Portugal war sanft, fast zu sanft. Diese pastellfarbenen Dörfer, die unfreundlichen Leute, die Pastel de Nata und der verdammte Fado, der aus jeder Ecke kroch wie eine bittersüße Melancholie. Ich hielt irgendwo an, trank billigen Kaffee, ließ den Motor laufen, während ich mir die Karte ansah. Immer weiter nach Norden. Die Küste war schön, keine Frage, aber sie hatte noch nicht die Fäuste ausgefahren, noch nicht gezeigt, dass sie mich wirklich wollte.
Dann kam Nazaré. Ich stand oben auf der Klippe, am Leuchtturm, und sah hinunter auf das Wasser. Sechs Meter hohe Wellen. Für die Irren, die hier surften, war das ein laues Lüftchen. Ich dachte an die 30-Meter-Bestien, die sich hier im Winter auftürmten, daran, wie der Atlantik Menschen zerquetschen konnte wie leere Bierdosen. Und trotzdem kamen sie her, ritten diese Wellen, als hätten sie eine Rechnung mit Gott offen. Ich blieb eine Weile, ließ den Wind mein Gesicht zerfressen, dann stieg ich wieder in den Wagen und fuhr weiter.Warum mein Hund Castor heißt (und nicht Pollux oder Atommüll)
Es gibt Namen, die man einem Hund gibt, weil sie einfach passen: Rex, Bello, Lumpi. Und dann gibt es Namen, bei denen die Leute nachfragen – und genau so einen hat mein Hund: Castor.
„Warum Castor?“ werde ich immer wieder gefragt, meistens mit einer Mischung aus Neugi er, Skepsis und der unterschwelligen Angst, dass ich meinen Hund nach einem Atommüllbehälter benannt habe. Nein, liebe Leute, ich habe nicht vor, meinen Hund radioaktiv leuchten zu lassen. Und nein, es gibt keine tragische Liebesgeschichte mit einer verstorbenen Zwillingsfrau.
Ein Name mit kosmischer Strahlkraft
Die Wahrheit ist viel erhabener – oder zumindest weniger toxisch. Castor ist nämlich nicht nur ein etwas unglücklich gebrandmarkter Behälter, sondern vor allem einer der beiden Hauptsterne im Sternbild Zwillinge. Zusammen mit Pollux bildet er das berühmte Duo, das nach der griechischen Mythologie benannt ist. Castor und Pollux waren Brüder, Halbgötter und ziemlich gute Kämpfer – wenn auch mit einem kleinen Problem: Castor war sterblich, Pollux nicht.Wer oder Was bin ich? Overlander? Business Nomade?
Ich bin einer dieser Typen, die du nicht so oft triffst – einer, der sich den Staub der Straße in die Knochen fressen lässt, weil ich weiß, dass Leben kein sauberer, klimatisierter Konferenzraum ist. Ich habe in den schmierigen Maschinenräumen des Vertriebs gearbeitet, Zahlen geprügelt, Deals durchgedrückt, aber irgendwann wurde mir klar, dass echte Freiheit nicht in einer Excel-Tabelle steckt, sondern in der weiten, gottverlassenen Landschaft, wo ich mich nur auf meine eigenen Entscheidungen verlassen kann.
Jetzt bin ich draußen. Ein Mann, ein Hund, ein schweres, aufgerüstetes Biest aus Stahl und Gummi, das mehr Narben hat als ein alter Boxer.
Die Straßen führen mich weg von den hellen Städten, weg von den dampfenden Kaffeebechern der Mittelmäßigkeit, hinaus in den Staub, den Sand, die Einsamkeit. Ich bin einer dieser Typen, die am liebsten dort schlafen, wo kein verdammtes Licht den Himmel ruiniert und möglichst keine Touristen anzutreffen sind.Castors erste Reise
Die Nacht war schwarz und still, bis auf das leise Brummen der Dieselheizung, die irgendwo in den Wäldern von Tschechien unter der Kabine ihr Werk verrichtete. Draußen knackten Äste im Frost, vielleicht ein Tier, vielleicht nur der Wind, der durch das Geäst kroch. Castor lag auf seiner Matte, eingerollt wie ein pelziger Wurm, die Ohren flach, die Augen halb geschlossen. Aber schlafen? Vergiss es.
Das verdammte Gebläse machte ihm Angst. Tief im Bauch der Kabine spuckte es warme Luft aus, und Castor traute dem Ding nicht. Er war ein Hund aus Fleisch und Blut, kein Maschinenfreund. Also blieb der Boden tabu.
Aber bei jedem Geräusch außerhalb der Kabine schlägt er sofort an laut und kräftig. Ein wahrer Verteidiger.
Ich hatte ihm ein Bett gemacht, aber er hatte es sich auf der Decke bequem gemacht, genau zwischen dem Fahrersitz und der Tür, als wollte er für alle Fälle den Notausgang blockieren. Ich verstand ihn. Neue Orte, neue Geräusche, neue Dämonen. Er musste sich erst hineinfinden in dieses Leben auf Rädern.
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