9 Monate, 9 Länder, 55.000 km – Praxis-Review des Land Rover NEW DEFENDER MY2020

Im Juli 2020 war es so weit, dass mein DISCOVERY 4 nach 5 Jahren und 285.000 km etwas Neuem weichen musste. Die Wahl fiel auf den NEW DEFENDER, 2.0 Liter, 4 Zylinder mit 200 PS. Auch mit dem Wissen, das an einem völlig neu entwickelten Auto so einiges an Kinderkrankheiten auftauchen könnten habe ich mich auf dieses Risiko eingelassen. Was waren meine Kriterien bzw. der Verwendungszweck. In meiner Anwendung muss das Auto zwei Grundanforderungen erfüllen.

  1. Komfortable, lange Geschäftsreisen über deutsche Autobahnen oft 600-800 Kilometer am Stück und mit Gepäck für 2 Wochen.
  2. Overland/Offroad Reisen in alle Regionen abseits der Massentouristen auf Schotterwegen, Waldstrecken und teils schwierigem Gelände um abgelegene, einsame Schlafplätze zu erreichen. Übernachtung im Dachzelt oder aber auch im Auto in sehr kalten Regionen bei unter -20 Grad. 

Die ersten 55.000 km mit dem NEW DEFENDER 2020 sind geschafft. 9 Monate, 9 Länder bereist und in 55.000 km keinen einzigen Ausfall oder Schaden trotz Erstserie des neuen Defender. 

Kriterium 1: Relaxtes Autobahnreisen. In diesen 55.000 km war ich jede Woche zwischen 600 und 1.200 km geschäftlich unterwegs über Autobahnen in Deutschland, Niederlande, Österreich, Belgien, Dänemark und der Schweiz. 

Klasse Komfort, entspanntes Reisen und relaxte Ankunft auch nach 7-9 Stunden Fahrt. Erstklassige Straßenlage auf der Autobahn auch bei 170 km/h in Kurven, weit besser als erwartet. Ab 150 km/h in hügeligen Regionen kann der kleine 4 Zylinder aber schon mal nervig hin und her schalten. Bei 130 aber ist die Fahrt entspannt und mit 9,4-9,8 Ltr / 100 km auch recht kostengünstig, wenn man bedenkt das hier 3 Tonnen bewegt werden. Ihn auch mal flott über kurvige Landstraßen zu fahren ist eine wahre Wonne.

Sehr sicher und komfortabel ist das Fahren auf schneeglatten Straßen, da die

Elektronik sehr sehr gut ausgleicht. In Schweden hatte ich im Dezember über 1.000 km auf geschlossener Schneedecke zurück gelegt. Aber selbst mit All Terrain Reifen im Schneesturm zu Ostern war das Fahrzeug jederzeit gut beherrschbar. Dennoch sollte man auf echte Winterreifen nicht verzichten, wenn der Winter kommt.                                                                                                                    

Die modernen LED Scheinwerfer sind so hell, das man definitiv auf Zusatz-scheinwerfer verzichten kann es sei denn, man wohnt in der Polarzone.           

Kriterium 2: Overland/Offroad Reisen. Auf meinen Reisen hatte der Discovery 4 aber schon so viel mit seinen Fähigkeiten vorgelegt, daß es schwierig sein würde meine Reisegewohnheiten übernehmen zu können. In der Tat fehlt mir noch Heute die 2-geteilte Heckklappe des Discovery die sowohl Koch/Esstisch, Arbeitstisch und Steigleiter zugleich war. Auch die kürzere Liegefläche im Defender kam mir zuerst nicht gelegen, da ich auf den Touren im Winter meist im Auto schlafe, während die Kisten auf den Dachträger wandern. Aber der Ausbau der 2. Sitzreihe (4 Schauben, 5 Minuten) hat nicht nur die Liegefläche stark verlängert, sondern im Fußraum noch Platz für weitere 2 Kisten beschert. Gigantisch ist die dynamische Dachlast von 168 kg. Da kann man schon so einiges aufs Dach packen und den kleineren Raum kompensieren.    

Über die Geländefähigkeiten muss ich, glaube ich nicht noch mehr schreiben. Diese sind bereits ausgiebig dokumentiert. Auch ein Extended Mode, der Im Bedarfsfall zugeschaltet wird um noch mehr Bodenfreiheit zu gewinnen, ist wieder an Bord. 

