Sardinisches Abenteuer 2024 – Offroad und Overland, NATO und Nuraghen und viel Pasta

Unser Abenteuer beginnt unter einem glücklichen Stern – der erste Storch ist zurück in unserem Heimatdorf, ein Zeichen, dass auch unsere Reise nach Sardinien unter einem guten Omen steht. 

Nach einer ersten Nacht auf dem Gipfel von Maria Lankowitz, setzen wir nach einem grandiosen Sonnenaufgang unsere Reise südwärts durch die pittoreske Toskana fort, Ziel: die Fähre in Livorno, wo wir auf unsere Freunde Marcus und Heike treffen. 

Bevor wie jedoch in Livorno einlaufen muss der Croce Arcano noch souverän durch die letzten tiefen Schneefelder bezwungen werden. Harald, unser waschechter Österreicher spurt den Schnee. Zum Abendessen gibt’s dann noch Spaghetti mit Haralds berühmtem Bärlauchpesto – ein kulinarischer Höhepunkt unserer Reise. 





Dann heißt es "Leinen los!" und wir schippern durch das Tyrrhenische Meer Richtung Sardinien, wo Winde mit bis zu 88 km/h uns zwischen Sardinien und Korsika empfangen. 

Ankunft im Paradies: Tag 5 auf Sardinien könnte kaum schöner sein – wäre es nur ein wenig wärmer. 15 Grad und Windstärken von 55 km/h sind nicht ideal, aber wir sind ja nicht aus Zucker! Zwischen historischen Ruinen am Porto und den wilden Sträuchern Sardiniens erkunden wir die Insel. 


Auffallend: Selbst zu zweit schaffen wir es kaum, eine Flasche Wein zu leeren (OK, es ist eine 5 Liter Flasche) – sind wir etwa vernünftig geworden? 

Unsere Reise führt uns über die kleine Nachbarinsel mit seinen alten Steinen und jungen Katzen, durch sardische Spezialitäten und wechselhaftes Wetter, das Sardinien so einzigartig macht. 


Von hier aus zieht es uns in die Berge zu einer der höchsten und einsamsten Radarstationen der Insel, wo wir unter einem Sternenhimmel schlafen, den keine Kamera je einfangen könnte. 


Tag 9: Die Offroad-Pfade Sardiniens fordern uns mit ausgewaschenen Felsen und spitzen Dornen, doch die Landschaft belohnt jeden Kratzer am Auto mit atemberaubenden Ausblicken. Unsere Nacht verbringen wir abgeschieden von der Zivilisation – genau das, was echte Overlander-Herzen höher schlagen lässt.

 

Die letzten Tage unserer Reise sind gefüllt mit weiteren Offroad-Abenteuern, zu NATO Stützpunkten, meinem militärischen Wirken vor 40 Jahrenund  historischen Entdeckungen in Argentiera und kulinarischen Fehltritten (niemand braucht WC-Beckensteine im Drink, Harald!). 

Auf die Kultur der Nuraghen, die Militäreinrichtungen und den alten Bergbau gehe ich später nochmal ein. 




Als ich schließlich im Hafen von Olbia stehe, bereit zur Heimreise, blicke ich  zurück auf eine Reise voller unvergesslicher Eindrücke, die zeigen, wie rau und wunderschön Sardinien sein kann. Das nächste Mal vielleicht mit ein paar weniger Windstärken, aber mit genauso viel Abenteuergeist! 




Fazit: Unsere Tour hat uns gezeigt, dass manche Orte – wie die westliche Küste Sardiniens – sich anfühlen, als wären sie aus einer anderen Welt, fast so surreal wie das Teletubbieland. Doch gerade diese Unwirklichkeit macht den Reiz aus. 
Auf Wiedersehen, Sardinien, bis zum nächsten Mal! 

Sardiniens verborgene Schätze: Nuraghen, NATO-Stützpunkte und Bergbau-Ruinen 
Auf unserer Reise quer durch Sardinien, abseits der glänzenden Küsten und Touristenpfade, stießen wir auf Zeugnisse einer tief verwurzelten Kultur, militärischer Präsenz und vergangener Industriezeiten, die die Insel prägen. 

