Die gigantischen roten Dünen (Mégabarkhanes) im Khenifiss-Nationalpark erreichen beeindruckende Höhen von bis zu 70 Metern und bergen ein paar faszinierende Geheimnisse:
- Wie die leuchtend rote Farbe entsteht: Die charakteristische Farbe ist das Ergebnis von Eisenoxidation – im Grunde eine hauchdünne Schicht aus Rost, die sich um die einzelnen Quarzsandkörner gelegt hat. Im Gegensatz zu den Dünen direkt an der Küste, die wegen ihres hohen Kalkgehalts gelb-weißlich wirken, haben die Mégabarkhanes nur einen sehr geringen Kalkanteil. Je nach Sonnenstand und Einstrahlungswinkel verändert sich der Farbton im Laufe des Tages und lässt die Sandberge zu bestimmten Zeiten tiefrot erstrahlen.
- Das Mysterium der „singenden Dünen“ (Le chant des dunes): Wenn an der steilen Seite der Dünen Sandlawinen ins Rutschen geraten, entsteht ein tiefes, spontanes Geräusch. Schon historische Entdecker wie Marco Polo berichteten von diesem Phänomen und verglichen die Töne mit dem Klang von Trommeln oder Waffengeklirr. Weltweit lässt sich dieses Naturschauspiel an nur etwa 40 Orten beobachten – drei dieser seltenen Megabarkhanen befinden sich direkt hier im Nationalpark.
- Das echte Tor zur Sahara: Auch wenn die Sahara insgesamt 5.000 Kilometer von West nach Ost misst, beginnt das eigentliche westliche Saharabecken geografisch erst südlich der Stadt Tan-Tan. Der Khenifiss-Nationalpark mit seinen Zwillingsdünen (dunes jumelles) gilt somit als das offizielle Eingangstor zur Wüste.


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