Aber es gibt ein paar Features, die ich als Alleinreisender sehr schätze. Besonders hilfreich sind die Kameras, die im Geländemodus die beiden Vorderräder zeigen und das Feld vor dem Auto. Das erspart oft das Aussteigen und erhöht ungemein die Sicherheit. Eine weitere Funktion, die ich sehr schätzen gelernt habe, ist die Anhebung oder Absenkung des Hecks mittels Schaltern im Laderaum, die die Luftfederung betätigen und man so das Auto in die Waage heben kann. Es ist sehr komfortabel waagerecht zu schlafen und zu kochen. 

Die außenliegende Box als auch die fest montierte Klappleiter (beides Zubehör) sind auf Reisen goldwert. Bergematerial oder schlammige Stiefel sind hier schnell verstaut und schnell im Zugriff. 

Fazit nach 55.000 Kilometern über alle möglichen Straßenverhältnisse: 

Der NEW DEFENDER hatte sich so bewährt, das ich mit Unterstützung von der Torpedo Garage in Kaiserslautern und Land Rover Deutschland Ende April ein Upgrade auf das Modelljahr 2021 mit seinem neuen 3.0 Liter 6 Zylinder gewagt habe. Und die ersten 1.000 km haben mich noch mehr überzeugt, obwohl ich zur Vorstellung des Defender zur IAA einer der größten Kritiker war. 

Alle kleinen Schwachpunkte die ich bei meinem 2020er Modell der ersten Baureihen zu bemängeln hatte wurden nun im MY 2021 entschärft. Die Stoff-Sitzflanken, die sehr schnell verschmutzten, wurden durch Vollledersitze ohne Aufpreis ersetzt. Die Software im Bereich der Soundanlage wurde verbessert und es gibt keine Aussetzer mehr. Das nervige „anpingen“ schon nach einer Stunde offener Hecktür beim campen, „Batterie schwach, Motor starten“ scheint völlig abgestellt. Im Unterbodenbereich hat man dem 3.0 bis zur Mitte des Fahrzeuges einen Aluminium Unterfahrschutz gespendet, der zusätzliche Sicherheit bringt. 

Der Neue 3.0 6 Zylinder bereits modifiziert
Wirklich gelungen ist aber das Leistungsverhalten und der Sound des 3.0 Liter 6 Zylinder Motors auch mit der schwächsten 200 PS Variante. Ich brauche nicht mehr. 

Videos und Fotos sowie Reiseberichte mit dem DEFENDER, und seines Vorgängers meines Discovery 4 findet Ihr auf meinem Blog www.overland-4x4.de  meinem Youtube Kanal www.youtube.com/c/JWSmith und meinem Facebook Profil www.facebook.com/offdoor         

Konfiguriert, bestellt, geliefert, supportet und wieder in Zahlung genommen bei www.torpedo-gruppe.de Die Jungs kann ich nur empfehlen, da die Kollegen in der Werkstatt und im Vertrieb auch wissen was Offroad ist und einen TOP Service liefern.

Was wurde oder wird noch beim 3.0 erweitert oder umgebaut? 

Nachdem mein DISCOVERY 4 massive Modifikationen erfahren hatte (siehe HIER Teil 1,2,3 ) bleibt es beim New DEFENDER moderat. Bereits jetzt hat er eine Teil-Folierung erhalten, Andere Rad-Reifenkombination mit 275/55 R20 AT-Reifen KO2 von BF Goodrich, 20" Alufelge Diewe Amaro in schwarz,  Nakatanenga Lüftungsbleche für die Seitenfenster hinten, LR Expeditionsbox aussen, LR Klappleiter, LR Dachgepäckträger, 2 Bergeösen hinten, Rhino Rack 270Grad Batwing Compact  Markise, Front- und Heckschürze mit Herculiner Schutzlack lackiert, Dachzelt Columbus Variant Black Storm small und zuletzt noch ein teilbarer Innenboden um an das Staufach heran zu kommen auch wenn die Ausziehschublade eingebaut ist. Das soll es aber sein und ich werde auf eine Seilwinde verzichten.   



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