Bergung aus dem Gelände - ADAC und fertig......

Immer wieder fragen mich Leute mit wenig Geländeerfahrung, was ich eigentlich mache, wenn ich in der Sahara oder sonstwo mit einem Schaden am Auto liegen bleibe. Ganz einfach antworte ich, ich rufe beim ADAC an, lasse ein "Gelbes Monster" kommen und trinke danach einen Cappuccino. Fertig!  


So einfach wie hier während des Sundown Summit 2016 in der Lausitz geht es allerdings nicht immer. 

Wenn ich in Marokko oder sonstigen abgelegenen Regionen alleine und Ofrroad unterwegs bin gilt es einige Vorkehrungen zu treffen, wenn man aus allen Eventualitäten wieder gesund herauskommen will.

VORSICHT IST DIE MUTTER DER PORZELLANKISTE

Oberstes Gebot ist es in erster Linie einmal so viel Vorsicht und Bedacht walten zu lassen, das man in eine solche Situation nie kommt. Mit dem "Nie" ist das aber so eine Geschichte, denn oft dann wenn man es nicht erwartet, man aufgrund der Einfachheit einer Situation (zuletzt mir selbst in den Alpen passiert siehe) leichtsinnig wird (das trifft oft auch erfahrene Offroad Piloten) und einen meist nur kleinen Fahrfehler begeht der
dann eventuell fatale Folgen hat. 

Was dann: In Europa ist das meist nicht so tragisch und kostet eben nur Geld und ein bisschen Zeit. Der ADAC oder das GELBE MONSTER kommen, bergen aus dem Gelände, schleppen ab wie im Video und fahren Dein demoliertes Auto in die Werkstatt Deines Vertrauens. 

Anders aber in den abgelegenen Regionen der Sahara oder des Hohen und Mittleren Atlas. Aufgrund der oftmals auch in abgelegensten Gebieten verfüg-baren Mobilfunkverbindung kannst Du natürlich den ADAC anrufen, es kommt nur Keiner. Denn selbst wenn in Marokko ein voll geländegängiger Berge-LKW verfügbar wäre, so hätte dieser auf der Route auf der ich im Januar alleine gefahren war, nicht der geringste Chance zu mir zu gelangen, da etliche Passagen so eng waren, das ich selbst mit meinem Auto nur mit Mühe passieren konnte. 

Von einer Möglichkeit zu wenden wollen wir erst gar nicht einmal reden. 

Festes Schuhwerk und ein fertig gepackter Fluchtrucksack.

Also ziehe ich mit im Fall der Fälle meine festen Bergschuhe an, fixe im GPS meine Position, packe ausreichend Wasser ein und laufe los um Hilfe zu holen, die in Marokko dann manchmal in Form eines Esels oder Kamels erscheint.

Klar weiss ich etwa wo ich bin, klar hat meine Familie den Zugang zu meinem Satelliten Tracker aber das hilft mir eben nur recht bedingt. Natürlich habe ich auch in mehreren Survivaltrainings und meiner militärischen Laufbahn gelernt mit limitierten Ressourcen auszukommen und somit ist für mich das Risiko kalkulierbar. 

Einzig braucht es etwas Zeit, denn ab 50 spürt man gelegentlich die "Fitness" des Körpers in umgekehrter Relation. Aber was soll die Diskussion, denn schliesslich kann es auch passieren, daß ich aus dem Haus gehe und ein Dachziegel fällt mir auf den Kopf.