Unsere Offroad-Abenteuer führten uns auf engen, ausgewaschenen Pfaden, die nur mit robusten Allradfahrzeugen und einer kräftigen Untersetzung zu bewältigen sind. Diese Pfade offenbarten uns die raue Schönheit und die historischen Schichten Sardiniens. 

Die Nuraghen – Sardiniens geheimnisvolle Vorzeit Die Nuraghenkultur, benannt nach ihren charakteristischen Turmbauten, die über die ganze Insel verstreut sind, bildet ein Kernstück der sardischen Geschichte. Diese beeindruckenden Steinbauten, von denen heute noch rund 7.000 existieren, wurden zwischen 1800 und 1100 v. Chr. errichtet und dienten vermutlich sowohl kultischen als auch verteidigungstechnischen Zwecken. Wir erkundeten einige dieser Strukturen, wie den Nuraghe Losa oder Su Nuraxi bei Barumini, die als UNESCO-Welterbestätten anerkannt sind. Die komplexen Bauweisen und die strategische Platzierung der Nuraghen zeugen von einer hoch entwickelten Gesellschaft, die tief mit ihrer Umgebung verwurzelt war. Zu einem etwas ausführlicherem Bericht geht es HIER https://offdoor.blogspot.com/2024/04/historie-sardiniens-und-deren.html




Militärische Stützpunkte der NATO Während unserer Fahrt entlang der zerklüfteten Küstenlinien stießen wir auch auf moderne Geschichte – die NATO-Stützpunkte, die strategisch über die Insel verteilt sind. Diese Basen, oft umgeben von strenger Geheimhaltung und abgeschirmt von der Öffentlichkeit, erzählen von der geopolitischen Bedeutung Sardiniens im Mittelmeer. Sie beeinflussen nicht nur die lokale Ökonomie, sondern auch das soziale Gefüge der umliegenden Gemeinden. Der Kontrast zwischen der antiken Ruhe der Nuraghen und der nüchternen Modernität dieser Militäranlagen war besonders eindrucksvoll an der alten Radarstation am Monte Limbara. Auch der Besuch der alten Schießbahn von Salto Di Quirra, auf der ich vor 40 Jahren jährlich zum Gefechtsschießen mit dem FlakPanzer Gepard war, war wieder eine bleibende Erinnerung.






































Vergessene Minen und verlassene Geisterstädte Ein weiterer Höhepunkt unserer Entdeckungen waren die alten Minen, insbesondere um die Geisterstadt Argentiera, wo seit der Römerzeit bis nach dem Zweiten Weltkrieg Silber, Eisen, Blei, Arsen und Quecksilber abgebaut wurden. Die verlassenen Stollen und zerfallenen Gebäude erzählen Geschichten von Boom und Bust, von harten Arbeitsbedingungen und von der einst blühenden, jetzt jedoch fast verlassenen Gemeinschaft. 
Diese Orte, die sich anfühlen wie Kulissen aus einem vergessenen Film, waren besonders fotografisch reizvoll. Deshalb wurde dort auch ein Teil des Filmes "Brandung" mit Elizabeth und Richard Burton gedreht. 









Offroad-Abenteuer abseits der Asphaltstraßen Das Herzstück unserer Reise bildeten die Offroad-Pfade, die Sardinien von einer unbekannten Seite zeigen. Diese Routen, geprägt von Felsbrocken, Steilhängen und durch Flüsse erodierten Wegen, forderten unser fahrerisches Können und unser Equipment bis aufs Äußerste. Besonders die Pfade im Supramonte-Gebirge, bekannt für ihre Wildheit und Unzugänglichkeit, boten uns spektakuläre Ausblicke und einsame Begegnungen mit der Natur. Nur mit Allradantrieb, Geduld und einem guten Gespür für das Gelände konnten wir diese Herausforderungen meistern. 







Fazit Unsere Reise durch Sardinien war mehr als nur ein Urlaub; es war eine Expedition durch Zeit und Raum. Von den antiken Nuraghen über die kalten NATO-Basen bis hin zu den Spuren des Bergbaus bot jede Etappe neue Einblicke in die Vielschichtigkeit dieser Insel. Sardinien präsentiert sich als Land, das seine Geschichte bewahrt und seine Geheimnisse nur jenen offenbart, die bereit sind, abseits der bekannten Wege zu reisen.



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